Kilian Wenger So erlebte er die Jahre als Schwingerkönig

Rechtzeitig zum Eidgenössischen vom 30. August bis 1. September ist Kilian Wenger wieder in Form. Als Schwingerkönig hat er so einige Hochs und Tiefs erlebt. Wie es ihm wohl in den letzten drei Jahren ergangen ist? 
Kilian Wenger über die seine Jahre als Schwingerkönig
© Keystone

Seit dem 22. August 2010 ist alles anders. Kilian Wenger bezwingt am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld acht Männer und wird als Aussenseiter zum Schwingerkönig. Wenn er auf diesen grossen Tag zurückschaut, muss er lachen: «Ich stellte mir vor, ich könnte dann am Abend mit meinen Freunden ein paar Bier heben und ein wenig feiern. Ich lag ziemlich daneben. Alles brach über mich herein», sagt der heute 23-Jährige in der «Schweizer Illustrierten». Sein Leben hat er inzwischen wieder sortiert - auch die Geschenke, die Briefe und Liebesbriefe haben sich in einen normalen Rahmen eingependelt. Jetzt bekomme er vielleicht noch fünf pro Woche, vor drei Jahren sei es aber noch völlig verrückt gewesen. «Ich staunte vor allem, wie viel Mühe sich die Frauen gaben, mir Briefe zu gestalten.» Die Mühe ist mittlerweile umsonst - Kilian ist weg vom Markt. «Es gibt jemanden, aber ich will es nicht an die grosse Glocke hängen. Wir wollen es in Ruhe geniessen.»

Am Wochenende sind dennoch alle Augen auf ihn gerichtet: Der ehemalige Aussenseiter ist in Burgdorf diesmal einer der Favoriten. Nach einem Frühling, der für seine Verhältnisse etwas durchzogen war, und einem Sommer, in dem er sich in Form schwang und beim Berner Kantonalen schliesslich auch seinen härtesten Widersacher, den Sempach Matthias, bodigte. Jetzt steht seine Regentschaft auf dem Spiel. Wie wars bisher, so ein Leben als König? «Angenehm, schön», sagt er. «Ich habe so viel gesehen und erlebt, dass ich nur dankbar sein kann.»

Dabei musste er auch einstecken. «Für viele ist es ein Fressen, wenn es einem König nicht läuft. Mein Vorgänger hat es mir natürlich auch nicht einfach gemacht, weil er ein Überschwinger war. Und ich werde an ihm gemessen. Von der Schwingart dachte ich nie, ich muss sein wie Jörg. Von den Erfolgen her aber schon.» Er hat den Druck gespürt, sich auch selbst auferlegt. Als die Zweifel stärker wurden und an seinem Selbstvertrauen nagten, brauchte es gute Freund. 

Kilian Wenger gibt zu, dass das Finanzielle einer der grössten Boni der drei Jahre war. Fünfzehn Sponsoren und Partner hat er mittlerweile, laut Insidern soll Wenger während seiner Zeit als König eine Million Franken verdient haben. Der Metzger, Zimmermann und Lastwagenfahrer ist längst auch Geschäftsmann. In Wilderswil BE ist er Teilhaber des Fitnessclubs «Fitness 4 Sports». Der Boden wäre jetzt schon bereitet für die sportliche Frühpension. Nur ist das für einen 23-Jährigen nicht wirklich eine Option. Der Mann geht ja nicht am Krückstock. Wenger hat noch lange Zeit, alle Rekorde zu brechen.

Den vollständigen Artikel finden Sie im grossen Extraheft «Schwingen» in der aktuellen «Schweizer Illustrierten» Nr. 35 - seit Montag, 26. August 2013, erhältlich an ihrem Kiosk.

Auch interessant