Gülsha, Linda Fäh, Nemo und viele mehr 33 Stars kämpfen mit Humor gegen «No Billag»

Rund einen Monat vor der Abstimmung über die No-Billag-Initiative machen sich 33 Persönlichkeiten aus Showbusiness, Kultur, Sport und Politik mit einem humorvollen Video stark für ein Nein. SI online hat mit den Protagonisten Gülsha Adilji, Marc Sway und weiteren Involvierten über das Projekt gesprochen.
Birgit Steinegger
© Martin Lustenberger/B&B Endemol Shine

33 Stars kämpfen gegen «No Billag». Unter ihnen ist auch Schauspiellegende Birgit Steinegger.

Am 4. März 2018 stimmt das Schweizer Volk über die Abschaffung der Billag-Gebühren ab. «Weg mit den Zwangsabgaben», sagen die einen. «Für eine unabhängige Berichterstattung», meinen die anderen. Der Abstimmungskampf wird hart und emotional geführt. Auch viele Stars aus der Schweiz haben sich schon in die aufgeheizte Debatte eingebracht. Doch so cool wie Moderatorin und Autorin Gülsha Adilji, 32, Schauspielerin Birgit Steinegger, 69, Ex-Miss Linda Fäh, 30, Alt Bundesrat Moritz Leuenberger, 71, und 29 weitere Persönlichkeiten aus der Öffentlichkeit hat sich bisher noch niemand eingemischt. Ihre beste Waffe: Humor!

Alles an einem Tag gedreht

Das sieht auch eine der Hauptdarstellerinnen so: «Ich fand es eine grandios lustige und schlaue Idee», meint Gülsha Adilji. «Ich wurde per WhatsApp angefragt, dann wurde kurz telefoniert und zack da zapfte ich Bier für Martin Rapold.» Der 44-jährige Schauspieler, bekannt zum Beispiel aus «Tatort» oder «Schellen-Ursli», war einer der wenigen Profis vor der Kamera und spielte einen nörgelnden SRG-Gegner. «Martin Rapold ist unglaublich charmant und witzig. Es war ein Genuss, einem Profi bei der Arbeit zuzusehen», schwärmt Laienschauspielerin Gülsha über ihren Kollegen. Der Spot wurde am vergangenen Sonntag gedreht.

No Billag
© Martin Lustenberger/B&B Endemol Shine

Aufwändige Produktion: Gülsha Adilji und Martin Rapold umgeben von Crew und Material.

Keine Gagen für die Stars

«Es ist eine Meisterleistung, so viele Menschen zusammenzubringen und in einem Drehtag so etwas Tolles hinzubringen», sagt Musiker Marc Sway, 38, ganz begeistert. Rückblickend meint er: «Alle waren sehr konzentriert und niemand wollte derjenige sein, der seinen Part verhaut.» Für das gemeinsame Anliegen haben sich alle hinter und vor der Kamera entschieden ohne Gage zu arbeiten.

Moritz Leuenberger Franz Hohler Birgit Steinegger
© Martin Lustenberger/B&B Endemol Shine

Gute Stimmung bei Moritz Leuenberger, Birgit Steinegger und Franz Hohler.

Alle Beteiligten hätten 34 Karmapunkte und ein Sandwich bekommen, witzelt Gülsha. Die Stimmung auf dem Set war denn auch sehr entspannt. «Wenn man mit Regisseur Chris Niemeyer zusammenarbeitet, kann man sich gar nicht unwohl fühlen», sagt Gülsha und erlaubte sich zwischen den Takes sogar einen Scherz mit einem Schlagerstar: «Ich habe mich auf Francine Jordis Handy verewigt. Während sie gedreht hat, lag ihr Handy unbeaufsichtigt vor mir, jetzt hat sie ein paar grandiose Selfies von mir auf ihrem Smartphone.»

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© Martin Lustenberger/B&B Endemol Shine

Sängerin Linda Fäh, Moderator Jontsch, Rapper Nemo und Schlager-Star Francine Jordi bei ihrer gemeinsamen Szene.

Für viele Künstler stellt die SRG eine wichtige Plattform und Förderin dar. «Viele Kunst in der Schweiz gäbe es nicht, ohne die SRG», stellt Marc Sway klar. Doch der Zürcher Soul-Sänger sieht nocht einen wichtigeren Grund, sich gegen die Initiative zu engagieren: «Wenn es darum geht die Wahrheit spannender zu verkaufen, um mehr Zuschauer zu bekommen, dann ist eine objektive Berichterstattung nicht mehr möglich. Diese ist uns Schweizern das höchste Gut!»

Baschi
© Martin Lustenberger/B&B Endemol Shine

Auch Sänger Baschi nimmt sich Zeit für das gemeinsame Anliegen vor der Kamera zu stehen.

Nicht nur die SRG ist betroffen

Hinter der Hommage an einen alten BBC-Spot mit Monty-Phyton-Übervater John Cleese stehen die beiden Produktionsfirmen «Plan B Film» und «B&B Endemol Shine». «Das Thema ist ernst und betrifft uns als Fernsehproduktionsfirma», stellt Alexander Wenger, 31, von «B&B Endemol Shine» fest. Seine Arbeitgeberin produziert für SRF regelmässig Sendungen wie «Üse Buurehof», «Songmates» oder verschiedene Quiz-Formate. Der Zürcher war mitverantwortlich für den Dreh und schaut zufrieden zurück: «Alle kamen pünktlich und niemand war kompliziert. Manchmal hat jemand einen Satz vergessen, dann haben alle gelacht.»

Alexander Wenger
© Martin Lustenberger/B&B Endemol Shine

Alexander Wenger, mitverantwortlich für den Dreh, gönnt sich eine Pause.

Inspiration holten sich Regisseur Chris Niemeyer und seine Crew bei diesem BBC-Spot von 1985:

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