Sarah Meier Von wegen Rente - sie hat alle Hände voll zu tun

Nichts mit süssem Nichtstun: Sarah Meier hat sich nur einen Monat Auszeit gegönnt. Jetzt steht die Eiskunstlauf-Europameisterin wieder für diverse Shows auf dem Eis. Nächste Woche fliegt sie nach Shanghai, dann folgen Korea sowie Japan. Und bald beginnt auch noch ihr Studium.

Es waren Gänsehaut-Bilder. Ungläubig, beinahe schockiert, blickte Sarah Meier, 27, auf ihre Wertung und brach in Tränen aus. Wovon sie jahrelang geträumt hatte, war Wirklichkeit geworden. Sie ist die neue Europameisterin im Eiskunstlaufen. Umso bewegender war der Gold-Titel angesichts der Tatsache, dass es sich um ihren Abschieds-Wettkampf handelte. Die Bülacherin, die inzwischen im Zürcher Seefeld lebt, konnte ihre Karriere auf dem Höhepunkt beenden. Die Sensation war perfekt.

Das war Ende Januar. Seither müsste sich ihr Leben komplett verändert haben, müsste man meinen. Das Gegenteil ist der Fall. Zwar machte sie kürzlich einen Monat Ferien in Miami und New York, aber mehr Entspannung hat sich die ehrgeizige Sportlerin nicht gegönnt. «So lange nichts zu machen, ist ja auch nicht lustig», sagt sie gegenüber SI online. Die Eisprinzessin hat sich danach sofort wieder die Schlittschuhe angezogen.

Gleich für mehre Eiskunstlauf-Shows wurde sie gebucht. Dafür trainiert sie derzeit fleissig. «Am nächsten Mittwoch fliege ich nach Shanghai fürs ‹Art on Ice›», erzählt sie. Ein längerer Aufenthalt in der chinesischen Millionenmetropole ist jedoch nicht geplant, denn bereits Ende Monat steht wieder ein Schaulaufen im Terminkalender. Im Juli geht sie dann nach Flims ins Trainingslager («da bin ich schliesslich seit zehn Jahren immer dabei»), und im August folgen Darbietungen in Korea und Japan. «Der Event in Japan ist sogar ein Show-Wettkampf mit Kür.» 

Es gibt viel zu tun für die amtierende Europameisterin. Und auch wenn Sarah Meier immer noch einen Grossteil ihrer Zeit auf dem Eis verbringt, etwas auffälliges hat sich dennoch verändert: Sie hat ihre Haare gestutzt und trägt jetzt einen Bob. «Vorher war das nicht möglich. Als Profi-Eiskunstläuferin musste ich mir die Haare immer zusammenbinden können», erklärt sie. Nach zwölf Jahren sei es endlich Zeit für eine Veränderung gewesen. Keine einzige Träne der Haarpracht nachgeweint? «Überhaupt nicht. Ich will mir die Haare vielleicht sogar noch kürzer schneiden.»

Ende August wird Sarah Meier ein weiteres neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen. Dann beginnt sie, in Winterthur Sportmanagement zu studieren. Den Studiengang absolviert sie berufsbegleitend - daneben wird sie weiterhin viel auf dem Eis anzutreffen sein. «Mal sehen, wie sich das einpendeln wird.»

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