Sommerserie: 26 Stars, 26 Kantone, 26 Lieblingsorte Pierre Maudet haut in Genf auf den Knopf

In der Sommerserie von SI online nehmen uns Schweizer Prominente mit an ihren Lieblingsort. Pierre Maudet darf dabei den Jet'deau zum Leben erwecken. Mit dem Genfer Wahrzeichen verbindet der Staatsrat einiges. Der 39-Jährige kann beim Genfer Wahrzeichen Kraft tanken - Kraft, die er vielleicht bald für eine Bundesratskandidatur braucht.
Pierre Maudet Sommerserie Genf
© François Wavre/lundi13

Allez! Maudet drückt den Startknopf des Jet d'eaus. Nach zehn Sekunden sprudelt die Fontäne los.

Kurz nach zehn am Genfer Hafenbecken, chinesische Touristen mit Safarihüten zücken ihre Handys. Doch etwas fehlt: die 140 Meter hohe Wasserfontäne, die normalerweise weit über die Dächer Genfs ragt. Doch dann kommt er: Pierre Maudet, 39, Genfer Staatsrat, Anzug, Krawatte, federleichter Schritt, mit Selbstvertrauen an den Schuhsohlen. «Venez», sagt er, mitkommen.

Maudet will SI online zeigen, wie das aussieht, wenn der Jet d’eau zum Leben erwacht. Auf dem Steg zum Springbrunnen gibt es einen tennisballgrossen Startknopf - diesen betätigen in der Regel Pensionierte der Industriellen Betriebe Genf, im Sommer Punkt neun. Heute gebührt Pierre Maudet die Ehre. Und weil der Staatsrat bis eben noch in Sitzungen sass, durfte der Jet d’eau etwas länger schlafen.

Bundesrat? «Die Frage könnte sich stellen»

Aber jetzt gehts los! Pierre Maudet haut auf den Knopf, ein paar Sekunden bleibt es still, dann sprudelt der Jet d’eau los, einem Chinesen windet es schier den Hut weg. «Spektakulär, nicht?», fragt Maudet - und wie er da steht, lang und energiegeladen, ist er dem Genfer Wahrzeichen gar nicht so unähnlich.

Pierre Maudet Genf Sommerserie
© François Wavre/lundi13

Pierre Maudet beim Jet d'eau im Hafenbecken: «Wir Genfer sind stolz auf unsere Weltoffenheit.»

Pierre Maudet ist ein Senkrechtstarter: Mit 29 schafft es der FDP-Politiker in die Genfer Stadtregierung, vier Jahre später wird er deren Präsident. Seit 2012 sitzt er in der Kantonsregierung, nun liebäugelt er mit einem Wechsel in den Bundesrat als Nachfolger von Didier Burkhalter. «Die Frage könnte sich stellen», sagt er und fügt rasch an: «Aber jetzt will ich lieber über Genf reden.»

«Hinter den Bergen fühle ich mich in den Ferien.»

Pierre Maudet zupft an seiner stahlblauen Krawatte - und bemerkt, wie gut der Stoff zum See passt. «Meine Frau Catherine hat sie heute Morgen für mich ausgesucht, ich bin farbenblind.» Er deutet auf den schäumenden Jet d'eau: «Nirgends spürt man die Kraft der Stadt besser als hier - und diese Kraft ist ansteckend.»

Pierre Maudet Genf Sommerserie
© François Wavre/lundi13

Seit 2012 sitzt er in der Kantonsregierung, nun liebäugelt er mit einem Wechsel in den Bundesrat.

Wenn der Springbrunnen läuft, sind permanent sieben Tonnen Wasser in der Luft! Dabei war der Jet d’eau ursprünglich für das Gegenteil gedacht: als Überdruckventil für die 1885 erbaute Druckwasserleitung der Genfer Juweliere, die damit ihre Maschinen betrieben. Seit 1891 ist er reine Touristenattraktion.

Und wo kann der Politiker und dreifache Familienvater Druck ablassen? Maudet zeigt auf die Gipfelzüge rund um den See: «Hinter den Bergen kommt das Feriengefühl.»

Drei Tipps von Pierre Maudet zur Stadt Genf


Im Dossier: Weitere Prominente und ihre Lieblingsorte in der Sommerserie von SI online

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