«al dente»-Aus «Studi» blickt auf 10 Jahre Kochen beim SF

Am Montagabend strahlt das Schweizer Fernsehen zum letzten Mal die Kochsendung «al dente» aus. SI online sprach mit Andreas C. Studer alias «Studi» über Wehmut, Sybille Sager und Sven Epiney. Ausserdem erklärt er, was die Schweizer den Deutschen voraus haben.

SI online: Zehn Jahre «al dente» sind ab Montagabend Vergangenheit. Traurig, Herr Studer?
Andreas C. Studer: Noch nicht, denn wir hatten lange Zeit sehr viel Spass. Uns war bewusst, dass es irgendwann vorbei sein wird. Doch ich kann nicht ausschliessen, dass ich etwas wehmütig werde, wenn «al dente» tatsächlich Geschichte ist.

Wenn Sie an die erste Sendung zurückdenken, ...
... dann weiss ich, dass ich in der Zwischenzeit wie ein guter Wein reifer geworden bin. Und es ist ein tolles Gefühl, dass ich von Anfang bis zum Schluss dabei gewesen bin.

Wie kann man sich die Anfänge von «al dente» vorstellen?
Wir experimentierten ein bisschen - nach dem Motto: Das Schweizer Fernsehen macht jetzt mal eine Kochsendung. Wir kannten einander nicht, für das TV-Publikum waren wir ebenfalls fast unbekannte Gesichter und «al dente» lief noch auf SF2 in einem grässlich blauen Studiodekor.

Zehn Jahre schweissen zusammen. Wie haben Sie Sven Epiney und Sybille Sager erlebt?
Sven ist immer gut drauf - er spielt das nicht. Er ist liebenswürdig, manchmal schusselig, aber genau so mag ich ihn. Und Sybille ... (lacht) ... Sie liess ab und zu die gelernte Hauswirtschaftslehrerin in ihr durchblicken, wenn ich zum Beispiel das Öl nach Gefühl statt mit dem Messlöffel in die Schüssel goss. Aber sie ist in der Zeit eine wirklich gute Freundin geworden. Wir haben auch neben der Arbeit viel Kontakt.

Müssten Sie Sven und Sybille mit einem Gericht beschreiben, ...
... wäre Sven in meinen Augen eine grosse Schüssel Schokoladencreme und Sybille ein scharfes Curry.

Sie haben sich als Fernseh-Koch auch einen Namen in Deutschland gemacht. Wo standen Sie lieber vor der Kamera?
Vor beiden. In der Schweiz ist alles familiärer und kleiner organisiert. Ein Beispiel: Während ich in Zürich jeweils mit dem Tram ins Studio gefahren bin, gibt es in Deutschland Sicherheitspersonal und Chauffeure, die dich vom Hotel abholen, ins Studio fahren, zum Znacht ins Restaurant und zurück ins Hotel bringen. Das hat vor allem dann Vorteile, wenn es stark regnet (lacht).

In Deutschland werden Sie also wie ein Star behandelt?
Ein bisschen, ja. Aber eigentlich liegt mir das Persönliche in der Schweiz mehr.

Wer kocht besser: die Schweizer oder die Deutschen?
Ganz klar die Schweizer. Hier ist zwar alles teurer, aber die Qualität der Lebensmittel ist auch um Längen besser. Die Schweizer sind auch innovativer, was das Kochen, aber auch die Produktevielfalt betrifft. Davon sind die Deutschen weit entfernt.

Verschwinden Sie mit dem Aus von «al dente» nun von der Schweizer TV-Bildfläche?
Vorerst ja. Aber irgendwann bin ich bestimmt wieder zu sehen.

Im Frühling startet das Schweizer Fernsehen mit einer neuen Kochshow. Sind Sie mit von der Partie?
Ich werde dem Format beratend zur Seite stehen.

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