Zwei Mundartmusiker am Rost Trauffer und Reber verraten ihre Grill-Geheimnisse

Grillieren verbindet! Beim Austausch von Tipps am Rost merken die beiden Mundartmusiker Peter Reber und Marc Trauffer, wie gut sie sich verstehen.
Marc Trauffer Peter Reber
© Geri Born

Am Grill finden sich zwei Musiker: Peter Reber (l.) und Marc Trauffer in Rebers Garten in Bern.

Wenn zwei sich mögen, können sie auch streiten. Zumindest am Grill. So schüren Marc Trauffer, 39, und Peter Reber, 69, trotz Freundschaft die Glut. In der Sendung «Die Promi Griller» will jeder mit seinen Grilladen beim TV-Duell den goldenen Cervelat gewinnen. Die beiden Musiker kennen sich seit nunmehr 20 Jahren.

«Mit Marc stehe ich jederzeit gerne am Grill», sagt Peter Reber. Nach der TV-Aufzeichnung in Gstaad BE hat er den Alpentainer in seinen Garten nach Bern eingeladen. Hier tauschen die zwei sich auch übers perfekte Entrecôte aus. Dabei kommts ihnen aber mehr aufs Gemeinschaftserlebnis als den perfekten Garpunkt an. Denn eigentlich sind die Musiker keine Duelltypen. «Ich bin ein absoluter Harmonietiger und scheue sonst jeglichen Wettbewerb», so Trauffer.

Ein grillierter Apfel

Zum TV-Showdown kam es nur, weil er Reber als einzigen möglichen Konkurrenten nominierte. «Und wenn Marc dabei ist, mache ich auch mit», erinnert sich Reber an seine Zusage. Jeder hat da natürlich seine eigenen Tricks. Trauffer heizt in seinem Garten am Liebsten den hauseigenen Pizzaofen mit Holzkohle an. «Auf dem Stein gibt es eine unglaubliche Hitze, das liefert perfekte Ergebnisse», schwärmt er. Peter Reber hingegen setzt auf Gas. Auf den Rost kommt bei beiden nur hochwertiges Fleisch, wie feines Entrecôte oder Spareribs. Sauce aus brauner Butter und selbstgezogenen gehackten Kräutern ist Peter Rebers Favorit. «Ich habe gerne eine gute Wurst. Aber bin offen für alles», sagt der Musiker, der auch Melonen, Zucchetti und Fenchel auf den Grill schmeisst.

Trauffers Geheimwaffen beim Duell: ein grillierter Apfel und Gusspfannen. «Die Pfannen gehören für mich in jeden Grill. Da kann ich schnell noch eine Sauce ansetzen. Cool.» Reber glänzt derweil mit ungewöhnlichen Brutzel-Events. «Um die Weihnachtszeit versammeln wir uns um den Grill und machen heisse Marroni.» Angesichts des heissen Sommerwetters in Rebers Garten ist das gerade eher schlecht vorstellbar. Bei einem Aperitif mit Weisswein kommen die Männer ins Plaudern.

 

Als Teenie fand Trauffer Rebers Musik nicht mehr cool

Trotz 30 Jahren Altersunterschied verstehen sich die Vollblutmusiker bestens, die Chemie stimmt. «Pesche ist ein bodenständiger, ein richtiger Handwerker. Das bewundere ich. Er ist der erfolgreichste Musiker der Schweiz», lobt Trauffer sein Idol aus Kindertagen. Und gibt kleinlaut zu, dass er als Teenager Rebers Musik dann nicht mehr so cool fand. «Aber seit ich selbst Musik mache, schätze ich sein Werk unglaublich. So gute Songs und Geschichten in jedem Album. Ich kennen sie alle durch und durch. Er ist ein grosses Vorbild für mich.» Zwar könnte er altersmässig gut Rebers Sohn sein, doch das spielt keine Rolle.

Menschlich passts, aber: «Gut, dass ich nicht seinen Lebensweg gehen musste», sagt Trauffer lachend. «Auf der mehrjährigen Segelreise wäre ich bestimmt versoffen.» In den 80ern und Anfang der 90er reist Peter Reber mit seiner Familie im Schiff über den Atlantik und den Pazifik. Mehrere Jahre lebte er auf den Bahamas. Dem Album «Jede bruucht sy Insel» folgten viele weitere Hitproduktionen. «Einige der Lieder werden mich wohl überleben», sagt er und zeigt Trauffer sein Haus, das er mit vielen Mitbringseln liebevoll eingerichtet hat. Natürlich hängen auch die unzähligen goldenen Schallplatten an der Wand.

«Sonst sind wir Entertainer in der Schweiz Einzelkämpfer. Es tut gut, sich mit jemandem zu unterhalten, der weiss wovon ich schnurre. Marc ist im Leben fest verwurzelt, steht mit beiden Füssen am Boden», sagt Reber. Er findet für seinen Kollegen nur lobende Worte. «Schon als junger Mann war Marc ein Entertainer. Er nimmt sein Publikum ernst und es ihn. Er macht tolle Songs, sehr professionell. Eine absolute Bereicherung fürs Schweizer Showbiz.» Sein Lieblings-Trauffersong: «Schärischnitt».

Marc Trauffer Peter Reber
© Geri Born

Nur im TV Konkurrenten: Reber und Trauffer verstehen sich sonst blendend.

Die langen Karrieren der beiden

Reber und Trauffer: Die Tüftler. Sie wollen keine One Hit Wonder sein, bauen auf nachhaltige Karrieren. Arbeiten wie Sportler ständig daran, sich zu verbessern. «Mit 20 wollte ich erfolgreich sein, aber es klappte nicht. Heute bin ich dankbar für die lange Leiter, die ich Sprosse für Sprosse nach oben klettern musste. Ich kann Echtes nun besser von aufgeblasenen rosa Medienwolken unterscheiden», fasst es Trauffer zusammen.

Beide Männer eint, dass sie mit Leidenschaft dabei sind, in ihrer Karriere einen langen Weg zum Erfolg zurückgelegt haben und mit ihrer Musik ein breites Publikum begeistern. «Die Menschen ein paar Stunden zu unterhalten, so dass sie mit einem guten Gefühl nach Hause gehen: Das ist eine grosse Kunst», will Peter Reber verstanden wissen. Der Kampf um Anerkennung bewegt beide: Vom Publikum geliebt, vom Feuilleton verhasst. Tipps muss der Produzent und Komponist dem erfahrenen Trauffer aber keine mehr geben, höchstens für die perfekte Temperatur am Grill.

«Die Promi Griller - Das Duell», Donnerstag, 2. August, 19:55, Sat1

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