«Ich bin gespannt, wie meine Kinder reagieren werden» Komiker Sven Furrer als reitender Bösewicht

Für einmal schlüpft Sven Furrer in die Rolle des Bösen. Der Komiker spielt im Winnetou-Freilichtspiel den Banditen und Mörder Santer und ist bereits gespannt, wie seine Kinder auf seine Auftritt reagieren werden.
Sven Furrer Freilichtspiele in Engelberg Winnetou
© Remo Nägeli

An den Freilichtspielen Engelberg spielt Sven Furrer die Rolle des Santer, der Winnetous Schwester Nscho-tschi erschiesst.

Heute ist kein schöner Tag für Nscho-tschi, obwohl ihr Name ebendies bedeutet. «Wir proben zum ersten Mal das Sterben», sagt Alejandra Cardona, 34, die Winnetous Schwester spielt, zu SI online. Sven Furrer, 45, erschiesst als Santer die schöne Indianerin.

Der Edelmais-Komiker Furrer schlüpft an den Karl May Freilichtspielen Engelberg ab dem 15. Juli in die Figur des Bösewichts. «Ich bin wie die Jungfrau zum Kind zur Rolle gekommen», sagt er. «Und irgendwie schliesst sich für mich ein Kreis. Als Kind war ich ein richtiger Winnetou-Freak. Ich habe bei der Szene, in der er stirbt, geweint.» Zu Weihnachten wünschte sich Furrer sogar einst einen schwarzen Rossschweif.

Furrer im Anzug des Banditen 

Neben der erstmaligen Probe der Sterbeszene gibts noch eine weitere Premiere: Die Kostüme sind da. «Sie sind die Instrumente, um in die Figuren eintauchen zu können. Trage ich es, bin ich im Aggregatszustand des Bösen», sagt Furrer im Anzug des Banditen.

Während Furrers Verwandlung charakterisch gross ist, verändert sich seine Bühnen-Partnerin Cardonas vor allem optisch. «Mein Kostüm ist vor allem sehr warm und das Leder schwer», sagt die gebürtige Kolumbianerin. Während ihres Agronomie-Studiums absolvierte sie einst ein Praktikum beim indigenen Volk Uitoto im Amazonas. Fast zwei Jahre blieb sie dort und lebte mit ihnen. «Ich habe gelernt, wie wenig Materielles wir brauchen, und dass es auch ohne Elektrizität geht», so Cardona.

Sven Furrer Freilichtspiele Engelberg Winnetou
© Remo Nägeli

Sven Furrer und Alejandra Cardona mit Pferd Elly.

Reiten zu können war Voraussetzung

Die Karl-May-Bühne unterscheidet sich jedoch erheblich von Cardonas Erfahrung. Winnetou und die Apachen leben in der Wüste, die Uitoto im Regenwald. «Die indianischen Gruppen haben aber alle die gleiche Basis, gehen respektvoll miteinander und mit den Älteren um. Doch bei den Uitoto existieren keine Polizei, kein Gefängnis und keine Pferde.» Damit spielt die in Zürich wohnhafte Schauspielerin auf ein weiteres Ensemble-Mitglied der Freilichtspiele Engelberg an. Pferd Elly!

Eine Voraussetzung für die Rollenbesetzung von Nscho-tschi und Santer war, reiten zu können. Doch vor Reitszenen und Kampfchoreographie steht zuerst das Sterben auf dem Probeprogramm. «Mal schauen, wie Sven das macht», sagt Alejandra Cardona. Dieser freut sich über jeden Schritt, der zum finalen Stück führt.

«Für die Kinder wird es auf jeden Fall kurzweilig»

«Die Herausforderung wird sein, alle Ebenen zusammenzubringen: Text, Figur, Pferd, Gelände und all die vielen Menschen. Von Probe zu Probe kommt immer mehr dazu. Es wird immer grösser, eine Riesenkiste», ist Furrer überzeugt.

Der vierfache Vater ist auch gespannt, wie seine drei Söhne Janis, 14, Lias, 12, und Matis, 9, – Töchterchen Lilou, 3, ist noch zu klein – auf das Stück reagieren werden. Den Winnetou-Film haben sie sich bereits mit Papa angesehen. «Für sie wird es aber auf jeden Fall kurzweilig werden mit all den Pferden, Zweikämpfen und Schlägereien.»

 
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