Fabian Unteregger Zwischen Radio, Bühne & Vorlesungen

Ihm vergeht der Biss nicht so schnell: Jeden Freitag rast der Zürcher Comedian Fabian Unteregger in aller Herrgottsfrühe per Velo ins DRS3-Studio. Und seit drei Jahren tourt er mit seinem Soloprogramm «Showbiss» durchs Land. Der Parodist passt das Ensemble um seine Paraderollen Mörgeli, Leuenberger, Sutter & Co. der Aktualität an. Manchmal auch unfreiwillig.
Tausendsassa: Fabian Unteregger hat ein ETH-Diplom der Lebensmittelwissenschaften, studiert Medizin, verdient seine Brötchen als Comedian und ist Hobbypilot.
© ZVG Tausendsassa: Fabian Unteregger hat ein ETH-Diplom der Lebensmittelwissenschaften, studiert Medizin, verdient seine Brötchen als Comedian und ist Hobbypilot.

SI online: Fabian Unteregger, vor bald drei Jahren feierten Sie Premiere mit Ihrem Soloprogramm «Showbiss». Haben Sie schon so viele neue Figuren eingebaut, dass es sich lohnen würde, sich das Programm ein zweites Mal anzuschauen?
Fabian Unteregger: Es gibt tatsächlich Leute, die das mehrmals tun! Die berichten mir dann, was sie alles Neues entdecken. Manchmal ganze Nummern. Lustig ist, dass sie Nummern für neu halten, obwohl sie es gar nicht sind. Das sage ich ihnen dann jeweils nicht (lacht). Doch manchmal passe ich den Inhalt tatsächlich der Aktualität an. Nur das Beste für meine Gäste. An einer Stelle sprach ich von Amy Winehouse. Nach deren tragischen Hinschied habe ich sie durch Whitney Houston ersetzt. Derzeit ist Gölä in der Nummer drin. Von den beiden Todesfällen erfuhr ich morgens bei der Sonntagslektüre.

Sind Sie so ein richtiger Medienjunkie, dass Sie schon am Sonntagmorgen Bescheid wissen?
Sonntagsmedien sind Buchstaben gewordene Nutellabrote! Mir Zeit dafür zu nehmen, bedeutet für mich Lebensqualität. Ich liebe das.

Sie studieren Medizin, haben unzählige Engagements als Comedian und sind nebenbei noch Hobbypilot. Wie viele gemütliche Sonntagmorgen bleiben Ihnen da noch?
52. Solche Freiräume samstag- und sonntagmorgens sind mir heilig. Für eine Sonntags-Matinée liesse ich mich nicht buchen! Ausser vielleicht an meinem Frühstückstisch.

Freitags haben Sie jedoch immer eine Art Matinée: «Zum Glück ist Freitag» auf DRS3. Stehen Sie auch live am Mikrophon, wenn Sie am Abend davor eine Vorstellung geben, wie diese Woche im «Hechtplatz»?
Ja klar, auch wenn ich dafür um 5 Uhr morgens aufstehen muss. Mittlerweile schiebe ich das Aufstehen bis auf die letztmögliche Minute hinaus. Lieber gebe ich aber danach auf dem Velo den Berg hinauf mehr Gas, als aufs Zmörgele zu verzichten. Vielleicht sollte ich direkt im Radiostudio übernachten und mit Mario zmörgelen (lacht).

Könnten Sie sich den Stress nicht ersparen und die Sendung am Vorabend aufzeichnen?
Doch könnten wir. Aber der Reiz des Liveradios ist speziell. Das ist ein Zusatznutzen für den Hörer. So kann durchaus mal was in die Hosen gehen. Das macht es spannend. Es gibt sehr wenig Live-Komik am Radio. Zudem sind wir so topaktuell: Mario Torriani bringt nach dem Aufstehen die letzten Korrekturen an in den Texten, die ich ihm vor dem Zubettgehen maile. Oft hirnen wir noch Minuten vor der Sendung, wie wir es noch aktueller machen könnten. Wer «Zum Glück ist Freitag» hört, könnte eigentlich auf die Nachrichten verzichten - auch wenn die News-Redaktoren natürlich einen tollen Job machen. Bei uns gibt es als Supplement noch Pointen auf dem Silbertablett.

Schreiben Sie diese allein?
Bei DRS3 brüten fünf Köpfe über der Sendung. Jürg Zentner, Aron Herz und Alain Eicher, Mario und ich stricken am Comedy-Feuerwerk. Ich habe über hundert Radiokolumnen selbst geschrieben und produziert. Für «Zum Glück ist Freitag» machte ich es zur Bedingung, Mitautoren zu haben. Um den Druck auf mehrere Schultern zu verteilen und die Sendung bunter, knackiger und vielfältiger zu machen.

Können Sie sich nach der Sendung nochmals etwas aufs Ohr legen?
Das möchte ich gar nicht. Die Sendung ist inzwischen mein freitägliches Morgenritual. Im Anschluss geht's in die Kantine zum Zmorgentee und Gipfeli. Danach ruft die Medizin.

Und abends die Bühne, die nächsten zwei Wochen im Theater am Hechtplatz in Zürich. Haben Sie einen besonderen Bezug zu dieser Spielstätte?
Ich habe dort Ces und Lorenz Keiser gesehen. Und zum ersten Mal Andreas Thiel, dessen einzigartiger Sprachgebrauch mich fasziniert. Zudem ist der Bau ein Bijou. Jede einzelne Sitzreihe hat ihr eigenes Törchen. Fast wie ein Adventskalender in Theaterform. Die Samtbezüge der Sessel geben dem Ganzen eine klassische Note. Und ich verabschiede auch im «Hechtplatz» jeden einzelnen Zuschauer per Handschlag.

Fabian Unteregger ist mit seinem Programm «Showbiss» bis zum 5. April im Theater am Hechtplatz in Zürich zu sehen. SI online verlost 3x2 Tickets für die Vorstellung vom Mittwoch, 28. März, 20 Uhr. Die Gewinner müssen die Tickets bis spätestens eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn abholen. Untenstehendes Formular bis Montag, 26. März, 17 Uhr, ausfüllen - wir drücken die Daumen!

Die Verlosung ist abgeschlossen, die Gewinner sind informiert.

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