Stanislas Wawrinka So gratulierte ihm Federer zum Sieg

Auch wenn Stanislas Wawrinka ihn auf der Weltrangliste abgehängt hat: Roger Federer ist und bleibt sein enger Freund und Supporter. Er war einer der wenigen, der mit dem neuen Schweizer Tennis-König kurz nach dem Sieg an den Australian Open telefonierte.
Roger Federer und Stanislas Wawrinka Olympia Peking 2008
© Dukas

Roger Federer und Stanislas Wawrinka sind seit Jahren gut befreundet - auf und neben dem Tennisplatz. An den Olympischen Spielen 2008 in Peking gewannen sie Gold im Doppel.

Die Schweiz hat einen neuen Tennis-Champion. Stanislas Wawrinka, 28, hat am Sonntag die Australian Open 2014 gewonnen - und damit den Thron von Melbourne erklommen. Klar, musste das zünftig gefeiert werden. «Die Chance ist ziemlich gross, dass ich mich heute betrinken werde», kündigte der Romand schon kurz nach seinem bisher grössten Triumph an. Und er hielt Wort. Gerade mal drei Stunden habe er geschlafen, verriet er am Montag den Presseleuten. Dementsprechend müde sah er aus, als er am Yarra River von Melbourne mit seinem frisch gewonnen Pokal für die Fotografen posierte.

Der Sieg in Australien bringt Stan nicht nur eine neue Trophäe in seine Stube und Millionen auf sein Konto. Er ist in der Weltrangliste auch gleich ein paar Plätze weiter nach oben gerutscht. Stan ist jetzt die Nummer 3 - erstmals vor Roger Federer, 32, der inzwischen auf Nummer 8 zurückgefallen ist. Im Jahres-Ranking nimmt «Stan the Man» sogar den ersten Rang ein.

Es muss bitter für die einstige Weltnummer 1 sein, erstmals hinter einem Landsmann anstehen zu müssen. Lange war Federer der unangefochtene King des Schweizer Tennis, spätestens jetzt muss er ein grosses Stück des Kuchens abgeben. Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass er deshalb bislang öffentlich zum Erfolg seines Kontrahenten schwieg. Während Stanislas von internationalen Sportgrössen wie Sabine Lisicki, Nino Niederreiter oder Manuel Neuer auf Twitter abgefeiert wird, blieb Federers Account in den vergangenen Tagen unangetastet. Sein letzter Eintrag: «Stan the Man hat sich das wirklich verdient» - getwittert am 21. Januar, nach Wawrinkas Einzug in den Halbfinal.

Doch der Schein trügt: Federer war gar einer der ersten Gratulanten. Er hat Wawrinka gleich nach dessen Triumph angerufen und war einer der wenigen, die mit dem Champion kurz reden durfte: «Ich habe noch nicht mit vielen Menschen gesprochen, aber meine Frau, meine Tochter, meine Schwester und Roger haben mich angerufen», verriet Wawrinka. Und fügte an: «Ich weiss, dass er wirklich, wirklich glücklich ist für mich.» Er habe immer das Beste für ihn gewollt. Und sei ein guter Freund. «Roger wollte ihn in der Garderobe unbedingt am Telefon sprechen», führte Severin Lüthi, Co-Trainer von Federer und Berater von Wawrinka, im «Blick» aus. «Er ist so happy für Stan.»

Die ganze Schweiz ist happy für Stan. Das wird der neue Tennis-König spätestens am Dienstag selbst zu spüren bekommen. Um etwa 13 Uhr wird er auf dem Flughafen in Genf ankommen. Und unzählige Presseleute und jubelnde Fans dürften «Stan the Man» dort in Empfang nehmen. Viel Zeit bleibt ihm in seiner Heimat und bei seiner Familie jedoch nicht. Schon am Donnerstag steht seine nächste Reise an: Von Freitag bis Sonntag vertritt Wawrinka die Schweiz in der Erstrunden-Partie im Davis Cup gegen Serbien.

Alles über Stanislas Wawrinka finden Sie im grossen SI-online-Dossier.

Auch interessant