«Arena/Reporter»: So war die erste Sendung Christa Rigozzi könnte noch viel mehr leisten!

Christa Rigozzi hat am Sonntagabend die erste Ausgabe der neuen SRF-Sendung «Arena/Reporter» moderiert. Die Tessinerin überzeugt! Doch ihre neue Rolle ist viel zu klein für sie: Wir wünschen uns eine eigene Politsendung für Christa Rigozzi!
Christa Rigozzi SRF Arena Reporter
© SRF

Der Aufschrei war gross, als SRF bekannt gab, dass Christa Rigozzi, 34, zusammen mit Stammmoderator Jonas Projer das neue Format «Arena/Reporter» am Sonntag Abend moderieren wird. Die ehemalige Miss Schweiz sei nicht genügend qualifiziert und stehe nicht für politischen Journalismus, hiess es. Ebenso wurden ihre zahlreichen Werbeverträge als problematisch angesehen: Rigozzi wirbt für vieles - von Kleinkrediten bis Schöggeli. Entsprechend gespannt durfte man auf ihr Debüt in diesem Format sein.

Nichts Neues

Freundlich und bestimmt schaut Christa Rigozzi zu Beginn in die Kamera, doch leider gehen ihre Begrüssungsworte im Eröffnungsapplaus unter. Es ist der erste Moment, in dem einem die neue Moderatorin etwas leid tun könnte. Es folgt eine kurze Co-Moderation, in dem die Gäste vorgestellt und der Ablauf der Sendung erklärt wird. Die Ex-Miss-Schweiz ist die Stimme der Zuschauer zu Hause: Via Social Media und Telefonanrufen kann sich das Publikum an Rigozzi wenden und diese wird die Inputs in die Sendung hineintragen. Alles klar, eigentlich nichts Neues.

Rigozzi braucht mehr Platz

Nachdem der etwa zwanzigminütige «Reporter»-Film «Kast und die Kesb» gezeigt wurde, wird im Studio sofort heftig und emotional diskutiert. Die hitzige Diskussion über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) wird von Moderator Jonas Projer immer wieder mit dem gleichen Satz unterbrochen: «Christa Rigozzi, was sagen die Zuschauer zu Hause.» Darauf liest Christa Rigozzi einige Tweets vor oder nimmt Telefonanrufe ins Studio entgegen. Nervös ist sie nicht, sie wirkt präsent, freundlich und nahbar für das Publikum. Man merkt sofort: Hier ist ein Moderations-Profi, der bereits seit vielen Jahren erfolgreich in diesem Job arbeitet. Das lässt sie immer dann aufblitzen, wenn sie aus den Tweets pointierte Fragen in Richtung der Politiker formuliert. Christa Rigozzi macht das sehr gut, von ungenügenden Qualifikationen ist nichts zu merken. Im Gegenteil: Sie könnte noch viel mehr zur Sendung beitragen, als bloss Tweets vorzulesen. Sie wirkt gefangen in einer zu kleinen Rolle. Rigozzi könnte eigene Beiträge vorbereiten und den Sendungsverlauf aus dem etwas repetitiven Muster aus Publikumsinput und Reaktion der Politiker befreien.

Nur Glamour?

Die Möglichkeit, dass die Zuschauer in einer Sendung mitdiskutieren können, ist nicht neu. Auch die «Arena» pflegte dieses Konzept bereits, indem Zuschauer im Studio Fragen an die Politiker stellen konnten oder der Moderator die Tweets zur Sendung einfach und unkompliziert vorlas. Braucht es dazu eine Christa Rigozzi? Nein, braucht es nicht. Und damit kommen wir zum Kern: Man wird den Eindruck nicht los, dass sich die «Arena» durch das Engagement eines bekannten und beliebten Gesichts einfach eine grosse Portion Glamour beschaffen wollte. Christa Rigozzi wünscht man ein politisches Format, in dem sie ihre Klasse voll zeigen kann. Vielleicht etwas für die Zukunft.

SRF strahlt «Arena/Reporter» bis Ende 2017 noch zweimal an einem Sonntagabend aus, in der Folge sind vier Ausgaben pro Jahr geplant.

Auch interessant