«TVOS» «Stress führte ein Gruppen-Kuscheln ein»

Am 26. Januar gehts auf SRF1 los mit «The Voice Of Switzerland». Auf den berühmten drehbaren Stühlen buhlen Stefanie Heinzmann, Stress, Marc Sway und Philipp Fankhauser um die grössten Gesangstalente des Landes. Auf SI Online verraten die vier Coaches ihre wichtigsten Tipps für die Kandidaten und beurteilen sich gegenseitig.
Blues-Sänger Philipp Fankhauser, Rapper Stress, Sängerin Stefanie Heinzmann und Musiker Marc Sway suchen «The Voice Of Switzerland».
© Thomas Buchwalder Blues-Sänger Philipp Fankhauser, Rapper Stress, Sängerin Stefanie Heinzmann und Musiker Marc Sway suchen «The Voice Of Switzerland».

SI online: Warum lassen Sie sich für eine Castingshow verpflichten?
Stefanie Heinzmann: Weil ich das Konzept von «The Voice» super finde. Es ist schön, dass es «bitz um Müsig geit» - und nicht ums Dissen! 
Stress: Karrieren starten heute anders als früher. Ohne Medien kann man keine Kunst mehr machen. Viele Leuten können singen. Castingshows bieten ihnen dafür eine Plattform.
Marc Sway: «The Voice» ist das erste Casting-Format, das mich selbst vor den Bildschirm zog. Es hat das Zeug zum Strassenfeger. Weltweit wurden etablierte Musiker als Coaches engagiert. Es ist eine Ehre, dass ich dafür angefragt wurde.
Philipp Fankhauser: Meine erste Reaktion auf die Anfrage war: «Eine Castingshow? Spinnsch? Das ist nicht meine Welt!» Dann machte ich mich via Google schlau, und sah, dass es mehr eine Talent- als eine Castingshow ist. Und dass Tom Jones in der Jury der britischen Version ist. Das kann er unmöglich nur wegen des Geldes tun.

Hätten Sie selbst je an einer Castingshow teilgenommen?
Stefanie: Das habe ich - und sie sogar gewonnen. Ich ging ohne grosse Erwartungen zu Stefan Raabs Show. Als ich weiter kam, fiel ich aus allen Wolken.
Stress: Ich hätte wohl kaum eine Chance gehabt. Ich war viel zu schlecht.

Beschreiben Sie die Stimme, die Sie umhaut.
Marc: Ich stehe zwar generell auf tiefe, kratzige Stimmen, aber auch eine hohe Stimme kann mein Herz berühren. Wenn das geschieht, fühlt es sich an wie Schmetterlinge im Bauch.

A propos Schmetterlinge im Bauch: Wie wichtig ist die Stimme einer Frau oder eines Mannes für Sie?
Stefanie: Da achte ich nicht bewusst drauf, aber im Unterbewusstsein vermutlich schon. Ein Mann mit einer sehr hohen Stimme wirkt komisch.
Stress: Sehr wichtig! Ich könnte nie mit einer Frau ins Bett, die eine furchtbare Stimme hat.

Was können Sie Ihren Schützlingen besser beibringen als die anderen Coaches?
Stefanie: Ich habe genau die Erfahrung, welche die Kandidaten machen, und verstehe deshalb genau, was für Ängste und Sorgen sie haben. Da kann ich ihnen wohl am besten weiterhelfen.
Marc: Ich bin Vater von zwei kleinen Töchtern und wohl auch als Coach ein Papi. Ich arbeite sehr familiär. Nur wer sich geborgen fühlt, bringt die entsprechende Leistung. 
Philipp: Ich habe sicher am meisten Bühnenerfahrung von allen, da kann ich den Talenten sehr viel beibringen. Von Gesangstechnik habe ich hingegen keine Ahnung.

Ihre drei wichtigsten Tipps?
Stefanie: 1. Geniesst es! 2. Entspannt Euch! 3. Fragt euch mal: Was kann mir schon gross passieren?
Stress: 1. Vermasselt es nicht! 2. Vermasselt es nicht! 3. Vermasselt es nicht!
Philipp: 1. Braucht die ganze Bühne. 2. Stellt den Kontakt zum Publikum her. 3. Nicht zu viel Gymnastik beim live Singen.

Wie waren Ihre Anfänge im Musikbusiness?
Stefanie: Ich war damals etwas überfordert und darum sehr froh, dass mein Bruder Claudio mich überall hin begleitete. Man darf sich nach dem Sieg bei einer solchen Show nicht auf den Lorbeeren ausruhen, das ist gefährlich. Nur wer sich anstrengt und weitermacht hat, eine Chance.
Stress: Meine ersten Auftritte fanden in kleinen Clubs in Genf statt. Ohne Bühne, ohne Coaches und fast ohne Publikum. 
Marc: Ich war Anfang zwanzig und eine Mischung aus naiv und grössenwahnsinnig, als ich mit meiner Gitarre nach München ging, um einen Plattenvertrag zu ergattern.
Philipp: Ende der Achtziger hörte in der Schweiz niemand Blues. Und wenn, erwartete man einen schwarzen Amerikaner, nicht einen jungen Thuner. Aber ich sah für mich schlicht und einfach keine andere Option als die Musik und machte einfach weiter.

Bitte ein paar Worte über die anderen Coaches...
Stefanie: Marc redet unglaublich viel. Wenn ich so viele Metaphern finden würde wie er, würde ich auch so viel reden. Philipp ist ein Gentleman, sehr ruhig und sehr cool. Für Stress gilt definitv: harte Schale, weicher Kern. Ausgerechnet er führte ein Gruppen-Kuscheln unter der Coaches ein.
Stress: Marc hat immer gute Laune, auch wenn ich finde, dass er manchmal fast zu nett ist. Philipp weiss unglaublich viel, ich kann viel von ihm lernen. Steffi ist super. Sie könnte etwas selbstbewusster sein. Sie muss sich für nichts rechtfertigen.
Marc: Stress rockt! Aber man muss sich darum bemühen, sein Herz zu erobern. Dann ist er sehr loyal. Steffi ist herzlich, frisch und schwatzt als einzige noch mehr als ich. Aber sie ist ja auch eine Frau! Philipp ist der totale Gentleman.
Philipp: Marc und ich kannten uns bereits. Wir spielten vor einigen Jahren zusammen an einem Festival - danach stand folgende Schlagzeile im «Blick»: «Fankhauser will das WC nicht mit Sway teilen». Das hatte nichts mit Marc zu tun - ich gehe grundsätzlich nicht gern auf Toi-Toi-Klos! Er ist so wunderbar Latino, das Gegenteil von mir. Von Stress dachte ich, der sei ein «Büffu». Das Vorurteil habe ich innerhalb eines Tages revidiert. Er ist sehr geduldig und hat klare Vorstellungen. Stefanie ist die grossartigste Sängerin der Schweiz. Ich würde sie gerne mal einen Blues singen hören.

«The Voice Of Switzerland»: Ab 26. Januar, immer samstags und mittwochs um 20.10 Uhr auf SRF1.

 

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