Die SRF-Moderatorin ist als Mutter nicht perfekt Susanne Kunz: «Ich habe keine Pflaster in der Handtasche»

Im Rahmen eines Buchprojektes redet Susanne Kunz Tacheles über ihr Leben als Mutter. Die «1 gegen 100»-Moderatorin verrät, was für eine Mutter sie ist, in welchen Momenten sie die Nerven verliert und warum sie auf dem Spielplatz nur einen Apfel dabei hat.
Susanne Kunz Porträt von SRF
© SRF/Miriam Künzli

Susanne Kunz moderiert seit zehn Jahren die SRF-Quizshow «1 gegen 100». Privat ist sie mit einem Franzosen verheiratet und hat zwei Kinder.

Gemeinsam mit neun anderen berühmten Mamas hat Susanne Kunz, 40, eine Hommage an «perfekt unperfekte Mütter» verfasst. Seit dieser Woche kann man das Buch «Mama kann nicht kochen - Liebeserklärungen an perfekt unperfekte Mütter» bestellen. In ihrem Kapitel gibt die «1 gegen 100»-Moderatorin unumwunden zu, dass sie selbst auch nicht alles richtig macht. «Ich kann ziemlich gut damit leben, eine unperfekte Mutter zu sein», schreibt die Bernerin.

Susanne Kunz lacht über ihre Kochpannen

Das Unperfektsein habe schon damit begonnen, dass sie ihre beiden Kinder nicht gestillt habe. In der Küche ist die Kabarettstin laut eigenen Aussagen alles andere als perfekt. Wenn sie die Kalbsschnitzel zu Schuhsohlen verbrät, lacht die SRF-Moderatorin darüber. Seine eigenen Mängel zu akzeptieren, müsse man erst lernen. «Es ist ein hartes Stück Arbeit, sich so zu akzeptieren, wie man ist», schreibt Kunz.

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Dass sie nicht perfekt ist, wird Kunz zum Beispiel bewusst, wenn sie mit ihrer Tochter auf dem Spielplatz ist. Sie bewundere manchmal, wie organisiert andere Mütter seien. Mit den verschiedenen Tupperware-Töpfchen und den geschnitzten Äpfeln und liebevoll zubereiteten Fruchtspiessen. Sie selbst hat meistens nur einen Apfel dabei, den sie vor Ort mit dem Taschenmesser zuschneidet. «Das mit den perfekten Picknicks tut man doch mehr für sich selbst, damit man sich als gute Mutter fühlt, als dass die Kinder es wirklich schätzen», behauptet die TV-Frau. 

«Ich bin die Mutter, die am wenigsten dabei hat»

Auch ein Notfallset sucht man bei ihr vergeblich. «Ich bin die Mutter, die immer am wenigsten dabei hat, die, die keine Arnikakügelchen oder Pflaster in der Handtasche mitführt.» Wenn sich eines ihrer Kinder das Knie aufschürft, ist das für die Moderatorin kein Drama: «Wir waschen das schnell mit Wasser ab und gut ists.»

In Sachen Kindererziehung orientiert sich Susanne Kunz an ihrer eigenen Mutter. Diese sei vom Typ her auch eher «unperfekt» gewesen, so die Moderatorin. «Sie ist sehr hemdsärmelig gewesen, hat immer pragmatische Lösungen gefunden. Das habe ich von ihr übernommen.»

Der Pragmatismus der Moderatorin zeigt sich auch daran, dass ihre Sprösslinge manchmal dreckig und ungekämmt sind. «Spätestens als Teenager wollen sie dann sowieso von sich aus sauber und gestylt sein. Aber jetzt will ich diese Kämpfe nicht führen, das ist mir zu oberflächlich, und sie rauben viel zu viel Energie.» 

Susanne Kunz SRF-Moderatorin von «1 gegen 100» Porträt von SRF
© SRF/Mirco Rederlechner

Susanne Kunz kennt den Spagat zwischen Familie und Beruf: Sie ist zweifache Mutter und Moderatorin der SRF-Quizshow «1 gegen 100».

Kunz' Kinder hatten ausgeprägte Trotzphasen

In ihrem Text gibt Susanne Kunz offen zu, auch mal am Anschlag zu sein: «Meine beiden Kinder haben einen starken Charakter. Sie hatten ausgeprägte Trotzphasen, während derer ich an meine Grenzen gestossen bin.» Dabei habe sie nicht immer gut reagiert, so die SRF-Moderatorin. Sowohl im Tram wie auch im Supermarkt habe sie ihren Nachwuchs schon gemassregelt.

In solchen Situationen habe sie öfters mal ein Kopfschütteln geerntet. «Das tut weh, man ist ja eben gerade total überfordert und braucht nicht noch ein Kopfschütteln und den Hinweis darauf, dass man gerade versagt hat.» Aufgrund ihrer Prominenz lastet ein Druck auf ihr, etwas repräsentieren zu müssen. Diese Erwartung will sie aber nicht erfüllen: «Ich bin genauso überfordert wie alle anderen Mütter. Ein ganz normaler Mensch.»

Sie sollen gute Menschen werden

Etwas vom Wichtigsten ist Susanne Kunz, ihre Kinder zu guten Menschen zu erziehen. «Kein Pardon kenne ich, wenn sich die Kinder respektlos verhalten. Dann wird das sofort besprochen und ihnen auch mitgeteilt, was geht und was nicht», bekräftigt sie.

Auch wenn sie glaubt, eine gute Mutter zu sein, gibt es Bereiche, wo sie sich verbessern möchte: «Manchmal würde ich mir wünschen, ich könnte mehr Ausflüge machen, mehr unternehmen mit den Kindern, ihnen mehr bieten.» Die Realität sieht anders aus: «Ich habe einen Haushalt, einen Job, eine Beziehung zu meinem Mann – ich bin nicht nur die Animatorin für die Kinder, die ein Bespassungsprogramm bietet.»

Am Ende ihres Buchkapitels zieht Susanne Kunz ein Resümée: «Das Gute am Unperfektsein ist der Platz, der dabei für die Kreativität frei wird. Die Familie ist weniger durchgetaktet, man ist freier und hat mehr Raum für die eigentliche Beziehung zu den Kindern. Unperfektsein gibt dem Leben mehr Farbe und Fröhlichkeit!»

Das Buch «Mama kann nicht kochen - Liebeserklärungen an perfekt unperfekte Mütter» gibt es überall im Buchhandel und es kann beim Arisverlag bestellt werden.

Buchcover «Mama kann nicht kochen - Liebeserklärungen an perfekt unperfekte Mütter» mitverfasst von Susanne Kunz
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