Schwere Augenkrankheit TV-Legende Karl Erb denkt über Freitod nach

Karl Erb ist eine der grossen Schweizer TV-Legenden. Der 91-Jährige erlangte mit seinen Sport-Reportagen von den Olympischen Spielen in Sapporo Kultstatus. Doch Reporter leidet an einer schweren Augenkrankheit und denkt im Interview mit dem «Blick» offen über einen Freitod nach. 
Karl Erb leidet an Augenkrankheit
© Keystone

Verliert sein Augenlicht — TV-Legende Karl Erb.

«Alt werden ist ein Seich», sagt Reporterlegende Karl Erb im Interview mit dem «Blick». Der 91-Jährige hatte seine letzte Live-Sportübertragung vor 37 Jahren und lebt die letzten Jahre zurückgezogen in Locarno.  Eine Makula­degeneration (Verlust der Sehkraft) macht dem grossen alten Meister der Sportberichter­stattung das Leben besonders schwer. «Ich habe in meinem Wohnzimmer zwar den grösstmöglichen TV-Monitor. Trotzdem sehe ich bei Ski-Übertragungen nur Bruchstücke.» 

Doch der Altmeister freut sich auf die kommende Wintersaison. «Es sind vor allem die Geschwister Loïc und Mélanie Meillard, die meine Hoffnung auf eine aus Schweizer Sicht erfreuliche Skisaison nähren. Die beiden sind echte Winner-Typen.»

Erb will nicht bis zum bitteren Ende kämpfen

In seiner kleinen Wohnung am Bahnhof von Locarno lebt Karl Erb wie ein gefangener. Er verlässt seine 2.5 Zimmer kaum noch. «Ich ertrage mehrere Menschen auf einem Haufen immer schlechter. Deshalb reduziert sich mein Aktionsradius immer mehr auf meine zweieinhalb Zimmer. Ich schaue aber darauf, dass ich pro Tag in meiner Wohnung 1000 Schritte mache, um wenigstens ein bisschen fit zu bleiben», sagt Erb.

So denkt er auch offen darüber nach, sein Leben mit dem Freitod zu beenden. «Zurzeit bin ich nach wie vor in der Lage, mir jeden Tag eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Aber wenn der Tag kommt, wo ich diese Selbständigkeit nicht mehr habe, werde ich meinem Leben mit Hilfe der Sterbeorganisation Exit ein Ende setzen.»

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