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Ungebetene Gäste im Blumentopf

Diese Hausmittel helfen gegen Trauermücken

Sind sie erst da, wird man sie kaum wieder los: Die Trauermücken. Die lästigen Schädlinge befallen Zimmerpflanzen, zerstören deren Wurzeln und schwirren in der Wohnung herum. Mit diesen Tricks setzt ihr dem Ärger in euren Blumentöpfen ein schnelles Ende.

Zimmerpflanzen in Töpfen

Trauermücken niesten sich gerne in der feuchten Erde von Zimmerpflanzen ein. 

Getty Images

Im Winter entdecken viele von uns plötzlich kleine schwarze Insekten in der Wohnung. Auf den ersten Blick ähneln sie den Fruchtfliegen. Schwirren die ungebetenen Hausgäste jedoch nicht in der Küche herum, sondern um die Zimmerpflanzen, so handelt es sich vermutlich um Trauermücken. Denn die nisten sich in den kälteren Monaten gut und gerne in der feuchten Blumenerde ein.

Die Mücken sterben zwar meist innert weniger Tage von selbst wieder. Die Weibchen legen in ihrer kurzen Lebenszeit jedoch bis zu 300 Eier – und das vorzugsweise in der feuchten Erde. Aus den Eiern wachsen dann wurmartige, weisse Larven mit schwarzem Kopf. Die verpuppen sich nach etwa zwei Wochen und es schlüpfen neue Mücken. Die Folge für uns: Die Plage beginnt von vorne.

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Mehr als nur lästig

Eingeschleppt werden die Insekten meist über schlechte Erde, in der sich schon Eier oder Larven befinden. Sie können aber auch durch die Fenster in die Wohnung gelangen. Die Mücken sind zwar nervig, stechen aber anders als ihre Artgenossen – die Stechmücken – nicht und richten auch keinen Schaden an. Anders die Larven: Sie fressen die Wurzeln der Pflanzen, was vor allem bei Setzlingen und Jungpflanzen das Wachstum beeinträchtigt und sogar zu deren Absterben führen kann. Und spätestens das ist ein Grund, um gegen die lästigen Besucher vorzugehen.  

Dem Befall vorbeugen

In euren Zimmerpflanzen tummeln sich (noch) keine Insekten? Perfekt. Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür zu sorgen, dass es auch so bleibt. Denn am effektivsten bekämpft man die Schädlinge, bevor sie sich überhaupt niederlassen. Da die Weibchen für die Eier vor allem dauerfeuchte Erde bevorzugen, sollte man darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu oft gegossen werden und man überschüssiges Wasser abschüttet. 

Eine Schicht Quarzsand oder Kies auf der Oberfläche kann zusätzlich vor dem Befall schützen. Vor allem Kies eignet sich gut, weil es sich beim Giessen nicht mit der Erde vermischt. Die Schutzbarriere verhindert, dass die Mücken in die Erde eindringen und Eier ablegen können. Auch gelbe Klebefallen, die es in Supermärkten und Gartencentern zu kaufen gibt, können helfen, das Problem direkt im Keim zu ersticken.

Mittel zur Bekämpfung

Ist die Erde hingegen bereits mit Eiern versetzt, so braucht es härtere Methoden. Denn wie gesagt: Das Problem sind nicht die Mücken, sondern die Larven. Und die befinden sich meist tief in der Erde, genauer gesagt um die Wurzeln der Pflanze.

Kaffee
Ein wirksames Hausmittel ist unser Lieblingsgetränk am Morgen. So könnt ihr eine halbe Tasse kalten Kaffee mit Wasser verdünnen und damit die Pflanze giessen. Die Larven sterben durch das Koffein. Aber Vorsicht: Nicht alle Pflanzen vertragen die Koffein-Kur. Daher solltet ihr euch vorab informieren und nur vorübergehend mit Kaffee giessen. Auch der Satz kann im Kampf gegen die Mücken seinen Teil beitragen: Getrocknet wird er wie Sand oder Kies auf der Topferde verteilt und verhindert das Ablegen neuer Eier. 

Streichhölzer
Wer keinen Kaffee trinkt, kann die Larven mithilfe von Schwefel bekämpfen. Und das findet sich an der Zündspitze von Streichhölzern. Einfach ein paar davon Kopf über in den Blumentopf stecken. Beim Giessen verteilen sich die Schwefelanteile in der Erde und töten die Larven ab. Gleichzeitig sorgt der Schwefel dafür, dass sich keine neuen Trauermücken einnisten.

Knoblauch
Trick Nummer 3: Die Knoblauchknolle. Einfach den Knobli schälen und die Zehen einzeln in die Erde stecken. Der enthaltene Stoff Allicin ist schwefelhaltig und funktioniert ähnlich wie die Streichhölzer. Beim Knoblauch muss jedoch darauf geachtet werden, dass er nicht austreibt und selbst Wurzeln schlägt. Denn dann kann er der Zimmerpflanze wichtige Nährstoffe wegnehmen. Daher am besten die Zehen regelmässig ersetzen. 

Natürliche Feinde
Wie heisst es so schön: Fressen oder gefressen werden. So haben auch Trauermücken ihre natürlichen Feinde. Im Falle der Larven sind das Raubmilben. Die können meist in Form von Tabletten oder Körnern gekauft und über der Erde verstreut werden. Und gegen die Mücken selbst? Da kann eine fleischfressende Pflanze helfen – und zwar am besten das Fettkraut. Es funktioniert ähnlich wie die gelben Klebefallen. Meist reicht schon eine Pflanze, um die herumschwirrenden Viecher deutlich zu reduzieren. 

Frische Erde
Und wenn alles nichts nützt? Dann bleibt noch das Umtopfen. Es ist zwar sicher die aufwändigste Methode, aber auch sehr wirksam. Wichtig ist, dass die neue Erde nicht zu nahe an der alten – vielleicht längst befallenen – Erde gelagert wird und beim Austausch die Wurzeln und Töpfe gut von Erdresten befreit werden. Wer dasselbe Substrat wiederverwenden möchte oder beim neuen auf Nummer sicher gehen will, der kann die Erde im Backofen kurz bei 200 Grad erhitzen. Das tötet bestimmt alle Schädlinge ab.

Von Deborah Bischof am 06.10.2021
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