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«Statt einer Panikattacke hatte ich einen Wutanfall»

Wie Vera Dillier einen Vergewaltiger in die Flucht schlug

Eine Jetset-Lady kann auch ihre Krallen ausfahren. Vera Dillier musste sich einst gegen einen Mann verteidigen, der versucht habe sie zu vergewaltigen. SI Online erzählt sie die Einzelheiten des Vorfalls.

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Wenns sein muss, bissig wie ein Hund: Jetset-Lady Vera Dillier.

RDB/Blick/Goran Basic

Die Fernsehzuschauer trauten wohl ihren Ohren nicht, als Vera Dillier, Alter bleibt geheim, gestern Dienstagabend im «Club» von einer ganz brenzligen Situation in jungen Jahren erzählte. Die Jetset-Lady sei nur knapp einer Vergewaltigung entgangen. Im Gespräch mit SI online erzählt sie nun erstmals die Details des Zwischenfalls.

Im Alter von 19 Jahren verbrachte Dillier einige Zeit bei ihrer Ballettfreundin in Beirut. Nach einer langen Disco-Nacht bietet ihr Libanese S. aus der Nachbarschaft an, sie heimzufahren. Sie waren zu viert unterwegs. Ein Freund von S. hatte ebenfalls eine Frau im Schlepptau. Doch statt auf direktem Weg nach Hause zu fahren, hatten die Männer andere Pläne. Sie fuhren an einen Aussichtspunkt, um dort zu «frühstücken». «Ich sagte ihnen: Nein, ich will Nachhause!», so Dillier. «Leider fuhren wir in einem Vierplätzer und ich konnte die Tür nicht einfach aufreissen.»

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Er würgte Dillier

Dort angekommen, ging es in eine schäbige Hütte. Der andere Mann verschwand mit seiner Begleitung direkt in ein Zimmer. Dillier wollte nicht mitmachen und bittet S. erneut, sie heimzubringen. «Er sagte: Nein, du bleibst hier mit mir!», erzählt Dillier weiter. Die Teenagerin möchte aus dem geschlossenen Fenster abhauen, zückt ihren Schuh, um es einzuschlagen. «Und schon hatte ich seine Hände um den Hals und er drohte, mich umzubringen, wenn nichts geht.»

Die selbstbewusste, junge Frau reagiert energisch. «Statt einer Panikattacke hatte ich einen Wutanfall», beschreibt sie. «Ich machte ihn richtig zur Sau, beleidigte ihn in Grund und Boden!» Dilliers verbale Selbstverteidigung erfüllte ihren Zweck. «Ich musste nicht einmal Gewalt anwenden und S. hob seine Hände hinter den Kopf.» Aus Angst vor den Nachbarn, die die aufgebrachte Touristin hören könnten, fuhr S. Dillier schliesslich doch nach Hause.    

Doch Aufgeben kam für ihn noch immer nicht in Frage. Auf der Heimfahrt bot S. Dillier eine grosse Summe an Geld im Gegenzug für den Geschlechtsverkehr. «Dann hats richtig klöpft!», beschreibt sie. Mit einer Ohrfeige war das Thema erledigt. 

Auch eine Frau kann sich zur Wehr setzen!

Für Vera Dillier war das Erlebnis einschneidend. Nicht in Hinsicht auf ihre psychische Verfassung, sondern weil sie eines begriffen hat: «Ich habe keine Angst vor Männern. Auch eine Frau kann sich zur Wehr setzen!» Mit dieser Haltung gehe sie bis heute durchs Leben. «Den Frauen wurde zu lange gesagt, dass sie schwach sind», klagt sie. 

Dillier ist klar: Sie reagiert in heiklen Situationen anders als andere Frauen. Dennoch wünsche sie sich, dass die Frauenwelt beginnt, etwas gegen ihre Schutzlosigkeit zu tun. «Geht ins Karate-Training, lernt boxen oder einige Tricks zur Selbstverteidigung!», rät sie. «Und wenn nichts mehr geht: Kopf vorne runter, in den Magen des Angreifers rammen und an der Kniekehle ziehen. So verliert er das Gleichgewicht und fliegt auf den Rücken.» 

Egal in welcher Lebenssituation, Dillier möchte, dass sich Frauen mehr zumuten und sich nicht unterwerfen lassen.

Von Lorena Wahrenberger am 06.02.2019
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