«X Factor» Sven Kompass: «Sang schon für Boris Becker»

Mit seinem Auftritt in der Castingshow «X Factor» katapultierte sich Sven Kompass, 35, gleich in die Favoritenrolle. Mit SI online sprach der Sänger über seine Vergangenheit, Boris Becker und das Bootcamp.

SI online: Sven Kompass, die Jury war nach Ihrem Auftritt voll des Lobes. Wie gehen Sie mit der Favoritenrolle um?
Sven Kompass: Ich habe mich natürlich sehr geschmeichelt gefühlt. Es ist schön, solch eine Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber es ist auch nicht ganz leicht, mit der Rolle umzugehen. Denn ich bin der Meinung, dass es noch viele andere sehr gute Kandidaten gibt.

Sie sangen im Casting «Change» von Daniel Merriweather. Was hat sich für Sie seither verändert?
Danach bekam ich viele E-Mails, T-Shirts mit mir wurden verkauft und auf Facebook sind ohne meinen Einfluss drei Fanseiten entstanden. Und auf meinem privaten Facebook-Profil bekam ich 2000 Freundschaftsanfragen. Erstaunt hat mich, dass ein Casting-Format so einen Erfolg haben kann.

Wieso nehmen Sie gerade bei «X Factor» teil?
Weil «X Factor» für mich ein Format ist, bei dem Künstler ernst genommen werden. Bei «Deutschland sucht den Superstar» beispielsweise, glaube ich, ist die Gefahr grösser, sein Gesicht zu verlieren und durch den Kakao gezogen zu werden.

Aber professionell gesungen haben Sie schon vorher.
Angefangen hat alles 1996, als ich in Linda de Mols Sendung «Soundmix-Show» gewonnen habe. Danach bekam ich einen Anruf von Ralph Siegel, der mich allerdings entgegen unserer Vereinbarung zu einem zweiten Howard Carpendale machen wollte. Wir beendeten daraufhin unsere Zusammenarbeit.

Es folgten Zeiten, in denen Sie noch weniger Glück hatten.
Sie sprechen die Schulden an. Ich gelangte an die falschen Manager. So hatte ich für etwas zu zahlen, wofür ich nichts konnte. Jetzt aber bin ich schuldenfrei.

Sie waren in den vergangenen Jahren trotzdem nicht untätig. Ihre Liste an Auftritten auf Ihrer Homepage ist lang. Sie sangen beispielsweise bei der Einweihung des Bundeskanzleramtes ...
... und für Boris Becker.

Das müssen Sie genauer erklären.
Als er vor einigen Jahren seine Finca auf Mallorca mit einer Party eröffnete, wurde ich gebucht und am nächsten Tag sogar noch zu einem Brunch eingeladen. Da sass ich dann neben Veroninca Ferres und Angela Ermakova - schade, hatte ich meinen Fotoapparat nicht dabei.

Sie unternahmen bereits so viel und doch fehlt bislang der grosse Durchbruch. Woran liegt's?
Ich hatte noch nicht die Möglichkeit, meine eigenen Ideen zu verfolgen und ich bin noch immer auf der Suche nach einem Produzenten, der deutsche Musik unterstützt.

 

In welche Richtung möchten Sie gehen?
Mit Marius Müller Westernhagen und Herbert Grönemeyer bin ich gross geworden, darum sehe ich mich im Deutschrock-Bereich. Es gibt meines Erachtens zwischen Grönemeyer und Xavier Naidoo noch einen Platz - und den möchte ich gerne besetzen.

Wie heissen Sie eigentlich richtig? Es sind zwei Nachnamen im Umlauf - Kompass uns West.
Kompass ist mein richtiger Name, den ich für mein eigenes Deutschrock-Projekt nutze. West ist mein Künstlername, den ich für Auftritte im Galabereich verwende. Für den Namen West habe ich mich vor 15 Jahren entschieden.

Die Casting-Runde bei «X Factor» ist überstanden, jetzt geht es um einen Platz im Bootcamp. Was nehmen Sie sich dafür vor?
Ich will fleissig sein und hoffe, die Texte nicht zu vergessen. Denn ich bin ein sehr vergesslicher Mensch. Zwei, drei Texte auswendig zu lernen, kann da schon schwierig werden.

 

Alles zu «X Factor» finden Sie im Dossier auf SI online.

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