Über Notausgang-Sitze, Outfit-Planung & Krokodile Der indiskrete Travel-Talk mit Steffi Buchli

Wegen ihrer Haare wurde Steffi Buchli in den Ferien schon mal mit der Sängerin der Cranberries verwechselt. Sie liess die Hotelangestellten im Glauben. Und sang öfter «Zombie» vor sich hin.
Steffi Buchli SRF-Moderatorin Sport
© SRF/Lukas Mäder

Verliebt in Los Angeles: SRF-Sportmoderatorin Steffi Buchli im Travel-Talk.

Sie ist der Farbtupfer beim Schweizer Fernsehen: Sportmoderatorin Steffi Buchli, 36. Die Zürcherin ist beruflich oft für ihr Schwerpunktthema Eishockey im Einsatz. Privat bevorzugen sie und ihr Mann Florian Kohler, 40, - das Paar erwartet sein erstes Kind - wärmere Gebiete.

SI Travel: Steffi Buchli, woher stammt Ihr letzter Pass-Stempel?
Steffi Buchli: Aus den USA. Los Angeles hat es mir angetan. Vergangenen Oktober reiste ich mit meinem Mann einmal mehr dorthin.

Was fasziniert Sie an der Stadt?
2011 verbrachte ich dort eine zweimonatige Auszeit. So etwas hab ich mir vorher noch nie gegönnt. Ich wohnte in Venice, stand am Morgen auf, holte einen Kaffee und lief ans Meer. Einfach in den Tag hineinzuleben, war fantastisch. Die Leute in L.A. haben zudem diese Alles-ist-möglich-Grundhaltung, das gefällt mir.

Zum Beispiel?
Würde ich jemandem erzählen: «Ich will Prinzessin von irgendwo werden», antwortet dieser: «Ah, cool! Ich glaube, du bist der Typ dazu.» Die Menschen setzen ihren Visionen keine Grenzen.

Wie reisen Sie in die Ferien?
Oft im Flieger. In der Schweiz bin ich meist mit dem Auto unterwegs. Neulich war ich in Südfrankreich, das war von der Distanz her an der Grenze. Mit meiner Familie sind wir früher immer mit dem Auto verreist, daran habe ich viele Erinnerungen.

Wie liefen denn die Autofahrten bei Familie Buchli ab?
Mit Stolz kann ich verkünden, dass mein Vater das GPS erfunden hat (lacht). Er brachte vor den Ferien zwei Kassenrollen nach Hause. Darauf haben wir alle Zwischenstationen und Abzweigungen - zum Beispiel nach Alicante - fein säuberlich notiert. Eine Gänggeliarbeit! Auf der Fahrt wurde die Rolle dann Abzweigung für Abzweigung abgerollt. Meine Schwester und ich sassen zudem immer inmitten von Gepäck. So ohne Klimaanlage war das wahnsinnig heiss.

Und wo sitzen Sie im Flieger?
Ich kämpfe wie eine Löwin für einen Sitz beim Notausgang. Und das aus rein egoistischen Gründen, denn sonst ist die Stimmung meines Mannes schon vor den Ferien im Keller. Er ist 1.92 Meter gross und braucht Platz.

Ihr unübertroffenes Reise-Ferienoutfit?
Ein Röckli, das vorne bis zu den Knien reicht und hinten lang wie ein kleines Fähnli ist. Dazu schwarze Leggings und Turnschuhe. Perfekt, da ich auf Reisen immer Stützstrümpfe anziehe.

Was haben Sie im Handgepäck?
Kopfhörer, Schal, Buch, Reiseführer und noch Heftli von zu Hause, die ich dann im Flieger lasse, wenn ich sie gelesen habe.

Was lesen Sie?
«Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert» von Joël Dicker und «Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und starb».

...Sie meinen verschwand - nicht starb.
Ou ja, hoppla. Meins wäre ein sehr kurzes Buch! (Lacht.)

Reisen Sie beruflich und privat gleich komfortabel?
Ja. Die Chancen auf einen Businessflug stehen geschäftlich meist gleich schlecht, wie wenn ich privat reise.

Wann packen Sie die Koffer?
Wenn ich am Dienstagmorgen gehe, muss am Montag alles fertig sein. Meistens lege ich eine Nachtschicht ein, damit das Päckli schön geschnürt ist. Ich mag keine Hektik.

Haben Sie eine Methode?
Privat nicht, da hab ich stets zu viel dabei. Wenn ich geschäftlich reise, mache ichs anders. Ich stelle fixfertige Outfits zusammen. Meist fotografiere ich diese gar noch. Richtig pingelig! Für die Fussball-WM in Brasilien hatte ich 16 Bilder, ein Outfit für jeden Sendetag.

Was darf ja nicht vergessen gehen?
Hm, wohl die Wimperntusche. Ist das jetzt tussig? Und ohne meine Brille wäre ich aufgeschmissen.

