Art Basel Stars im Kaufrausch

Basel feiert! Zum 40. Mal zieht die wichtigste Kunstmesse der Welt hochkarätige Sammler in ihren Bann. Brad Pitt & Co. sind begeistert! Der Hollywood-Beau kauft Kunst und Möbel für über eine Million Franken.

Dienstag vor einer Woche kurz nach Mittag: Der Rundgang der VIP-Gäste erreicht am Stand der Galerie Gmurzynska einen ersten Höhepunkt. Krystyna Gmurzynska und Tochter Isabelle machen Modezar Karl Lagerfeld, Rohstoffhändler Marc Rich, Top-Model Naomi Campbell oder Oligarch Roman Abramovich ihre Aufwartung.

Der werdende Vater (fünf Kinder hat er schon) schlendert mit Freundin Dasha in Jeans und Baumwollhemd von Abercrombie & Fitch durch die bedeutendste Kunstmesse der Welt. Er gilt als extrem scheu. Ein knappes Lächeln Richtung Fotograf – und unser Bild ist genehmigt. Laut Forbes-Liste betrug das Vermögen des FC-Chelsea-Eigentümers letztes Jahr 23,5 Milliarden – 2009 fiel er von Platz 15 auf Platz 51 zurück! Mit 8,5 Milliarden bleibt ihm immer noch genug Spielzeuggeld für seine Lieblingskünstler Bacon, Freud, Giacometti.

Krise! Welche Krise? Am Montag landeten auf dem Flughafen Basel-Mülhausen 58 Privatjets, am Dienstag 90. Auch Hollywood-Schauspieler Brad Pitt, ­bereits zum zweiten Mal Gast an der ­Preview, schlägt unbekümmert zu. In der Design Miami/Basel kauft er für 300 ?000 US-Dollar einen Tisch des Holländers Jeroen Verhoeven. Bei Galerist David Zwirner verliebt er sich in das geheimnisvolle Bild «Etappe» für 1,02 Millionen Franken vom deutschen Maler Neo Rauch.

Das teuerste Kunstwerk der Messe ist bei alt Star Bruno Bischofberger zu bewundern. Andy Warhols «Big Retrospektive Painting» kostet die Rekordsumme von 80 Millionen Franken. «Könnte sich ein Museum dafür begeistern, wäre ich überglücklich», verrät ­Bischofberger. 19 Jahre lang war er Warhols Galerist.

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Er brachte ihn nicht nur in die Schweiz, die Pop-Art-Ikone war auch Götti von Bischofbergers Kindern. Was würde Basels Museumsdirektor Bernhard Mendes Bürgi zum Deal sagen? «Ich freue mich, wenn ich mal keinen van Gogh sehen muss, obwohl unsere Show super läuft. Klar, Warhol ist für jedes Museum eine Attraktion. Er hat mich auch persönlich inspiriert.»

Immer wieder durch Formen und Farben inspirieren lässt sich Familie Bill. Der verstorbene Max Bill, Sohn Jakob und dessen Sohn David stellen ihre konstruktiven Werke bei Denise René aus. Jetzt planen sie den Supercoup: drei Genera­tionen unter einem Dach, in der Kunst­halle Harry Graf Kessler im deutschen Weimar, der Wiege des Bauhauses (ab 11. Juli).

Energie, Intellekt, Lebenslust und eine Prise Sex ist das Elixier von Jeff Koons. «Schon mit drei Jahren malte ich besser als meine zehn Jahre ältere Schwester», verrät der He-Man der Gegenwartskunst. Er war Gast an den Art Con­versations – einer Nebenveranstaltung der Art Basel. Der smarte Amerikaner hat 90 Angestellte und eine sanft hypnotisierende Stimme. Man glaubt ihm aufs Wort, wenn er sagt: «Meine Werke sollen auf den Betrachter wirken wie ein Kuss.»


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