Neustart für CVP-Politiker Yannick Buttet «Ich bin kein Monster»

Der Sexskandal brachte Yannick Buttet zu Fall: Kurz vor Weihnachten kapitulierte der CVP-Politiker und trat von seinem Amt als Nationalrat zurück. Jetzt kehrt der 40-Jährige als Gemeindepräsident von Collombey-Muraz aufs politische Parkett zurück.
Yannick Buttet
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Kurz vor Weihnachten trat Yannick Buttet von seinem Amt als Nationalrat zurück.

Yannick Buttet, 40, versucht einen Neustart. Nach fast zweimonatiger Absenz kehrte der ehemalige CVP-Nationalrat am 1. Februar in sein Amt als Gemeindepräsident von Collombey-Muraz VS zurück. An der Sitzung des Generalrats am Montagabend nutzte Buttet nun die Gelegenheit, um auf die vergangenen Monate zurückzukommen und sich zu erklären. 

«Ich bin nicht das Monster, für das mich manche halten», wird Buttet in er Printausgabe des «Walliser Boten» gestern Mittwoch zitiert. Der gefallene Politiker habe seine Erklärung vor dem Plenum abgelesen.

Ein Drama in mehreren Akten

Man habe dabei sprichwörtlich die Stecknadel fallen hören. Das verwundert wenig: Es war ein Drama in mehreren Akten, das sich vergangenen Winter im Wallis abspielte und Wellen warf bis nach Bundesbern. In der Hauptrolle: CVP-Politiker Yannik Buttet.

Auslöser des Sexskandals war eine Stalking-AttackeButtet soll mitten in der Nacht betrunken an der Haustür seiner Ex-Geliebten Sturm geklingelt haben und löste dadurch einen Polizeieinsatz aus. Die Frau zeigte ihn wegen Nötigung an. Kurz darauf musste er sein Amt als Vizepräsident der CVP Schweiz niederlegen.

Ehekrise durchgemacht

Westschweizer Medien gegenüber sagte der Politiker, er habe eine Ehekrise durchgemacht, die sein Urteilsvermögen und sein Verhalten beeinflusst habe. Er wisse, dass er sich in dieser Zeit häufig alkoholisiert Personen auf eine Art genähert habe, welche diese als störend oder verletzend hätten empfinden können. Buttet begab sich in eine ärztliche Kur «um meinen Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen», wie er sich in einer Mitteilung seines Anwalts Andreas Meili zitieren liess.

Als weitere Frauen - darunter vier Nationalrätinnen - bei der Zeitung «Le Temps» Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen den CVPler erhoben, gab er schliesslich auch sein Mandat als Nationalrat ab. 

Grosses Versprechen an öffentlicher Sitzung

Wie Buttet an der Sitzung des Generalrats mitteilte, habe er das Nationalratsmandat jedoch abgegeben, um seine Frau und die Kinder vor der «brutalen Medien-Kampagne» zu schützen. Er wolle nun vor allem das Vertrauen seiner Familie zurückgewinnen und sich auf die Arbeit als Gemeindepräsident konzentrierten. 

«Ihr werdet nie mehr von einem Aussetzer meinerseits hören», versprach der Waliser. Er habe sich intensiv mit seinem Trinkverhalten beschäftigt und setze die therapeutischen Massnahmen fort. Weiter ins Detail wollte Buttet dabei nicht gehen. 

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