DJ Energy (†) Was geschah wirklich? Jetzt spricht Familie

Der plötzliche Tod von Roger Beglinger alias DJ Energy lässt viele Fragen offen. Waren Drogen im Spiel? War er krank? Beglingers Freund Thomas begleitete ihn während seiner letzten Stunden. Auf SI online erklärt er, was vor dem Tod des Trance-DJs passierte. Und auch Vater Jakob Beglinger äussert sich.

Mit nur 37 Jahren verstarb Roger Beglinger alias DJ Energy in der Nacht auf Sonntag plötzlich. Während sein Leichnahm gerichtsmedizinisch untersucht wird, trauern seine Familie und engsten Freunde um ihn. Und sie leiden unter den Spekulationen um den Tod des DJs. So sehr, dass sich jetzt der Freund, der bis zu Rogers Tod an dessen Seite war, zu Wort meldet und erzählt, was in seinen letzten Stunden wirklich passiert war. Und auch Beglingers Vater Jakob möchte mit bösen Gerüchten aufräumen.

Beglinger hätte ein Drogen- und Alkoholproblem gehabt, habe vor seinem Tod Blut gespuckt, heisst es in diversen Medienberichten. Das stimme nicht, sagt Thomas Feuerstein, 34. «Ich war die ganze Zeit bei ihm und stelle mit absoluter Sicherheit fest, dass Roger zu keiner Zeit Blut gespuckt hat.» Auch habe Roger in seiner Anwesenheit seit Samstagmittag weder Drogen noch Alkohol konsumiert, denn «er wollte an diesem für Ihn so wichtigen Wochenende so fit wie möglich sein». Jakob Beglinger ergänzt zudem: «Er war immer wieder bei uns zu Besuch und hat einen guten Eindruck auf mich gemacht.»

Dass der Trance-DJ gesundheitlich angeschlagen war, bestätigt Feuerstein aber. Wegen einer Verletzung am Ohr habe Roger einige Wochen vor der Street Parade auf einem Ohr nichts mehr gehört. Er sei auf den Kopf gestürzt, ergänzt Vater Jakob. Nach einigen Tagen im Spital wurde Beglinger wieder entlassen - stürzte darauf aber wegen Gleichgewichtsstörungen auf die Schulter. Ein Sehnenriss raubte ihm in den Tagen vor dem Gross-Anlass den Schlaf. Deshalb begleitete Feuerstein seinen Freund am Samstag zu seinem DJ-Set auf der Jubilée-Stage an der Street Parade. Die Stunden rund um den Auftritt schildert er so:

Rogers Stunden vor der Street Parade
«Ich kam am Samstag gegen Mittag in Rogers Wohnung in Zürich an. Er machte einen guten und fröhlichen Eindruck, klagte jedoch über Schmerzen in seiner Schulter, die in der darauffolgenden Woche operiert worden wäre. Auch hat er erwähnt, dass er aufgrund der Schmerzen in den letzten Tagen fast nicht schlafen konnte und sich sehr müde fühle. Wir führten ein tolles Gespräch mit Ideen und Zukunftsplänen. Daraufhin haben wir dann die Wohnung Richtung Street Parade verlassen. Da Roger die Menschenansammlung und das Gedränge nicht behagte, sind wir gleich direkt in den Backstage-Bereich der Jubilée-Stage gegangen. Dort traf Roger einige seiner DJ-Kollegen. Alle freuten sich über das Wiedersehen.

Wunderbares Set auf der Jubilée-Stage

Als Roger an der Reihe war, strengte er sich trotz grosser Schmerzen sehr an und legte ein
wunderbares Set hin. Wie immer brachte er die Massen zum Beben. Danach führte er noch Gespräche mit diversen Kollegen.

Nach dem Auftritt an der Street Parade

Der Besucherandrang stieg und seine Freundin und ich bemerkten anhand Zittern seiner Beine und Schweissausbrüchen, dass sich Rogers Kreislauf verschlechterte. Wir reagierten umgehend und fuhren mit ihm im Taxi nach Hause, damit er Ruhe findet.»

Neben Thomas Feuerstein immer an Roger Beglingers Seite: seine Freundin. Schnell sei klar geworden, dass er seinen DJ-Auftritt an der «Energy» im Hallenstadion nicht würde wahrnehmen können. Nachdem ein Ersatz organisiert worden war, schlief Roger gegen 1 Uhr nachts ein. Auch seine Freunde legten sich neben ihn, um tagsdarauf ein schreckliches Erwachen zu erleben:

«Am Sonntagmorgen weckte mich Rogers Freundin. Sie hatte festgestellt, dass Roger nicht regelmässig atmete. Wir überprüften Puls und Atmung. Roger atmete flach, sein Puls war sehr schwach. Wir alarmierten umgehend die Rettung und starteten lebensrettende Sofortmassnahmen (Mund-zu–Mund-Beatmung und Herzmassage),die wir bis zum Eintreffen der Rettung weiterführten. Der eintreffende Notarzt konnte allerdings nur noch seinen Tod feststellen.»

Seit dem tragischen Wochenende sucht Familie Beglinger Trost in gemeinsamen Gesprächen. Die Beerdigung will organisiert sein, aber: «Der Abschied soll in privatem Rahmen stattfinden. Ich und auch mein Sohn Martin kennen uns in der DJ-Szene überhaupt nicht aus», sagt Jakob Beglinger. Auch die persönlichen Angelegenheiten von Roger regelt die Familie selbst. Sohn Martin kümmert sich um die Auflösung des Hausrats. Bis der Obduktionsbericht kommt, wünschen sich alle vor allem eins: Dass die Spekulationen aufhören - «wir wissen ja selbst noch nicht einmal, woran Roger gestorben ist».

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