Männliche Gewinner, Laudatoren & Show-Acts Die SMA waren ein (fast) reiner Männerabend

It's a mans world! Diesen Eindruck hatte man am Freitag, wenn man den Swiss Music Award schaute. Nicht nur die Gewinner waren praktisch alle männlich. Auch bei den Laudatoren und den Show-Acts war die Geschlechterdurchmischung mehr als mies. 
Swiss Music Award 2017 mit Gewinnern & Nominierten
© David Biedert

Gewinner des Abends: Trauffer bekam gleich zwei Betonklötze, DJ Bobo wurde für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. 

«Der Swiss Music Award 2017 geht an... einen Mann!» Die Award-Show am Freitagabend im Hallenstadion war testosterongeladen. In 16 Kategorien wurde der Betonklotz verliehen. Und in 15 Kategorien haben ein oder mehrere Männer gewonnen. Beatrice Egli war die einzige Siegerin des Abends. Allerdings gewann sie in der Kategorie, in der zwangsläufig eine Frau gewinnen musste: «Best Female Solo Act».

Natürlich dominierten die männlichen Künstler schon bei den Nominationen. Doch es hätten durchaus mehr Frauen als Siegerinnen hervorgehen können. Beatrice Egli, Anna Känzig oder Veronica Fusaro traten gegen Männer an - und wurden übergangen.

Offenbar haben auch die Künstler selbst mehr Gefallen an ihren männlichen Kollegen. Denn auch der «Artist Award», bei dem die Musiker einen oder eine aus ihren Reihen bestimmen, ging an einen Mann: Seven. Zwei Legenden wurden für ihr Schaffen geehrt. Beide haben es verdient, daran besteht kein Zweifel. Aber beide sind Männer, Mani Matter und DJ Bobo.

Eine Laudatorin, kein weiblicher Show-Act

Doch nicht nur bei den Gewinnern dominierten die Männer. Die Veranstalter der Swiss Music Awards engagierten auch praktisch nur Männer als Laudatoren. Stress, Emil Steinberger, Noé Ricklin, Gilbert Gress, Beat Schlatter - alles Männer und ein Bub. Nur bei der besten Solo-Künstlerin hat man auf eine Frau gesetzt. Eine Frau, die schon zwei Mal den IronMAN gewonnen hat: Daniela Ryf. Immerhin machte die Sportlerin genau diese Ironie zum Thema ihrer Rede. 

Bei der Preisverleihung traten natürlich verschiedene Acts auf: James Blunt, Alvaro Soler, Züri West, Lo & Leduc, Pegasus, Mark Forster, Nemo und Damian Lynn. Na? Merken Sie was? Genau. Alles Männer.

Immerhin: Die letzten Minuten der SMA waren voll und ganz einer Frau gewidmet. «Angelina» von Dabu Fantastic wurde zum «Best Hit» gekürt. Für die Performance bekamen die Zürcher Oberländer dann noch Verstärkung. Und zwar von Hecht - also ganzen fünf Männern!

Eine Show, die dermassen von Männern dominiert wird, erweckt den Eindruck, als hätte die Schweiz keine Künstlerinnen, die der SMA-Bühne geschweige denn dem Betonklotz würdig wären. Und das geht so nicht, liebe SMA-Veranstalter!

Alle Bilder vom Roten Teppich:

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