ESC 2013 Takasa: «Wir können auch richtig Gas geben!»

Bald gilt es ernst. Am 16. Mai treten Takasa für die Schweiz im Halbfinale des Eurovision Song Contests an. Jetzt brauchts noch den letzten Schliff - mit Choreographin und Vocalcoach.

Es ist eine der letzten Feuertaufen für Takasa in der Schweiz. Am Zürcher Bahnhof Stadelhofen geben sie vergangenen Freitag für ein paar Minuten ein Strassenkonzert. Einige Passanten können sie mit ihrem Auftritt zum Anhalten bewegen. Doch bald muss es noch mehr rocken! Nächste Woche fliegen die Schweizer ESC-Teilnehmer nach Malmö. Am 16. Mai kämpfen sie im Halbfinale um den Einzug ins Finale. Und dort warten schrille Vögel, sexy Sängerinnen und andere Rampensäue. 

Bühnenpräsenz, richtige Töne und Selbstbewusstsein - daran feilen Sänger Christoph Jakob und seine Bandkollegen deshalb eifrig. «Das ‹Hey!› richtig schreien», ruft Jasmin Weder Wessel den fünf Mitgliedern von Takasa zu. «Ich auch?», fragt Emil Ramsauer, 95, zurück. «Du ganz besonders!» Die Choreografin sieht alles ganz genau. Wer nicht mitsingt, zu wild mit den Armen fuchtelt oder zu wenig Begeisterung zeigt. Bereits für die Schweizer Vorausscheidung in Kreuzlingen stand sie Takasa, damals noch «Die Heilsarmee», gemeinsam mit Vocal-Coach Pele Loriano zur Seite. «Sie sind gute Sänger, doch für den ESC muss alles noch grösser werden», so sein Fazit. «Immerhin wissen sie mittlerweile wie in die Kamera schauen oder die Bühne zu betreten. Das war am Anfang gar nicht der Fall», sagt Weder Wessel und lacht.

Das ist nun eine Weile her und in zwei Wochen steht das Halbfinale am Eurovision Song Contest in Malmö an. Die Bühne wird grösser, die Zuschauer vervielfachen sich. «In eine Kamera zu schauen und zu wissen, dass dahinter Millionen Menschen sind, ist schon sehr abstrakt», sagt Michel Sterckx, 47, Posaunist. Der älteste ESC-Teilnehmer Emil Ramsauer beschäftigt etwas anderes: «Ich kann das Lied noch immer nicht auswendig.» Bisher dachte er, dass er nicht singen, bloss auf seiner «Bassgige» spielen soll. Sein Frau Regula, 73, lacht. Bei gewissen Passagen summt sie zwar mit, doch wenns um den Text geht, ist auch bei ihr schnell fertig. «Wir hätten zu Hause die CD zum Üben. Unsere Urenkel können den Song besser als wir und singen ihn uns am Telefon vor!»

«You and Me» - mit diesem Lied wollen sie den Einzug ins Finale schaffen. «Natürlich haben wir den Song langsam aber sicher genug gehört», so Michel Sterckx. «Dafür ‹fägts› gemeinsam unterwegs zu sein. Unsere Gruppe ist ‹kittet›.» Auch Sängerin Sarah Breiter, 21, merkt, dass die Band zusammengeschweisst ist. «Es gibt manchmal auch kleine Reibungen zwischen uns, aber das bedeutet bloss, dass man sich richtig kennenlernt. Und ich muss sagen, es hat viele Witzkisten unter uns!»

Gemeinsam ist alles einfacher und der Erwartungsdruck immerhin geteilt. «Wichtig ist, dass wir uns bleiben, Freude haben. Und wir können auch richtig Gas geben», sagt Katharina Hauri, 46. Sie muss es wissen, schliesslich haut sie auf die Pauke.

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