Rahel Senns «Sanskaja» Wandelnde Wundertüte

Sie steckt voller Überraschungen: Rahel Senn, 22, ist Komponistin, Autorin, Re­gisseurin. Ihr neuster Wurf: «Sanskaja», ein zauberhaftes Musical aus der Elfenwelt.
Wandelnde Wundertüte
Wandelnde Wundertüte

«Es geht um Menschen und Machtgier, aber auch um Freundschaft», erklärt Rahel Senn. «Sanskaja» ist eine Mischung aus «Harry Potter» und «Herr der Ringe» und erzählt die Geschichte des Zirkuselfenvolks von Xeneva, das plötzlich von einer Unheil bringenden Glaskugel bedroht wird. Ob es sich wohl von den «Schwarzen Schatten» wieder befreien kann?

Seit September laufen die Proben zum Musical auf Hochtouren. Rahel Senn, die das Stück komponiert und geschrieben hat, führt auch Regie und konnte Sandra Wild, «MusicStar»-Finalistin der letzten Staffel, für ihr Projekt gewinnen. «Sie hat die perfekte Stimme für die Hauptrolle», schwärmt Multitalent Senn.

«Sanskaja» ist bereits ihr zweites Musical. Voller Selbstvertrauen hat die 22-Jährige dafür eine grosse Bühne – das Zürcher Volkshaus – gemietet. Skepsis ist fehl am Platz. Mit ihrer Matura­arbeit «Totaler Wahnsinn», einem Musical über Schizophrenie, tourte sie 2006 quer durch die Schweiz und bekam begeisterte Kritiken.

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Seit zwei Jahren studiert die Tochter eines Schweizers und einer Singapurerin Klavier bei Konstantin Lifschitz. Komponieren sei für sie reine Intuition, gelernt habe sie es nie. Doch die Proben für «Sanskaja» gehen der feinfühligen Jungregisseurin an die Substanz.

«Es ist anstrengend, sich auf so viele Leute einzulassen. Entspannung erlebe ich, wenn ich in meine Welt ab­tauche», sagt Rahel Senn. Und meint damit das Universum der Worte. «Schreiben ist Gedanken ordnen. Ich brauche das täglich.» Von ihrem dritten Buch – einem Roman über Drogen und Milieu – hat sie bereits 200 Seiten verfasst. Ein Verleger fehlt noch.

So ganz nebenbei schreibt die Musikstudentin auch an einem Drehbuch, bringt im Herbst ihr erstes Theaterstück «Markowsky – ein Monolog» auf die Bühne und komponiert ein Klavierkonzert. Wie sie das schafft? «Ich habe gelernt, Projekte, die ich nicht weiterentwickeln kann, aufzuschieben», erklärt Rahel Senn. «Obwohl ich meinen Alltag nie plane, habe ich alles ziemlich im Griff.»

Zurzeit wohnt sie in einem bescheidenen Apartment im Zürcher Seefeld. Teilt die Duschen im Keller mit 63 Parteien. Ach ja, ein- bis zweimal pro Woche gibt sie an der International School in Wallisellen noch Klavierunterricht. Von irgendwas müsse sie ja leben … und je nach Kontostand helfe sie auch mal im Service aus. «Reich werden muss ich nicht. Aber ich will mein eigener Chef sein.» Sagts und schwirrt ab – in ihre Elfenwelt.

«Sanskaja»
Volkshaus Zürich 19. – 22. Februar
Tickets Ticketcorner


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