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Tief gesunken?

Die relevantesten Po-Dekolletés aller Zeiten

Wir feiern 50 Jahre Frauenstimmrecht. Wer das mit der Gleichberechtigung noch immer nicht verstanden hat, kann uns am Arsch lecken. Am nackten nämlich. Denn der ist nicht nur reiz-, sondern auch historisch durchaus gehaltvoll. Wir haben die spektakulärsten Momente gesammelt und lassen für euch die Hosen (und Kleider runter).

NEW YORK, NY - JUNE 02:  (EDITORS NOTE: Image contains nudity.) Rihanna walks onstage at the 2014 CFDA fashion awards at Alice Tully Hall, Lincoln Center on June 2, 2014 in New York City.  (Photo by D Dipasupil/Getty Images)

Kehrt Konventionen mal eben den Rücken: Rihanna bei den CFDA Awards im Jahre 2014 in einem glitzernden Kleid von Adam Selman. 

Getty Images

«Wir wollten definitv einen kleinen Skandal. Das Kleid besteht nur aus Fischnetz, Kristallen und ein paar gedrückten Daumen. Aber in der Mode geht es in erster Linie um Schönheit – und der Körper ist ein Teil davon», so der amerikanische Designer Adam Selman, nachdem Popstar Rihanna 2014 in einem komplett durchsichtigen Kleid zu den CDFA Awards in New York erschien. Ihr nackter Körper funkelte wie ein virtuos geschliffener Diamant. Sie trug ein ebenso schimmerndes Kopftuch und eine Pelzstola. Aber man sah ihre Brüste. Man sah ihren Po. Na und?

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Besser gut ausgezogen als schlecht angezogen

Wenn sich der Bauarbeiter nämlich bückt und seine Poritze zeigt, empfinden wir nichts. Fremdscham vielleicht, aber die ist schnell wieder vergessen. Wenn Rihanna ihren (viel schöneren) Po zeigt, dann schlägt das Wellen. Das ist einerseits gut, weil der Sache Relevanz zugesprochen wird. Aber man unterstellt ihr damit Geltungssucht und Obszönität. Nun hat die Sängerin aber niemanden sexuell belästigt oder zu irgendwas verführt, sondern nur den weiblichen Körper gezeigt. Und der ist – wie der männliche – nichts weiter als ein gut gepflegtes Gefäss, auf das Rihanna völlig zu Recht stolz ist. 
Das tief ausgeschnittene Rückendekolleté mag ein seltsamer Trend sein, ist aber auch die ultimative Essenz der sexuellen Befreiung. Nachdem «Charmed»-Star Rose McGowan 1998 lediglich in feine Ketten gelegt auf dem Roten Teppich der MTV Video Music Awards aufschlug, kommentierte sie den Wirbel um ihre Person folgendermassen: «Oh Hollywood, ihr wollt einen Körper, den ihr benutzen und dann wegwerfen könnt? Dann hab ich hier einen für euch.» Wir lesen Ironie. Wir spüren eine Arsch-lecken-Haltung. Die braucht man, um ein Po-Dekolleté zu tragen. Und die ist gut so. 
In welch guter Gesellschaft Rihanna und Rose McGowan sind, seht ihr hier:

Was hat uns die Pop-Po-Silhouette also gelehrt? 

Dass, egal wie unverschämt oder scheinbar geschmacklos ein Modestatement sein mag, es immer eine unterschwellige Botschaft zu enthüllen gibt. Die Selbstdarstellung selbst, die die traditionellen Grenzen der patriarchalischen und gesellschaftlichen Erwartungen überschreitet, ist immer auch ein Befreiungsschlag. Ob man das nun für stilsicher halten mag oder nicht: Seinen Platz in der historischen Entwicklung der Mode hat sich das tiefe Rücken-Dekolleté zu Recht verdient.
Und jetzt: Schönes Wochenende & a doPo!

Von lei am 7. Februar 2021 - 15:09 Uhr
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