Mister Schweiz 2012 Vize Dario Hold: «Ich beneide Sandro nicht»

Die Entscheidung war knapp, am Ende musste Dario Hold, 22, den Mister-Schweiz-Titel seinem Konkurrenten Sandro Cavegn, 27, überlassen. Für den Zweitplatzierten aber kein Grund, Trübsal zu blasen: Der Bad Ragazer hat bereits Aussicht auf einen Vertrag bei der renommierten Model-Agentur Option, verrät er im Gespräch mit SI online. Und er sagt, was er von der Kritik an Sandro Cavegn hält.

SI online: Dario Hold, Gratulation zur Silber-Medaille! Wie haben Sie nach der Wahl gefeiert?
Dario Hold: Vielen Dank! Ich habe an der After-Show-Party mit meinen Leuten auf den Abend angestossen. Am Sonntag frühstückte ich dann mit meiner Freundin Linda gemütlich auf dem Balkon. Anschliessend haben wir uns einen Film angesehen, Sushi bestellt und gingen am Abend noch «Das Missen Massaker» im Kino gucken. Das war lustig, im Streifen gehts ja auch um einen Schönheitswettbewerb mit Max Loong als Moderator.

Das klingt ziemlich unglamourös. Sandro Cavegn hatte am Sonntag sein erstes Shooting als neuer Mister Schweiz und gab zahlreiche Interviews.
Ich beneide ihn nicht gross darum. Jedenfalls nicht um den Stress, den er gerade hat.

Sie sind doch sicher enttäuscht, dass Ihnen der Titel so knapp durch die Lappen ging.
In jenem Moment, als die Entscheidung fiel, besann ich mich zurück. Ich erinnerte mich daran, warum ich ursprünglich an der Mister-Schweiz-Wahl teilnahm: um Aufträge zu erhalten und mir neben meinem Studium einen Zustupf als Model zu verdienen.

Das haben Sie erreicht?
Es sieht ganz danach aus. Am Donnerstag kann ich mich bei der Agentur Option Model vorstellen. Barbara Eberle (Bookerin bei der Zürcher Model-Agentur, Anm. der Redaktion) meinte, sie sei von Anfang an für mich gewesen. Und sie sei froh, dass ich «nur» Zweiter geworden bin - so kann sie mich unter Vetrag nehmen. Ab nächster Woche brauche ich aber erst einmal noch einen Ferienjob, bis am 20. September das Studium wieder losgeht.

Wie reagierten ihre Freundin, Freunde und Familie auf den Vize-Titel?
Ich bin überrascht, alle meinten, ich hätte den Sieg verdient. Ich habe ausschliesslich positive Reaktionen erhalten. Der zweite Platz ist ja auch gar nicht so schlecht. Immerhin habe ich einen Blumenstrauss als Geschenk erhalten. (lacht)

Warum hat es am Ende nicht gereicht?
Weil zu viele für mich anriefen und so die Leitungen zum Erliegen brachten. (lacht) Nein, im Ernst, ich weiss nicht, worans lag. Sandro konnte mehr Leute mobilisieren als ich. Vielleicht auch, weil er in den Medien immer als Bündner bezeichnet wurde - der Kanton Graubünden hat einen starken Zusammenhalt. Dabei ist er eigentlich nicht mehr Bündner als ich: Wir sind beide St. Galler mit Wurzeln im Büdnerland.

Es heisst, er habe sich seinen Titel erkauft, weil er die Leute mit Preisen zum Abstimmen animierte.
Vielleicht war das tatsächlich ein ausschlaggebender Faktor für den Sieg. Man darf aber nicht vergessen, dass die Verlosung auch ein riesiger Aufwand für ihn bedeutete. Ich hoffe für ihn, dass die Leute auch angerufen haben, weil sie ihn sympathisch finden. Und nicht nur wegen den Preisen, die es zu gewinnen gab.

Fühlen Sie sich aufgrund Sandros Marketing-Kampagne unfair behandelt?
Ich fühlte mich zu keinem Zeitpunkt benachteiligt. Ich gönne Sandro den Sieg.

Was erhoffen Sie sich vom Vize-Titel?
Ich warte nun einmal ab. Neben dem Vertrag bei Option Model wird sich bestimmt noch das eine oder andere ergeben. Die Frage ist aber auch, wie viel ich bereit bin, zu tun. Für mich hat das Studium oberste Priorität.

Sie würden tatsächlich zugunsten des Studiums auf Aufträge verzichten?
Es käme natürlich darauf an, wie lukrativ das Angebot wäre. Wäre es mir danach möglich, finanziell unabhängig von meinen Eltern zu leben, würde ich das Studium auch unterbrechen.

Von Ihrem Vorgänger, dem letztjährigen Vize-Mister-Schweiz Michele De Carolis, hörte man herzlich wenig. Was werden Sie besser machen?
Ich kenne ihn gar nicht. Vielleicht wollte er ja auch nicht in der Öffentlichkeit stehen. Am Ende liegt es doch an einem selbst, wie viel Gas man gibt.

Was nehmen Sie mit aus der sechsmonatigen Vorbereitungszeit bis zur Wahl?
Zwei bis drei neue, tolle Kollegen. Es war eine unglaublich interessante Zeit für mich, es machte grossen Spass. Ausserdem habe ich gelernt, auch vor den Medien stets mich selbst zu bleiben.

Wie Dario Hold bei der Sieger-Verkündung am Samstagabend reagierte und was Kerstin Cook und Renzo Blumenthal vom neuen Mister Schweiz Sandro Cavegn halten, sehen Sie im SI-online-Video:

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Sandro Cavegns erstes Shooting als neuer Mister Schweiz: 

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