Luca Hänni Unterwegs mit dem Teenie-Star

Er will seine CD bewerben - doch die Fans wollen einfach nur: Luca Hänni. Egal, wo der Gewinner von «Deutschland sucht den Superstar» hingeht, die Mädchen sind schon da. Und sorgen überall für den Ausnahmezustand. Die «Schweizer Illustrierte» hat den Uetendorfer einen Tag begleitet.

Die Fans von Luca Hänni sind raffiniert. Sie wissen auch ohne Ankündigung, wo sich der «DSDS»-Sieger gerade aufhält, informieren sich und erscheinen dann in Scharen. Aber alles von vorne:

Für zwei Tage kommt der Berner zurück in die Schweiz, um sein Debütalbum zu promoten. Im Mercedes-Minivan wird der 17-jährige Sänger von Interview-Termin zu TV-Auftritten chauffiert. Kuss-Abdrücke zieren die Hintertür. Um Luca nah zu sein, sind sich die Fans nicht zu schade, sogar ein Auto abzuknutschen. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Beat Weber, 59. Der selbstständige Limousinen-Chauffeur fährt seit 23 Jahren internationale Künstler in der Schweiz von A nach B. Heute ist es Luca.

Kurz nach zehn Uhr trifft der Sänger im Radiostudio von Energy Bern im Hauptbahnhof ein. «Ist das hier alles offen?», fragt Lucas Manager Volker Neumüller, 42, etwas besorgt. Eine Handvoll Security-Leute begleiten Luca hin - und nach zwanzig Minuten wieder zurück. Weiter gehts zu Espace Media. «Er ist da!», ruft Jana. Kaum ist die Autotür einen Spalt offen, springt die Dame mit auffällig roten Haaren auf Luca los. Ihr Alter? «Ach, über sechzig», sagt sie. «Ich bin sein ältester Fan und würde ihn sofort als Enkel adoptieren.»

Nach einem Interview-Marathon, bei dem ihm Fragen gestellt werden, wie: «Kannst du deinen Namen rückwärts sagen?», fährt er weiter nach Aarau. Auf dem Weg klingelt beim Manager das Telefon. Die Polizei informiert: Am Bahnhof stehen 200 Fans und blockieren die Zugseinfahrten. Luca soll möglichst unauffällig ins Mediengebäude, das sich gleich nebenan befindet, gebracht werden. Der Chauffeur fährt in die Tiefgarage. Von dort wird Luca im Lift in die Redaktion im ersten Stock geschleust. Nur eine Etage höher herrscht Ausnahmezustand und eine Hitze wie in der Sauna. Etwa fünfzig Fans drängen sich ins Gebäude, pressen sich aneinander. Auf ihren Stirnen bilden sich Schweissperlen. Die Mitarbeiter verteilen Wasser zum Trinken. Luca bekommen sie aber nicht zu sehen.

«Ich würde am liebsten jedem Fan ein Autogramm geben», sagt der «Superstar» im Radio-Interview. «Aber ich muss um halb sechs meinen Flieger erwischen.» Ups! «War das Interview jetzt live? Sonst reisen alle an den Flughafen.» Nein, beruhigen ihn die Moderatoren. Luca winkt einmal kurz aus dem Fenster, geht hinunter in die Garage. «Aaahhh, Luuucaaa!!!» Plötzlich rennt ihm eine Horde schreiender Mädchen entgegen. Sie stürzen sich auf den Van. Luca springt rein, der Fahrer schliesst die Tür und drückt aufs Gas. Die Fans hinterher. «Wenn sie gegen die Fenster schlagen, habe ich schon manchmal das Gefühl, dass jetzt die Scheibe bricht», sagt Luca. Angst habe er aber nicht.

16.30 Uhr. Am Flughafen Zürich warten wieder Fans. Sie sind hartnäckig wie die Kuss-Abdrücke auf dem Auto. Wie sich in der Auto-Waschanlage zeigt, sind diese wasserfest.

Alles zu Luca Hänni finden Sie im Dossier von SI online.

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