Premiere der «Kleinen Niederdorfoper» Wer hat hier sein Kalb verkauft?

Nach 20 Jahren ist die «Kleine Niederdorfoper» wieder auferstanden. Eindrücke von der gelungenen Premiere.

Petticoats, Swing und Schmalzlocken: «Die kleine Niederdorfoper» ist zurück – und mit ihr die 50er-Jahre. «Wir hielten uns bewusst an den ursprünglichen Charakter des Stücks», sagt Regisseur Max Sieber. «Sogar den Geist des ehemaligen Hauptdarstellers Ruedi Walter spürt man», freuen sich Kurt und Paola Felix. Walters grosses Erbe tritt jetzt Erich Vock an – und erntet für seine Darstellung des Bauern Heiri, der sein Kalb verkauft, stehende Ovationen.

Walter Roderer ist zu Tränen gerührt: «Ich besetzte bei der Erstaufführung 1951 eine kleine Nebenrolle – jetzt durchlebe ich alles noch einmal.» Auch bei der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch und ihrer Partnerin Juliana Müller weckt das Musiktheater Erinnerungen: «Im Niederdorf haben wir uns vor 16 Jahren kennengelernt.» Auf so viel Freude und Emotionen wird an der Premieren-Party im Zürcher Bernhard-Theater angestossen.

Nur Darsteller Sven Epiney (Bunker-Willy) trinkt Tee: «Ich bin ganz heiser vom Singen!» Auch «Zürischnure» Roman Kilchsperger versagt für einmal fast die Stimme, als seine Viola Tami (Ruthli) aus der Garderobe kommt: «Sie ist die Schönste und Beste!», stammelt er stolz und lässt sie den ganzen Abend nicht mehr los.

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