ESC 2013 Takasa-Emil: Mit Lebertran-Chäpsli nach Malmö

Diese Woche gehts los! Takasa, die Schweizer Teilnehmer am Eurovision Song Contest, fliegen nach Schweden. Die «Schweizer Illustrierte» hat dem 95-jährigen Emil Ramsauer und seinen Bandkollegen beim Kofferpacken über die Schulter geschaut.

Emil Ramsauer, 95, ist noch rüstig und vor allem gerüstet! Diese Woche gehts für ihn und die Band Takasa nach Malmö. Am 16. Mai tritt die Band im Halbfinale des Eurovision Song Contests an. Schoggi, Bühnenuniform und Ersatzbatterien für sein Hörgerät - alles liegt bereit. «Ich bin froh, dass mir meine Frau beim Kofferpacken hilft», sagt er gegenüber der «Schweizer Illustrierten». 

Immerhin ist er der älteste Teilnehmer am europäischen Musik-Wettbewerb. «Ich mache mir um Emil keine Sorgen», sagt seine Frau Regula, 73. «Er ist fit. Ausser täglich ein Lebertran-Chäpseli braucht er nichts.» Etwas liegt dem Bassgeigen-Spieler aber auf dem Magen: «Ich kann den Text noch immer nicht!» Regula lacht. Ihr geht es ähnlich. «Unsere Urenkel können das Lied auswendig. Sie singen es Emil am Telefon vor.»

Sein Handy will er deshalb unbedingt auch in Schweden dabei haben. Seine vier Kinder, acht Enkel und acht Urenkel möchten ja schliesslich wissen, wie es ihm geht. Und wenn Regula mal nicht dabei ist, braucht er es, um mit ihr «Versli» - wie er den SMS sagt - zu schreiben. «Immer auf Englisch, damit es schneller geht.» 

Viel zu erzählen werden Emil und seine Bandkollegen bestimmt haben. «Ich finds spannend, dass ich nicht weiss, was alles auf uns wartet», sagt Sängerin Sarah Breiter, 20. «Und ich freue mich auf neue Begegnungen.» Nur etwas wird ungewohnt für sie. «Immer schön auszusehen!» Schminken, das ist so gar nicht ihre Sache. Bis vor einem halben Jahr besass sie weder Lidschatten, Puder noch Make-up und musste zuerst einmal ein Pinseli kaufen. «Ich werde also definitiv nicht zu den völlig überschminkten Teilnehmerinnen gehören.» Trotzdem, Schminkzeug gehört ab jetzt in ihren Reisekoffer.

Am 14. Mai trifft dann emotionale Unterstützung für sie und Sänger Christoph Jakob, 31, ein. Ihre Lebenspartner kommen nach Malmö, um beim Halbfinale dabei zu sein. Auch Katharina Hauris, 47, Ehemann wird vor Ort sein. Die Kinder bleiben zu Hause, bei Michel Sterckx, 47, verzichtet sogar die ganze Familie auf die Reise nach Malmö. «Wir machen dann im Sommer Ferien in Schweden», sagt er. Jonas Gygax, 23, Freundin kommt nach Schweden, er weiss nur noch nicht, wann. «Als Flight Attendant kommt es auf ihre Einsätze an. Immerhin ist die Reise für sie billiger.»

Und dann wäre da noch Illy, die ihn sowieso und die ganze Zeit begleitet. «So heisst meine elektrische Gitarre», sagt er. Eine akkustische und eine E-Gitarre sind für ihn das Wichtigste auf der Packliste. Beim Sänger Christoph Jakob, 31, darf ein anderer Gegenstand auf keinen Fall fehlen. «Mein Laptop! Ich muss unbedingt noch für mein Studium arbeiten.» Zudem glaubt er noch fest daran, dass auch seine Jogging-Schuhe im ESC-Rummel bestimmt zum Einsatz kommen. 

Das Kofferpacken lenkt jedenfalls noch etwas von der Aufregung ab. Katharina Hauri, 46, ist gespannt, was sie vor Ort erwartet. Immerhin sind Takasa am gleichen Wettbewerb wie einst ABBA, die wohl bekanntesten ESC-Sieger, vertreten. «Ihren Auftritt habe ich damals sogar am Fernsehen verfolgt.» Bei Jonas und Christoph haben ganz bestimmte ESC-Sieger Eindruck hinterlassen: die Grusel-Rocker Lordi mit «Hard Rock Hallelujah». «Als Gitarrist muss ich ihren Song einfach toll finden», sagt Jonas. «Doch ihre Masken fand ich damals übertrieben und wenig authentisch.» Sängerin Sarah fand dagegen schon den Auftritt von DJ Bobo und seinen Vampiren gruselig. «Wenigstens bekam ich aber seine Teilnahme mit», sagt sie. «Wir hatten nämlich keinen Fernseher, darum ging der ESC bisher völlig an mir vorbei.»

Das wird sich nun ändern. Spätestens wenn Takasa diese Woche in Malmö landen, dreht sich für über eine Woche alles um den internationalen Gesangswettbewerb.

Am 16. Mai spielen Takasa im ESC-Halbfinale um den Haupteinzug ins Finale.

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