Gurten-Premiere für Veronica Fusaro «Hey du bist doch die, die Musik macht!»

Ihr Song «Pluto» läuft beim Radio seit Monaten rauf und runter. Dieses Wochenende hat Veronica Fusaro auf der Waldbühne ihre neue Single vorgestellt und zugleich Premiere gefeiert: Die 20-jährige Thunerin ist zum ersten Mal überhaupt am Gurtenfestival.
Veronica Fusaro
© Jan Holger Engberg

Die Thuner Sängerin Veronica Fusaro ist auf der Waldbühne beim Gurtenfestival aufgetreten. Die 20-Jährige singt, studiert und arbeitet sonntags im McDonald's.

Veronica, Deine Gurten-Premiere ist gleich das Konzert auf der Waldbühne.
Ja, wenn schon, denn schon! Es war wirklich cool – und irgendwie schade, dass es schon vorbei ist.

Du hast gestern bereits am «Moon & Stars» gespielt. Magst Du als Musikerin Festivals?
Sie «fäged», aber sind auch immer eine Challenge. Du weisst, dass die Leute nicht spezifisch wegen dir hier sind.

Für welchen Act mischt Du Dich unters Volk?
Ich will hier am Gurten unbedingt Marteria sehen. Ihn habe ich bereits vergangene Woche am Frauenfeld miterlebt. Er ging echt ab, wie auch The Weeknd. Von ihm bin ich Fan.

Das ist eine ganz andere Musikrichtung…
… ich mag Rap, Trap, R’n’B.

Mit welcher Musik bist Du aufgewachsen?
Mit italienischem Rock – ob Vasco Rossi oder Gianna Nannini.

Mit wem würdest Du gerne einen Song aufnehmen?
Mit Kendrick Lamar. Er hat eine sehr klare Message, kann was, steht für etwas, hat eine Stimme. Das wäre auch musikalisch sehr spannend. Zudem hat er einen ganz anderen Background als ich, die aus der privilegierten Schweiz kommt.

Wovon träumst Du sonst noch?
Davon einmal am Glastonbury oder Coachella zu spielen und international Konzerte zu geben. Schon ein bisschen davon, die Welt zu erobern.

2014 hast Du bei «The Voice of Switzerland» teilgenommen. Was hat sich in den drei Jahren getan?
Nochmals viel Schub hat sicher der Preis «Demo of the Year» des M4Music gegeben. Aber verändert hat sich nicht wirklich viel. Ich komponiere einfach weiter. Obwohl, es ist schon cool im Ausgang in Thun zu hören: «Hey du bist doch die, die Musik macht!»

Kannst Du schon von der Musik leben?
Nein, zumal ich nebenbei seit einem Semester Soziologie in Fribourg studiere. Und jeden Sonntagabend arbeite ich im McDonalds in Spiez. Aber diesen Sonntag habe ich frei!

Du setzt also nicht alle Karten auf die Musik?
Klar heisst es «No risk, no fun». Aber ich finde Bildung cool und wichtig. Es bringt meinen Texten etwas und mir Allgemeinwissen. Ich studiere nicht, um später Soziologin zu werden, sondern aus Interesse.

Hast Du manchmal Angst, dass der Hype vorbei geht?
Ich würde lügen, zu sagen, dass die Aufmerksamkeit nicht toll ist. Schlussendlich kann ichs aber nicht erzwingen. Ich mache Musik und habe Freude daran. Wenn andere Leute auch Freude daran haben, ist es umso cooler. Wenn die Musik noch vom Radio gespielt wird, ist es noch cooler.

Soeben ist Dein neuer Song «Never getting down» erschienen. Wovon handelt er?
Es geht darum, dass das ganze  Leben aus Auf und Ab’s besteht. Es jedoch am Ende wichtig ist, dass du die Balance wieder findest. Darum, dass du nie untergehst, sondern sagst: «Schau, ich bin hier!»

Veronica Fusaro
© Sylvie Kempa

SI-Reporterin Aurelia Forrer im Gespräch mit Veronica Fusaro.

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