Fünf-Sterne- oder Boutique-Hotel?
Es muss entweder charmant und familiär sein oder über ein spezielles Design verfügen. Um spezielle Unterkünfte zu finden, scheue ich keinen Aufwand.

No-Gos im Zimmer?
Hochflor-Teppiche und gemusterte Vorhänge. Sie wissen welche, diese hässlichen...

Wie buchen Sie Ihre Ferien?
Früher machte ich alles selber und habe Stunden mit der Internetrecherche verbraten. Vor drei Jahren habe ich eine Reisebüro-Frau entdeckt. Sie ist eine Perle sondergleichen. Je länger, je mehr weiss sie, was mir gefällt. Das vereinfacht einiges.

Ihr erster Ferien-Flirt?
Korsika, anno 1991. Wir hatten eine Wohnung im Haus einer korsischen Familie gemietet. Meine Schwester und ich verliebten uns je in einen Sohn. Mehr als reden lief zwar nicht, aber ich weiss noch genau, wie wir auf der Heimfahrt hinten im Auto geflennt haben. Den Liebeskummer liessen wir aber mit der Fährenfahrt hinter uns.

Ihre erste Reise ohne Eltern?
Als 17-Jährige gings mit meinem damaligen Freund nach Lanzarote.

Ihr Sonnenschutz-Faktor?
Immer 50. Ich bin ein Bleichgesicht und werde nur ein bitzeli braun. Früher hatte man ja nur eine Sonnencreme mit Schutzfaktor 4. Meine Schwester und ich schmierten uns gar noch mit Melkfett ein. Aber mit dem Alter wird man vernünftiger. Ich finde nichts peinlicher, als einen Sonnenbrand zu haben.

Ihre Nagellack-Farbe?
Meistens sind Ferien auch Erholung für meine Nägel. Dann verzichte ich auf Farbe und benutze nur Schutzlack.

Gefärbte kurze Haare - gehen Sie im Ausland auch zum Coiffeur?
Ja, manchmal. Das finde ich noch lustig, weil es immer ein bisschen High Risk ist. Wobei ich nicht einfach in irgendein Geschäft hereinspaziere. Ich ergoogle mir aufwendig einen guten Salon.

Was gehört zu Ihren Ferien?
Offline-Zeiten. Nicht ständig auf den sozialen Medien aktiv zu sein, ist für mich Teil des Erholungseffektes. Drei Viertel der Ferien poste ich nichts. Erst gegen Ende tauche ich langsam wieder auf.

Nehmen Sie Sportgeräte mit?
Seit ein paar Jahren ist die Yogamatte immer dabei. Für den Strand zudem die Taucherbrille und ein Beachball-Set.

Haben Sie schon kulinarische Reisen gewagt?
Ich bin Vegetarierin, und da fallen viele exotische Experimente weg. Auf Märkten schaue ich jeweils mit einer Mischung aus Abscheu und Bewunderung all die Fische an. Ich habe also noch nie Krokodilfleisch gegessen, aber ich habe schon ein Krokodil gestreichelt. Das ist noch lustig.

Bestimmen Sie oder Ihr Mann das Ferienprogramm?
Zusammen. Wir gehen generell lieber an die Wärme und kombinieren Erholung und Kultur. Der Klassiker war unsere Tansania-Reise. Zuerst ein bisschen Tierli luege, dann nach Sansibar in die Stadt Stone Town und zum Schluss ein wenig sein im Strandhotel.

Werden Sie im Ausland angesprochen?
Je abgelegener die Region, desto geringer die Chance. In Langkawi, Malaysia, dachte einmal das ganze Hotel zwei Wochen lang, ich sei die Sängerin der Cranberries. Die hatte damals auch kurze blonde Haare. Zuerst habe ich mich gewehrt, danach liess ich sie im Glauben und sang öfter «Zombie» vor mich hin.

Was haben Sie in der Reise-Apotheke?
Klassiker wie Immodium, Breitbandantibiotikum, die sterilen Pflaster, so Desinfizierungs-Dingsbums und Hustenzeugs. Als Vegetarierin fülle ich mir auch stets ein Dösli mit Eisen- und Vitamintabletten ab.

Ihr grösster Reise-Schreck?
Ich habe Angst vor Vögeln, davor, dass sie in mich hineinfliegen. Vor Jahren war ich mit meiner Schwester in Ägypten, und da flogen sie im Frühstückssaal umher. Ich konnte eine Woche lang nicht frühstücken.

Zurück daheim. Wann werden die Koffer ausgepackt?
Möglichst subito. Aber die Reise-Apotheke liegt meist noch ein paar Tage rum.

SI Travel erscheint als Beilage der «Schweizer Illustrierten» (Nr. 34 vom 21. August 2015).

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