Von lustig über grotesk bis peinlich Mit diesen Videos gehen die Politiker auf Wahlfang

Man kann einfach nicht wegschauen: Auf Youtube tummeln sich zurzeit zahlreiche Schweizer Parlaments-Kandidaten mit ihren Wahl-Videos. Und die sind sich mitunter nicht zu schade, sich für ihr politisches Anliegen zum Affen zu machen.

In zwei Monaten wählt die Schweiz ihr Parlament, der Wahlkampf läuft seit Wochen auf Hochtouren. Viele Kandidierende setzen diesmal auf selbst produzierte Videos: Die Clips sind schliesslich günstig, angesagt und erreichen Menschen, die sich sonst null für Politik interessieren. Aber: «Lediglich 1 von 100 Videos findet die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit», gibt Kampagnenspezialist Mark Balsiger im Interview mit SRF zu bedenken. «Oft sind es Videos, die besonders lustig oder sogar trashig sind.»

Das wissen die Politiker inzwischen nur zu gut. Und dementsprechend sind auch ihre Werke. SI online hat sich auf Youtube umgesehen und zehn schmucke Beispiele gefunden, die das Netz erheitern:

1. Ständeratskandidat Beat Flach von den Grünliberalen hat von seiner Frau einen Song komponieren lassen - einen Schmetter-Hit! Oder wies der «Sänger» selbst ausdrückt: einen «richtig launigen, bunten und frischen grünliberalen Song»! Knapp 8000 Klicks zählt das musikalische Werk schon auf Youtube.

2. Einfach plump in der heimischen Stube filmen? Aber sicher nicht! Die EVP Thurgau hat sich was ganz Originelles einfallen lassen: Ein Fenster war ja schon immer eine tolle, verspielte Requisite. Man könnte das Video wunderbar auch «Guguus, dada» taufen. 

3. Nationalratskandidat Christian Hadorn von der SVP Bern macht auf Bachelor und hat einen romantischen Sonnenuntergang organisiert. Auch sonst legte er sich für seinen Auftritt ins Zeug, entsprechend professionell kommt sein Wahlclip daher.

4. Auch dieser Herr zeigt seine romantische Ader. Und seine musikalische. Bei Kerzenlicht spielt uns Denis Simonet von der Piratenpartei ein Ständchen auf dem Keyboard. «Ich bi dä Döni, tue gern choche, ha gern Chatze u Ching und i tue sehr gern langi Spaziergäng underneh...»

5. Grün, grüner, Lena Frank. Aus dem Mund der Co-Präsidentin der Jungen Grünen und Stadträtin von Biel kommt nach den Dreharbeiten zu ihrem Wahlvideo nur noch etwas: grünes.

6. Ann-Carolin Graber von der SVP Bern spricht in ihrem Video über «akjadkfjafkjdk jakadfuakjfäinw cinki». Hä? Eben: «afdiubcneoänyi gkuxn äunqiakg». Wir hoffen, die Kandidatin hat sich bei diesen (zu) lauten Hintergrundgeräuschen wenigstens selbst verstanden.

7. Was steht am ehesten für Bern? Richtig: ein Bär. FDP-Nationalratskandidat Roland Mathys wählt deshalb die tierische Variante inklusive Tiermaske. «Für ä bärästarki Verträtig in Bärn.»

8. Nina Zossi von der BDP Bern setzt auf den Prinzessinnen-Traum jedes Mädchens und reitet als gelbes Aschenbrödel durch die Prärie. Oder so. Für jede Haselnuss hat sie einen Wunsch frei. Wie im berühmten Film, halt nur politisch. Hier gehts zum Video.

Wahlvideos Nina Zosso als Aschenbrödel BDP
© Screenshot Telebärn

9. Lust auf «Spaghetti Corrado» zum Znacht? Der Berner SP-Nationalrat Corrado Pardini zeigt, wies geht. Denn: «Wer nicht selber kocht, wird gekocht.» Er liefert gleich sein Rezept inklusive politischer Parolen mit. Multitasking, dieser Mann!

10. Und dann noch ein Höhepunkt zum Schluss: Matthias Stürmer, EVP Bern, und seine Familie trällern den «Stürmi-Veloferien-Blues». Kostenpunkt: 0 Franken, wie er auf seiner Website gleich selbst stolz verät. Eine Kostprobe des Songs: «I dä Ferie tüemer bike. Merci, dassd ihr üs tüend like.»

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