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Das Interview zur Bundesratswahl

Tamynique: «Wir schauen, ob wir kandidieren werden»

Das berühmteste Lesben-Paar der Schweiz hat heute im Bundeshaus die Wahl von zwei Frauen in den Bundesrat gefeiert. Im Interview mit SI online sprechen Tamy Glauser und Dominique Rinderknecht über den geschichtsträchtigen Tag für die Schweizer Politik. 

Dominique Rinderknecht Tamy Glauser Bundesratswahl

Dominique Rinderknecht und Tamy Glauser waren auf Einladung der Grünen an der Bundesratswahl.

Kurt Reichenbach

Heute hat das Parlament zwei Frauen in den Bundesrat gewählt. Was bedeutet das für Sie?
Tamy Glauser: Das ist mega!
Dominique Rinderknecht: Es ist ein grosser Moment für uns. Das Parlament hat Geschichte geschrieben, indem es zum ersten Mal gleichzeitig zwei Frauen gewählt hat. Jetzt stellen wir Frauen immerhin drei von sieben Mitgliedern im Bundesrat.

Aber nur fast die Hälfte.
Rinderknecht: Unser Ziel ist es, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind.
Glauser: Und dass es überhaupt keine Rolle mehr spielt, ob jemand eine Frau oder ein Mann ist. Dass wir alle heute so heftig über die Wahl von zwei Frauen diskutieren zeigt eigentlich, dass wir noch weit von der Normalität entfernt sind.
Rinderknecht: Das erfreuliche ist, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht.

Deshalb ist es auch wichtig, dass sich Frauen politisch engagieren...
Rinderknecht: ...wir gehen natürlich wählen und abstimmen.

Der nächste Schritt wäre eine Kandidatur für ein politisches Amt. Wie sieht das aus?
Glauser: Wir schauen gerade an, ob wir für den Nationalrat kandidieren wollen. Im Moment ist das noch offen.

Und bei Ihnen, Dominique Rinderknecht?
Rinderknecht: Ich sage nie nie. Tamy ist schon einen Schritt weiter. Aber mal schauen, was passieren wird. Ich engagiere mich sehr gerne, habe aber gerade beruflich noch ein paar andere Projekte, die nichts mit Politik zu tun haben.

Schon bisher haben Sie immer wieder politisch Stellung genommen.
Rinderknecht: Wir haben uns gegen die Selbstbestimmungsinitiative engagiert. Und wir kämpfen natürlich für die Gleichberechtigung der LGBT-Gemeinschaft.
Glauser: Auch der Umweltschutz ist uns sehr wichtig.

Das tönt nach der grünen Partei?
Glauser: Wir sind heute auf Einladung der grünen Partei im Bundeshaus. Die Grünen sind uns politisch sicher am nächsten.

Von Philipp Mäder am 05.12.2018