ESC 2013 Takasa mitten im Bombenalarm

Seit vier Tagen sind Takasa in Malmö. Die sechs Mitglieder der Heilsarmee-Band haben schon einiges erlebt - darunter auch einen Bombenalarm.

Die Teilnahme am Eurovision Song Contest ist für Takasa eigentlich schon genug aufregend. Doch am Samstagnachmittag gibts unerwartete Action in der Lobby des Hotels, in dem die Schweizer Band untergebracht ist. «Bitte gehen sie von den Fenstern weg», weisen die Receptionisten an. Ein herrenloser Koffer ist auf der Strasse entdeckt worden. Niemand weiss, wem er gehört. Die Polizei riegelt die Strassen rund ums Hotel grosszügig ab.

Während Christoph, Emil, Sarah und Jonas mit dem russischen Fernsehen gerade eine Autofahrt durch Malmö machen, muss Katharina Hauri, 46, sich umsetzen. Niemand darf das Hotel verlassen. Nach einer halben Stunden kommen die anderen Bandmitgliedern ins Hotel. Die Polizei hat sie eskortiert und durch einen Hintereingang zurück ins Hotel gebracht. Nach ein paar weiteren Minuten die Entwarnung: Ein Tourist hatte seinen Koffer auf der Strasse vergessen. Die Evakuierung wird abgebrochen. 

Am Eurovision Song Contest wird Sicherheit gross geschrieben. Im Hotel von Takasa sind ständig zwei bis vier Polizisten stationiert. Mit Israel, England, Finnland und Spanien sind darin fünf Delegationen untergebracht. Das A und O hängt bei jedem Delegations-Mitglied um den Hals: der Badge. Ohne den kommt niemand in die Arena oder ins Messe-Gebäude hinein. Beim Eingang werden Mensch und Tasche jedes Mal gescannt, wie am Flughafen.

Mittlerweile waren die Schweizer Teilnehmer am ESC schon zweimal in der Malmö-Arena, um ihren Auftritt zu üben. Insgesamt proben sie auf der grossen Bühne vier Mal, bis es am 16. Mai ernst gilt. 30 Minuten müssen jeweils reichen, um die Kameraeinstellungen, Tonregulierung und die Choreographie einigermassen festzulegen. Der allererste Durchgang zeigt klar, wos hapert. Mikrofonständer ragten den Sängern Christoph und Sarah Breiter, 21, ins Gesicht. Die Posaune überdeckte Michel Sterckx, 47, und Emil vergass zu lachen - «vor Konzentration». Beim zweiten Durchgang waren schon die Mikrofonständer weg, Katharina Hauri, 46, hatte den Kamerablick drauf und Jonas Gygax, 23, wurde öfters eingeblendet. Emil lachte immerhin einmal dezent mit den Mundwinkeln.

Neben den Proben stehen viele Interviews an. Schon am ersten Tag warteten Medien in der Lobby auf Takasa. Mike Duncan kennt den Wettbewerb genau, seine Website esckaz.com verspricht ESC-Informationen von A bis Z. «Erzählen Sie uns etwas, das wir noch nicht wissen», fragt er Emil Ramsauer, 95. Trotz langem Leben fordert diese Frage Emil. Der Kontrabassist erzählt, dass er ursprünglich Appenzeller ist und nun im bernerischen Thun lebt. Das Fazit des Journalisten ist ehrlich: «Sie sind Interviews noch nicht so gewohnt.» Zum Abschluss noch eine kleine Kostprobe von «You and me» und ein paar Grüsse in die Kameras, weiter gehts. Und das nun noch jeden Tag, bis sie endlich am Donnerstag wirklich im Halbfinale stehen und um das Weiterkommen kämpfen. 

1. ESC-Halbfinale: Dienstag, 14. Mai, ab 21 Uhr auf SRF 2
2. ESC-Halbfinale (mit Takasa): Donnerstag, 16. Mai, ab 21 Uhr auf SRF 2
Finale: Samstag, 18. Mai, ab 21 Uhr auf SRF 1

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