Roger Federer Stilvoll oder nicht?

Der modische Auftritt des Champions auf dem Centre-Court in Wimbledon erregte die Gemüter. Zu Unrecht. Denn Roger Federer siegt auch hier souverän.

«Erinnert er euch nicht auch an einen afrikanischen Diktator?», fragt ein kritischer Schweizer Blogger. Die englische Zeitung «Daily Mail» spricht von einem Steward auf einem Kreuzfahrtschiff, der «Guardian» fühlt sich gar an einen Matrosen erinnert. Das sind nicht etwa Bemerkungen zu Prêt-à-porter-Trends, sondern Kommentare aus Sportlerkreisen zum Wimbledon-Outfit von Roger Federer, 27.

Ganz in Gold und Weiss ge­halten, polarisiert es. Ich meine: zu Unrecht! Kennt man die strengen und etwas antiquierten Wimbledon-Regeln, die seit 1922 auf dem Centre-Court gelten (nur weisse Kleidung), hat das Design-Team von Nike stilmässig Grosses geleistet. Zum einen den Old-School-Charme aus den 20er-Jahren erhalten, den Weg in die Zukunft aber aufgezeigt. Details wie RF-Logo und Hightech-Materialien wirken frisch und futuristisch.

«Ich mag alles, was Roger trägt», meint die einflussreichste Frau der Modewelt und Chefin der US-«Vogue», Anna Wintour. Sie wurde im Film «Der Teufel trägt Prada» als Stilikone ver­ewigt. Ihre Einschätzung ist absolut richtig: Roger hat einfach die modische Lockerheit, die es braucht, um jederzeit smart zu wirken. Und verfügt über die nötige Stil­sicherheit, um das Richtige auszuwählen.

«Ab und zu lass ich mich schon beraten», gibt er be­scheiden wie immer auf seiner Homepage zu. Auch Ehefrau Mirka hat spätestens an ihrer Hochzeit (in einem Kleid von Oscar de la Renta) bewiesen, dass sie eine echte Fashionista ist. Nun steht die grosse Frage für mich als Modemenschen an: Wie sieht Klein Federers erste Garderobe aus?

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