Entdeckt: The Bullet Die «Babyfründe» werden flügge

Zwei Brüder + zwei Freunde = The Bullet. Die Rockgruppe aus dem Zürcher Seefeld hat für Sänger Baschi als Vorband eingeheizt. 2015 stehen sie nun selbst als Hauptact auf der Bühne. SI online stellt die Formation vor.
The Bullet Band Konzerte Schweiz ohne Baschi La Catrina
© Oliver Nanzig

Vier Freunde aus Zürich: The Bullet gehen bald auf «Züri Tour».

The Bullet - auf Deutsch «das Geschoss» - feuert mit ihrem rockigen Sound immer wieder ab und trifft ins Schwarze. Und obwohl sie noch als Newcomer gelten, hat ihre Geschichte vor über einem Jahrzehnt  begonnen. Gitarrist und Sänger Aljoscha, 19, und Schlagzeuger Vasco, 17, kennen sich schon ewig. Die zwei sind nämlich Brüder, aufgewachsen mit drei weiteren Geschwistern im Zürcher Seefeld. «Ich bin mega froh, so einen coolen Bruder zu haben», sagt der ältere Aljoscha gegenüber SI online. «Klar, wenn Schlagzeug­-Sticks oder Fäuste im Proberaum fliegen, dann zwischen mir und Vasco. Aber das kam schon länger nicht mehr vor.»

Auch Bandkumpel und Gitarrist Leon, 19, kennen die Geschwister von Kindsbeinen an: «Wir sind Babyfründe.» Aljoscha und Leon beginnen, gleichzeitig Gitarre zu spielen und verknurren Vasco ans Schlagzeug. «So haben wir zu dritt Lärm gemacht!» Durch den gemeinsamen Gitarrenlehrer stösst später Gianluca zum Trio. Die Band ist komplett! Richtig Formen nimmt sie mit ihrem ersten Gig an - am Geburtstag von Leons Vater. Schnell wird noch ein Name gesucht und schliesslich auf einer im Proberaum liegenden DVD­-Hülle des Films «Bullet» gefunden. Zwar haben sie damals noch keine grossen Englischkenntnisse, aber sie finden: Es passt.

Ein paar Jahre später ist der Name noch derselbe. Dafür hat das Covern von Hits wie Elvis’ «Jailhouse Rock» oder Chuck Berrys «Johnny B. Goode» ein Ende. Mittlerweile verschreiben sich die Jungs aus dem Zürcher Seefeld dem Mundart­-Rock und ganz dem Züridütsch: «Für uns ist es der schönste Dialekt der Schweiz.» Inspiriert von Schweizer Musik wie Radio 200000, Skor oder Elijah schreiben sie seit fünf Jahren eigene Songs. Zwei gehen noch ins Gymi, Gianluca studiert und Leon befindet sich im Zwischenjahr - «Rockstar» heisst ganz selbstbewusst ihr erster Wurf.

2013 landen sie den ersten Treffer: The Bullet siegen am Nachwuchswettbewerb «MyCokeMusic 2013». «Wir haben immer mal wieder an Contests teilgenommen, weil es dort einfach geile Preise zu gewinnen, viele Leute und tolle Bühnen gibt.» Ein paar Monate später erhalten sie einen Vertrag mit der Künstleragentur Gadget, die auch 77 Bombay Street entdeckt hat. 2014 spielen sie über 20 Konzerte, darunter je eines in Deutschland sowie in Italien. Als Vorband von Baschi heizen sie bei zehn Gigs ein.

In Baschis und Phil Merks Studio nimmt die Band auch ihr Debütalbum auf. «Baschi ist cool und authentisch. Wir konnten viel von ihm lernen, und er hat auch uns zugehört. Wir waren überrascht, wie gut er wirklich ist.» Das Ergebnis der Kooperation mit Baschi erscheint in diesem Frühjahr. Und eines ist sicher: «Es wird kein Schnulzenalbum. Das ist nicht unser Ding.» Einen Vorgeschmack gibt die aktuelle Single «Seemaa». Im Clip dazu spielen sie auf der Dachterrasse von Vascos und Aljoschas Zuhause, feiern eine wilde Party mit vielen Girls. Die Leute im Clip seien alles Freunde, erzählt Aljoscha und gesteht: «Solche Partys sind auch privat schon so passiert.»

Bald wechseln sie von der Dachterrasse wieder auf die Bühne. Ihre «Züri Tour» ist angesagt. Schliesslich haben The Bullet Ziele: Eine richtig gute Live-­Band werden und an den grossen Openairs der Schweiz spielen.

Konzerte «Züri Tour»:
31.1. Bar Rossi
26.2. La Catrina
18.3. Bar 3000
17.4. Kulturkeller Höngg

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