Letzter SwissAward 13 Jahre Freude, rührende Worte und eine Panne

Am Samstag verleiht das Schweizer Fernsehen zum 14. und letzten Mal die SwissAwards. Grund genug zurückzublicken auf die vergangenen Live-Shows, auf die grossen und kleinen Gewinner und auf ein Fauxpas, der in Erinnerung bleibt.

ETWAS GESCHICHTE
Vom Oscar der Schweiz war damals die Rede, als 2003 die SwissAwards zum ersten Mal vergeben wurden. Die Sause gilt als grösste Live-Show der Schweiz, die das Schweizer Fernsehen von Anfang an übertragen hat. Verliehen wurden die Trophäen an Schweizerinnen und Schweizer, die durch Innovation, Kreativität, Mut oder Eigenwilligkeit auf sich aufmerksam gemacht haben. Neben den SwissAwards wird unter allen Nominierten auch der Schweizer des Jahres respektive die Schweizerin des Jahres gesucht - gewählt werden dürfen auch die Gewinner der Sports Awards. Qual der Wahl hat bei letztgenannter Abstimmung das Fernsehpublikum.

2006 gab es auch erstmals einen Lifetime-Award, der - mit Ausnahme von 2007 - fortan jedes Jahr überreicht wurde. Damit werden Persönlichkeiten für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Letztes Jahr war es Udo Jürgens, †80, der knapp drei Wochen vor der Show plötzlich verstorben war. Für ihn nahm darum sein langjähriger Manager Freddy Burger den Preis entgegen - mit einer emotionalen Dankesrede:


ÄLGGI-ALP
Auf der Älggi-Alp im Kanton Obwalden liegt der geografische Mittelpunkt der Schweiz - und ein für die Schweizer und Schweizerinnen des Jahres bedeutender Stein. Jeder Preisträger ist darin mit seinem Namen verewigt. Beat Richner war der erste, es folgten: Tennis-Ass Roger Federer, Entwicklungshelferin Lotti Latrous, Formel-1-Rennstallbesitzer Peter Sauber, Ex-Fussballnati-Trainer Köbi Kuhn, Schwingerkönig Jörg Abderhalden, alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Krankenschwester Marianne Kaufmann und Arzt Rolf Maibach, ehemaliger Skirennfahrer Didier Cuche, Langläufer Dario Cologna, Tennisspieler Stanislas Wawrinka und Bundesrat Didier Burkhalter. Nach seiner Wahl zum Sportler des Jahres stand Roger Federer, 34, letztes Jahr auch zur Wahl zum Schweizer des Jahres. Doch er verzichetete, um den anderen den Vorrang zu lassen. «Ich hatte schon 2003 die Ehre, den SwissAward zu gewinnen.»

SWISSAWARD-PREISTRÄGER
SwissAwards werden jeweils in den Katogrien Politik, Kultur, Show und Gesellschaft verliehen. Zu den diesjährigen Nominierten gehören unter anderem: Sängerin Sophie Hunger, das Duo Lo & Leduc, Schriftsteller Joël Dicker, Regisseur Xavier Koller, Spitzendiplomatin Heidi Tagliavini und Jungfraubahnen-CEO Urs Kessler. 


5 MÄNNER UND 1 FRAU
2003 bekamm alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, 70, einen SwissAward verliehen - sie war damals nicht nur die einzige Frau im Bundesrat, sondern auch die einzige SwissAward-Gewinnerin. In ihrer Dankesrede schenkte sie genau diesem Punkt Beachtung. «Die Frauen sind überall untervertreten. Ihnen allen widme ich diesen SwissAward.»

DIE MODERATOREN
Sandra Studer ist die Frau der ersten Stunde. Die 46-Jährige moderierte die erste SwissAward-Show und blieb dem Format bis zur Jubiläumsausgabe 2012 treu. Danach übernahm Susanne Wille, 41. Allerdings schmiss sie bereits nach zwei Jahren wieder den Bettel hin, weil sie sich journalistisch zu wenig einbringen konnte. Statt wieder nur auf ein bekanntes Gesicht zu setzen, konnte SRF gleich ein Dreiergespann engagieren und damit auch gleich drei Schweizer Sprachregionen berücksichtigen: 2015 führten Sven Epiney, 43, Mélanie Freymond, 37, und Christa Rigozzi, 32, durch die Sendung. Heuer müssen Epiney und Rigozzi ohne die Westschweizerin auskommen. Die Tessinerin Rigozzi begann ihre SwissAward-Karriere übrigens nicht erst letztes Jahr. Vor neun Jahren amtete sie bereits als Glücksfee. 

PATZER
Als Susanne Wille, 41, in der Jubiläumsausgabe zum ersten Mal die SwissAwards moderierte, fiel das Urteil grundsätzlich positiv aus. Sie habe die Feuertaufe bestanden, waren sich ihre TV-Gspänlis Nik Hartmann, 43, oder Sven Epiney sicher. Sandra Studer meinte, sie habe souverän durch den Abend geführt. Wirklich? Nicht ganz. Ein kleiner Patzer ist uns da doch in Erinnerung geblieben. Wille sprach auf der Bühne mit Didier Cuche, 41, Schweizer des Jahres 2011. Dieser meinte, dass ihm beim Olympia-Triumph von Nicola Spirig, 33, der per Fotofinish entschieden wurde, die Haare zu Berge gestanden seien. Willes Reaktion: «Also, die unten?» 

«JÜNGSTER» MILLIONÄR
An der Verleihung der SwissAwards werden auch Millionäre gesucht. 2004 hatte der damals achtjährige Fabian den richtigen Riecher, als er für seinen Vater ein Millionenlos aussuchte. Es war die Losnummer 481, die ihm und seiner Familie Glück brachte. «Ich habe ganz fest daran geglaubt, dass es das Richtige ist», sagte Fabian nach der Checkübergabe. Der Kleine mag zwar das Goldlos ausgesucht haben, jüngster Millionär der Schweiz ist er aber nicht. Denn juristischer Gewinner ist dessen Vater, der das Los bezahlt hatte. 

10-JAHR-JUBILÄUM

KLAPPE, DIE LETZTE
Die SwissAward-Ausgabe vom 9. Januar 2016 wird die letzte sein, die SRF austragen wird. Aus finanziellen Gründen. Die SRG muss seit 2016 40 Millonen Franken einsparen - und deshalb musste auch die grösste Live-Show der Schweiz dem Rotstift zum Opfer fallen.

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