Mike Müller Was für ein Hundetheater!

Bellen statt klatschen. Wenn Komiker Mike Müller mit seinem Terrier Lupo auf der Bühne steht, heisst es für alle Hunde: «Wir kommen mit rein.»

Ach, ist der süss! Doch wenn Lupo bedrohlich knurrt und sein Zahnfleisch zeigt, bleibt dem Be­trachter das Jöööh im Hals stecken. «Das Streicheln lässt man besser bleiben. Er ist halt ein kleiner Problemhund – und ein Kontrollfreak», sagt Mike Müller, 45, über seinen Vierbeiner. In Sachen Be­kannt­heitsgrad macht der Parson-Russell-Terrier seinem Herrchen Konkurrenz.

Den ganzen Tag trippelt Lupo an der Seite des Komikers, schnuppert TV-Luft in «Giacobbo/Müller» und besitzt bereits ein gleichnamiges Theaterprogramm: In «Lupos Hundeshow» steht er im Theater Neumarkt neben Mike Müller auf der Bühne. Dieser plaudert zu Beginn des Abends locker über Philo­sophie und Tierliebe – die 27 Semester Philosophie waren also nicht für die Katz.

Zur Auflockerung gibt es lustige Filmchen aus dem Internet. Danach degustiert Müller Hundeleckerli und führt Ratespiele mit dem Publikum durch – als Gewinn lockt ein monstermässig grosser Büffelhautknochen. Der «Hauptakteur» verkriecht sich währenddessen unter den Tisch. Lautstarkes Gebell ertönt erst, als ein Artgenosse der Bühne zu nahe kommt. Denn: An diesem munteren Abend dürfen die Zuschauer für einmal ihre vierbeinigen Lieblinge mitbringen.

Da sich der zweijährige Terrier noch im Flegelalter befindet, braucht der Kleine Erziehung. Um Gehorsam zu üben, fährt der Schauspieler einmal pro Woche mit seinem Vierbeiner aufs Land zur Hundetrainerin Franziska Tribelhorn in Bubikon ZH. Dann zieht er sein Hünde­ler-Outfit an: robuste Schuhe, am Hosenbund ein Säckchen mit Leckerli und in der Tasche «das Schwein», Lupos Lieblingsspielzeug.

«Den kleinen kurzhaarigen Rüden fand ich auf Anhieb einen lustigen Siech»

Mike wirft «das Schwein» weit weg, während Lupo brav liegen bleiben muss. Erst wenn er den Befehl kriegt, rennt er raketenmässig schnell los und sucht das Gummi-Vieh. «Gut, sehr gut», ruft Tribelhorn den beiden zu. «Terrier haben einen starken Jagdtrieb, den kann man ihnen nicht abtrainieren. Solche Übungen bieten aber einen Ersatz dafür», erklärt sie. Die Zürcherin bildet nicht nur Hunde und ihre Besitzer aus, sondern hat auch eine eigene Zucht.

In ihrem grossen Gehege tummelt sich gerade wieder ein Wurf putzmunterer fünf Wochen alter Hundebabys. «Genauso alt war Lupo, als ich das erste Mal hierherkam», erzählt Müller. «Als Kind hatten wir einen Dackel. Und ich habe mir seit Langem einen eigenen Hund gewünscht. In den letzten Jahren war ich aber ständig beruflich unterwegs.» Mit der TV-Sendung «Giacobbo/Müller» kam Beständigkeit in Mikes Leben – und dazu ein frecher Terrier.

Bevor Müller den Welpen nach Hause nehmen konnte, hatte er ihn mehrmals besucht. Schliesslich will die Züchterin sicher sein, dass ihr Schützling an einen guten Platz kommt. Und wie fiel die Wahl auf Lupo? «Das ist halt so eine Sache. Viele meinen ja, dass man vom Hund ausgewählt wird. Aber das glaube ich nicht. Den kleinen kurzhaarigen Rüden fand ich einfach auf Anhieb einen lustigen Siech», sagt Müller.

Auch die äusserlichen Gemeinsamkeiten zwischen Hund und Herrchen möchte der Komiker nicht überbewerten: «Dann hätte ich wohl ­einen Mops kaufen müssen», meint er ironisch.

Als ständiger Begleiter ist der Terrier auch dabei, wenn das Team Giacobbo/Müller seine Sendungen ausheckt. «Viktor und mich verbindet eine unsägliche Tierliebe. Er verstand sich auf Anhieb mit Lupo. Viktor ist der Einzige, der nie angeknurrt wird.» Glück gehabt!

Lupos Hundeshow
9. Juni, 20 Uhr
Theater Neumarkt, Zürich

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