«Hotel des Jahres 2009» - Grand Resort Bad Ragaz Weisse Power!

Das gibts nur im Grand Resort Bad Ragaz! 85 Köche powern am Herd. Jetzt wird gefeiert: GaultMillau und Titelsponsor Carl F. Bucherer wählen das Resort zum Hotel des Jahres.

Die Flotte des Grand Resort Bad Ragaz lässt sich sehen: Fünf proper polierte, fette Mercedes warten auf den VIP-Einsatz. Executive Chef Renato Wüst, 49, hat sein eigenes Dienstfahrzeug: einen silbernen, klapprigen Scooter. Den kann er gut gebrauchen: Seine 85 (!) Köchinnen und Köchen braten und brutzeln an allen Ecken und Enden des riesigen Resorts. Wüst hetzt mit wallendem Haar und gut gelaunt von Restaurant zu Restaurant, lobt, tadelt, korrigiert. Management by Trottinett.

Der Köche liebstes Ding? Die eigenen scharfen Messer, die sie oft durch die ganze Karriere begleiten. Wüsts Messer bleiben meist unbenutzt. Seine Werkzeuge sind längst Laptop, Handy und ­Digitalkamera. «Selber kochen kann ich eigentlich nur noch zu Hause in meiner Wohnung. Da lade ich Freunde ein, meine Versuchskaninchen gewissermassen. Da entsteht die neue Karte. Sind die Gäste zufrieden, koche ich die Gerichte in der Hotelküche mit meinem Team nach. Sie werden rezeptiert, digitalisiert und fotografiert, kommen auf die Karte und in den nächsten Monaten immer zu 100 Prozent gleich zubereitet auf den Teller.»

Wüsts zuverlässigste «Versuchskaninchen»? Seine Frau Maria de Lurdes, in Moçamique aufgewachsen, heute Sprachlehrerin in der Migros-­Klubschule, und Tochter Bianca, 21, Studentin an der höheren Fachschule für Tourismus Academia Engiadina in ­Samedan.

Der Boss kann sich auf sein Team verlassen. «Ich habe eine Super-Brigade», schwärmt Wüst, «die gehen für mich und fürs Resort durchs Feuer. Ich habe jeden Einzelnen selber eingestellt. Nach einem Probekochen. Wer bei mir arbeiten will, muss die Grundzubereitungen beherrschen und stressresistent sein.» Der Stress war vor der Neueröffnung des Resorts ziemlich gross. Chef Wüst machte sich auf zur grossen Dienstreise: neun Wochen schnuppern bei grossen Chefs in Dubai, Abu Dhabi, Bangkok, Hongkong, Macao, Singapur und Perth!

«Ich wollte neue Konzepte kennenlernen. Wollte wissen, wie in diesen tollen Hotels der Frühstücksservice funktioniert. Und vor allem: Ich wollte mehr erfahren über die asiatische Küche. Schliesslich standen wir vor der Neueröffnung unseres asiatischen Re­staurants Namun.» Übrigens: Jeden zweiten Dollar für diese kulinarische Weltreise hat der wissbegierige Chef aus dem eigenen Portemonnaie beigesteuert.

Jetzt wird die Ernte eingefahren: 15 GaultMillau-Punkte fürs bewährte Hotelrestaurant Bel-Air. 12 GaultMillau-Punkte fürs neue «Namun». 17 GaultMillau-Punkte für die «Äbtestube» (geleitet von Küchenchef Roland Schmid). Viel Applaus fürs neue italienische Re­staurant Olives d’Or und für die gepflegten Küchen im Golfclub und in der «Zollstube». 

Und Löwenanteil am prestigeträchtigen Titel, den der GaultMillau und Partner Carl F. Bucherer verleihen: «Hotel des Jahres 2009»! Diese heiss begehrte Auszeichnung holt man mit Bau-Millionen allein nicht; dazu brauchts eine Top-Küche, Top-Restaurants! Und wo im Haus trifft man eigentlich Besitzer Thomas Schmidheiny am häufigsten? Chef Wüst: «Schickimicki mag er nicht. Schon eher Ossobuco und Risotto im ‹Olives d’Or›.»

