Das persönliche Interview mit Stefan Gubser «Finger weg von meinen Gadgets!»

Am Sonntag jagt «Tatort»-Ermittler Stefan Gubser in Luzern wieder Verbrecher. Privat macht er lieber Kleinholz auf dem Spaltstock seines Rustico-Nachbarn im Tessin und denkt darüber nach, ob er den Mut hätte, Gift zu trinken, um freiwillig aus dem Leben zu scheiden.
Stafan Gubser
© Gaetan Bally/Keystone angeben

Schauspieler Stefan Gubser hat einen Organspendeausweis und interessiert sich für die Zero-Waste-Bewegung.

Stefan Gubser, was für ein Hintergrundbild hat Ihr iPad?
Einen Kaktus – Finger weg von meinen Gadgets!

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ich bin happy, wie ich wohne – am Fusse des Pfannenstiels. Wasser ist für mich ganz wichtig. Ich wollte nie irgendwo wohnen, wo es kein Wasser hat, wobei es keine Rolle spielt, obs ein See oder Fluss oder das Meer ist. Hauptsache, ich komme zu Fuss hin.

Meine Work-Life-Balance ist jetzt perfekt. Das war nicht immer so.

Wie hätte Ihr Name als Mädchen gelautet?
Ich habe meine Eltern nie gefragt, aber Stefanie hätte mir gefallen.

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Meine Work-Life-Balance ist jetzt perfekt. Das war nicht immer so.

Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt? 
«Es ist doch nur zu deinem Besten.» In der Nachschau muss ich sagen: Sie hatte recht – meistens!

Da und dort zwickt schon mal was.

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt? 
Das war mit meinem Göttibub Niklas. Wir haben zusammen einen Pfeil und Bogen für ihn gebaut.

Wo am Körper tuts Ihnen weh? 
Wo bitte tuts nicht weh? Im Ernst: Da und dort zwickt schon mal was, aber ich habe keine Gebrechen und bin ganz happy. 

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Ich esse meinen Teller leider immer leer. Schon in der Kindheit galt zu Hause, was auf dem Teller ist, wird aufgegessen. Allerdings haben sich im Laufe der letzten 30 Jahre bei mir die Portionen halbiert.

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ja, ich kam vor fünf oder sechs Jahren darauf und erachte es heute als selbstverständlich. 

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Frank Zappa – «Catholic Girls».  

Stefan Gubser über Auszeit Burnout Mallorca Tatort
© Remo Nägeli
Stefan Gubser, 60, liebt Wasser und das Segeln (hier mit Ehefrau Brigitte vor Mallorca).

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Vorstellen ja, wobei ich mir nicht im Klaren bin, ob ich den Mut hätte, das Gift selbst zu trinken.  

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben? 
Astronaut zu werden. 

Was haben Sie Ihrer Tochter Stefanie mit auf den Weg gegeben?
Ihre Verlässlichkeit – die hat sie mit von mir. 

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu erschaffen: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie erschaffen?
Die Gelassenheit von Mahatma Gandhi würde mir genügen. 

Welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Pink Floyd. Die hörte ich in einer wichtigen Phase meines Lebens. Sie begleitete mich ins Erwachsenenleben.

Wir waren vier Jahre alt, als wir abmachten zu heiraten.

Was wird man in 100 Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Verurteilen wird man uns wohl für Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung und Vergeudung von Ressourcen. Und loben? Ich hoffe, dass es bis dahin mehr Demokratie auf der Welt gibt.

Welche Pille gehört erfunden?
Eine gegen dumpfe Selbstüberschätzung und Machthunger. 

Ihr Spitzname als Kind?
Stevie. 

sendungsportraet_Stefan Gubser
© SRF / Daniel Winkler
Er und Kollegin Delia Mayer sind seit 2012 das Luzerner «Tatort»-Ermittlerteam.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Ich weiss, wie es mit 14 aussah: orangefarbener Spannteppich, farbige Tapete, die ich mir selbst aussuchen durfte, und die Wände zugekleistert mit Postern von The Who und Deep Purple.

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Würde es Anthony Hopkins übernehmen, wäre ich mächtig stolz. 

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Diese Zero-Waste-Bewegung, wo man in Läden einkauft, ohne Verpackungsmaterial zu gebrauchen, ist interessant. Ich sehe es als Herausforderung, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren.

Bei wie viel Franken pro Liter Benzin wäre für Sie die Schmerzgrenze erreicht?
Ich hoffe ja, dass in naher Zukunft gar keine Rede mehr von Benzin sein wird. Von daher bin ich diesbezüglich relativ schmerzfrei.

Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben? 
Als ich 30 war, schiss mich ein älterer Kollege zusammen, weil ich bezüglich Altersvorsorge meinte, nichts unternehmen zu müssen. Als er mir dann Schauspieler aufzählte, die im Alter zu Sozialfällen geworden waren, fuhr mir das so ein, dass ich mich sofort in einer Pensionskasse anmeldete. Das war damals noch freiwillig.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz? 
Sybille ging mit mir in den Kindergarten und wohnte in Bregenz in meiner Nachbarschaft. Wir waren vier Jahre alt, als wir abmachten zu heiraten. Wobei ich zur Bedingung machte, sie nur zur Frau zu nehmen, wenn sie gut kochen könne. 

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut? 
Den Spaltstock von meinem Rustico-Nachbarn im Tessin. Darauf kann ich super gut Holz hacken.

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