«Das persönliche Interview» mit Stefanie Heinzmann «Er ist der schönste Mann auf dem Planeten»

Die Walliser Sängerin Stefanie Heinzmann gibts jetzt im Kino - als Stimme in einem tierischen Animationsfilm. Doch ihren Traum, Tierärztin zu werden, hat sie längst aufgegeben. Ihre Tattoos zählt sie nicht mehr. Und: Hier sagt sie ihrem Schulschatz: «Sorry!»
Stefanie Heinzmann ohne Freund Grippetipps
© David Biedert

Sängerin Stefanie Heinzmann gewann 2008 in Stefan Raabs Castingshow. Seither räumte sie unzählige Preise, darunter drei Swiss Music Awards, ab. 

«Schweizer Illustrierte»: Was war die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Stefanie Heinzmann: Bei Stefan Raabs Castingshow mitzumachen, wobei das nicht einmal meine Idee gewesen ist - aber ich war so offen, auf andere zu hören.

Und Ihre dümmste Idee?
Gibts keine, weil ichs schaffe, sogar dumme Ideen als gut zu «verkaufen».

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Ich habe zwei Natels. Auf einem ist meine beste Freundin Sara mit ihren beiden Töchtern zu sehen - und auf dem anderen meine Band.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ich hätte so gern Berge und Meer zusammen. So wie in Neuseeland.

Welches Gemüse gehört verboten?
Diese gruusigen grünen runden Dinger - Rosenkohl, wäääh!

Und was für eine Frucht wären Sie?
Eine Erdbeere - das stelle ich mir noch lustig vor.

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Hmmm, im Moment ist es schon ein bisschen viel, aber das tangiert mein Glück eigentlich nicht. Ich bin höchstens ein bisschen müde. Aber ich weiss, dass es besser wird, und zwar bald - im August mache ich eine Woche Ferien in einer Alphütte. Da ist mein Glückslevel dann auf hunderttausend, quasi.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Nein, das finde ich Blödsinn. Es hat ja niemand nur deshalb weniger Hunger, weil ich meinen Teller nicht leer esse. Ich bestelle lieber immer kleine Portionen. Und essen, bis mir schlecht wird, das hilft niemandem.

Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
Pass auf dich auf!

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt?
Ich bastle recht viel. Zuletzt ein Portemonnaie aus einem Tetrapack, das ich einer Freundin aus Deutschland schenkte.

Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Momentan habe ich Halsweh.

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ja, sowohl auf meinem Natel als auch im Geldsack. Ich finde, wenn ich tot bin, soll man aus mir nehmen, was man gebrauchen kann.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Das kommt drauf an, wann ich sterbe. Jetzt grad hätte ich gern klassische Musik - von Chopin.

Über welche Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Ich beende Konzerte immer mit den Worten «Seid lieb zueinander!» Es wäre schön, wenn sich die Leute daran erinnern würden.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Tierärztin zu werden.

Was würden Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben wollen?
Ein optimistischer Realist zu sein.

Welches Buch hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Im Moment ist es «Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen» von Bronnie Ware. Ein ganz tolles Buch.

Welche Pille gehört erfunden?
Eine natürliche gegen schwere Krankheiten wie Krebs und Aids.

Ihr Spitzname als Kind?
Stiefelte - weil ich mich zur falschen Zeit am falschen Ort angesprochen fühlte. Er ist mir bis heute geblieben.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Das weiss ich noch genau, weil es das so noch gibt - da wohnt jetzt unsere Katze drin. Ich hatte es mit meiner besten Freundin gestrichen, zwei Wände orange, eine rot und eine gelb. Und alles andere war auch in diesen Farben - Lichterketten, Bettwäsche, Buddhas und Räucherstäbchen.

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Mein Leben braucht man nicht zu verfilmen.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend ändern?
Ich fliege beruflich sehr viel, was nicht sehr ökologisch ist, mir aber vieles erleichtert. Wann immer möglich, versuche ich den Zug zu nehmen.

Bei wie viel Franken pro Liter Benzin wäre für Sie die Schmerzgrenze erreicht?
Die ist längst überschritten.

Wie viele Tattoos haben Sie?
Ich schätze mal über 20, ich zähle sie nicht. Das neuste ist eine Sanduhr auf dem linken Innenarm.

Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Alles isch güet.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Mehr an die erste hoffnungslose Liebe: Ich war 13 und unsterblich verknallt, aber er wollte mich einfach nicht. Wobei ich sagen muss, dass ich in dem Alter nicht cool gewesen bin. Dafür möchte ich mich hier entschuldigen. Ich begegnete ihm kürzlich wieder und bin nach wie vor überzeugt, er ist der schönste Mann auf dem Planeten.

Im Dossier: Alle persönlichen Interviews

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