Thomas Schmidheiny, der Hauptaktionär mit Herzblut und viel Herz fürs Rheintal, liess sich wirklich nicht lumpen in den letzten 16 Monaten: 160 Millionen wurden in den Ausbau des Resorts investiert, auf dass Ragaz in Europa zum neuen Mass aller Dinge wird, wenns um Luxus-Hotellerie und Wellbeing geht. Neues Glanzstück ist der «Spa Tower», ein neunstöckiger Kubus mit 56 Spa-Suiten und Spa-Lofts. Aus allen Hähnen sprudelt Thermalwasser, in Dusche und Bad wird die gewünschte Temperatur digital angesteuert. Im Schlafzimmer die Härte der Matratze per Knopfdruck eingestellt. Auf Wunsch gibts auch Suiten mit Sauna und Dampfbad.

Die Inneneinrichtung ist sehr gestylt und sehr weiss, der Butler enorm freundlich; ab CHF 880 pro Nacht kann man im ­Tower einchecken. Etwas teurer, nämlich genau CHF 10'000 pro Nacht, ist die 440-m2-Penthouse-Suite. Erstaunlicherweise ist sie fast immer ausgebucht. Einige Penthouse-Gäste bringen ihre ­eigenen Köche mit. Das ist jetzt, wo im Tower eigentlich jedermann dem Butler klingeln kann, das neue Statussymbol. CEO Peter Tschirky, der zusammen mit Hoteldirektor Riet Pfister das Resort führt: «Wir wollen der Zeit voraus sein. Wir wollen unseren Gästen für ein paar Tage die Seele streicheln. Wir ver­suchen, alle Wünsche zu erfüllen – the limit is the sky!»

Einen Tausender pro Nacht – ein Hotel also nur für Superreiche? Gastgeber Riet Pfister, ein früherer Mövenpick-Manager, dementiert heftig: «Im Gegenteil. In unseren Restaurants wächst die Zahl der externen Gäste von Tag zu Tag. Im Wellness-Bereich haben wir unsere öffentlich zugängliche Tamina Therme völlig neu gebaut, und in ­unserem neu ausgebauten Fünf-Sterne-Hotel Hof Ragaz ist die Übernachtung deutlich günstiger als etwa im ‹Spa Tower›.»

Konkret: Fünf-Sterne-Wellness für jedermann auf 7300 Quadratmetern gibts in der Tamina Terme für CHF 26 (2 Stunden) und 34 (Tageskarte). Im «Hof Ragaz» checkt man für CHF 560 ein (DZ, Frühstücksbuffet). Im «Olives d’Or» wird man auch sehr freundlich umsorgt, wenn man «nur» eine Pizza ordert. Und in den «Salon Davidoff», in die schönste Smoker-Lounge der Schweiz, darf jeder, der Asyl sucht vor den tausend Rauchverboten in diesem Land.

Natürlich gibts auch in der Spa-Welt Steigerungsmöglichkeiten: Die Hotelgäste entspannen sich auf 5500 m2 im ausgebauten «To B.». Oder buchen zu zweit den «Andeer Spa» (100 m2, Champagner-Cooler in der Sauna). Sie freuen sich darüber, dass ihnen der Concierge jederzeit einen Abschlag auf dem hauseigenen Championship-Golfcourse oder mit Glück auch eine Privatstunde bei Golf-Guru Mario Caligari buchen kann.

Es wird Nacht im Resort: Der ­japanische Sushi-Master Aoki Tadashi schleift seine Messer. «Äbtestube»-Chef Roland Schmid nimmt die Komplimente für sein regional verwurzeltes 17-Punkte-Menü entgegen. Executive Chef Renato Wüst stellt den Scooter in die Garage respektive in eine Ecke seines klitzekleinen Büros mitten in der Hauptküche.

Und der Boss der weissen Brigade, der seine steile Karriere vor 30 Jahren tatsächlich als Tellerwäscher (!) im «Hof Ragaz» begonnen hat, verrät seinen Traum: «Irgendwann, vielleicht in zehn Jahren, ist meine Mission hier in diesem wunderbaren Resort beendet. Dann ­eröffne ich in Bad Ragaz ein kleines ­Gästehaus. Ohne 85 Köche an meiner Seite. Nur mit meinem Fraueli.»

 
Grand Resort Bad Ragaz
Bernhard-Simon-Strasse
7310 Bad Ragaz, Switzerland
081 303 30 30

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