CVP-Nationalrat Yannick Buttet wehrt sich «Ich bin kein Stalker»

Der Sex-Skandal um Yannick Buttet sorgt landesweit für Aufsehen. Mit Andreas Meili holt sich der CVP-Nationalrat nun einen prominenten Anwalt zur Seite - und bricht sein Schweigen.
Yannick Buttet
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Wegen Belästigungs-Vorwürfen läuft gegen CVP-Nationalrat Yannick Buttet ein Strafverfahren.

Yannick Buttet, 40, ist zwar selbst Anwalt. Doch die Situation, in der er sich wegen Ermittlungen im Zusammenhang mit Belästigung befindet, scheint dem CVP-Nationalrat nun über die Ohren zu wachsen. Er holt sich Hilfe bei Star-Anwalt Andreas Meili. Dieser gilt als Mann für schwierige Fälle und vertrat bereits den Ex-Stadtammann von Baden, Geri Müller, 57, in der Nacktselfie-Affäre

Geri Müller_Andreas Meili
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Star-Anwalt Andreas Meili (rechts) hat schon Geri Müller in in der Nacktselfie-Affäre vertreten.

Der Medienanwalt, der auch schon Ex-CVP-Präsident Christophe Darbellay, 46, bei dessen Skandal zum «Seitensprung-Baby» zur Seite stand, hat Buttet offensichtlich dazu geraten, sein Schweigen zu brechen.

Schockiert über den Vergleich mit Harvey Weinstein

Er sei schockiert über das Bild, das Medien und Parlamentarierinnen von ihm gezeichnet hätten, äusserte sich Yannick Buttet gestern Freitagabend im Westschweizer Radio RTS sowie wie in einem Interview mit der welschen Tageszeitung «Le Nouvelliste»Man wolle sein Leben zerstören. «Ich bin kein Stalker.» Der Vergleich mit dem US-amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein ärgert den erzkonservativen CVP-Politiker: «Das tut mir und meiner Familie weh», sagte er. 

Er sei unter Alkoholeinfluss einfach «ein wenig derb» geworden und ergänzt: «Ich gebe zu, dass ich vielleicht unangebrachte Sachen mache, wenn ich ein Glas getrunken habe. Aber sexuell belästigt habe ich niemanden.»

Mit Frau und Familie versöhnt

Mit seiner Frau und der Familie habe er sich versöhnt. «Und ich setze nun alles daran, dass die Familie intakt bleibt.» Über seine politische Zukunft zu reden, sei noch zu früh: «Erst muss ich meine Familie retten. Ich bereite meine Verteidigung vor, um allen zu zeigen, dass ich kein Belästiger bin.» Buttet betont allerdings, dies dürfe nicht als Indiz für einen Rücktritt gewertet werden. Einen Rücktritt fasse er nur ins Auge,  wenn er verurteilt werden sollte.

Grosse Zweifel in Bundesbern

Yannick Buttet soll allerdings nicht nur seine Ex-Geliebte gestalkt haben - auch im Parlament soll der Walliser auffällig geworden sein. Mehrere Politikerinnen berichteten in «Le Temps» von unangemessenen Handlungen und «unkontrolliertem sexuellem Drang». Wenn er trinke, verändere sich seine Persönlichkeit.

In Bundesbern hegt man grosse Zweifel, ob der CVP-Nationalrat den Sex-Skandal übersteht. «Buttet hat ein Problem», sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard, ebenfalls CVP, gegenüber RTS. «Das ist inakzeptabel für einen Politiker.»

 
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