«Anno 1914 - die Fabrik» Anikó Donáths grösste Challenge: «Das Korsett!»

Für die SRF-Sommerserie «Anno 1914» reiste Anikó Donáth hundert Jahre zurück. Und stiess dabei ganz schön an ihre Grenzen. Die Schauspielerin spricht über die chaotischen Dreharbeiten und sagt, warum sie sich permanent krank fühlte.
Anikó Donath in Anno 1914 - die Fabrik
© SRF/Christian Lanz

Reich und diszipliniert: Anikó Donáth als Fabrikantengattin Anna Katharina Thaler.

Als Komödiantin hat sie sich einen Namen gemacht, ihre neuste Figur hat aber wenig humorvolles an sich: Anikó Donáth, 42, spielt in der SRF-Produktion «Anno 1914» die wohlhabende Fabrikantengattin Anna Katharina Thaler. Am Montagabend hatte sie ihren ersten Auftritt und führte die Hausangestellte, die 14-jährige Lisa-Maria D'Ercole, in ihre Pflichten ein. Freundlich, aber streng. Und äusserst kultiviert, wie es sich für die Belle Epoque gehört.

Kaum zu glauben, dass hinter den Kulissen ein Wirrwarr herrschte. Das Projekt ist als «Scripted Living History»-Produktion aufgezogen: Während fünf professionelle Schauspieler das Drehbuch mit einer groben Rahmenhandlung kennen, wurden aus dem Publikum 17 sogenannte Laien-Darsteller gecastet. Alle reisten gemeinsam zurück ins Jahr 1914 und arbeiteten und lebten im Umfeld einer Spinnerei im Zürcher Tösstal. «Es war ein spannendes Chaos, das sich durch eine super Teamarbeit immer wieder in filmische Bahnen leiten liess», sagt Anikó Donáth zu SI online. «Die Dreharbeiten beruhten auf Improvisation, der Regisseur wechselte oft und plötzlich hatte ein Kameramann oder eine Journalistin das Zepter in der Hand.» Das Resultat des TV-Experiments: «ein Riesenspass».

Aniko Donath in Anno 1914 SRF-Sommerproduktion 2014
© ZVG

Spass bei den Dreharbeiten in Bauma: Werner Biermeier und Anikó Donáth.

Von einer Zeitmaschine ins echte 1914 geschickt zu werden, das kann sich Donáth dann aber doch nicht vorstellen. «Die gute alte Zeit war schön, aber vor allem auf Bildern. Die Realität war hart», weiss sie jetzt. Und: «Das wäre mir wohl ein bisschen langweilig.» Ausserdem modisch zu unbequem. Am meisten hatte sie nämlich mit ihrem Korsett zu kämpfen. «Das war saueng, beim Sitzen blieb mir die Luft weg», klagt Donáth. Allein das Anziehen habe 15 bis 25 Minuten gedauert, das Ausziehen - «je nach Verzweiflung» - um die fünf Minuten. «Das war unübertrieben der Horror für mich», sagt sie. «Ich fühlte mich konstant ein bisschen krank.»

«Anno 1914 - die Fabrik»: Bis 22. August, täglich um 19.05 Uhr auf SRF 1.

Anno 1914 SRF-Sommerproduktion Fabrikantenfamilie Tösstal
© SRF/Christian Lanz

Die Fabrikantenfamilie Thaler 1914. V.l.: Anikó Donáth, Werner Biermeier, Mirjam Schnedl, Juri Elmer und Pia Kammermann.

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