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Achtung Keimherd

Sollte man Eier nach dem Kauf waschen?

Seit der Pandemie ist vieles anders. Auch in der Genuss-Welt. Wir zweifeln an der 3-Sekunden-Regel (was nicht länger auf dem Boden lag ist noch geniessbar). Wir waschen alles gründlich. Sogar die Eier?

Carton of eggs on white surface

Frische Eier – direkt aus dem Laden, vom Bauernhof oder egal woher: Sollte man die jetzt waschen?

Getty Images

Alles wird abgespült, geschrubbt, bevor es die heiligen Platten der Küchenablage berühren oder vom Neonlicht des Kühlschranks erleuchtet werden darf. Das ist das Mantra, das spätestens seit der Pandemie in die Haushalte Einzug gehalten hat. Denn obwohl man Pestizidrückstände in den Früchten beispielsweise nicht einfach wegschrubben kann, macht es schon Sinn seine Lebensmittel nach dem Kauf und vor dem Einräumen abzuspülen.

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Auf dem Weg vom Bauern oder von der Bäuerin hin zum Verkäufer oder zur Verkäuferin oder in der Auslage im Laden, können sich Keime auf Lebensmitteln ansammeln. Ausserdem rieselt Staub auf Gemüse und Früchte nieder, der belastet sein kann. Und nicht zuletzt gibt es dann doch manchmal geringe Pestizidrückstände, die zwar nicht gefährlich sind, aber auch nicht sonderlich appetitlich.

Und was ist mit Eiern? Die machen ja diesen Weg auch mit. Bei denen ist man oft unsicher. Bei so vielem. Diese zerbrechlichen kleinen tickenden Zeitbomben. Man sieht ihnen nicht an, ob sie noch gut und frisch sind. Man weiss nicht, wie man sie jetzt lagern soll (Spitze nach unten oder oben) – und eigentlich möchte man sie kurz schrubben, bevor sie im Kühlschrank aufgereiht werden.

Die Natur hat ihnen ja eine ideale Verpackung in Form der Schale mitgegeben – aber die meisten wissen nicht, dass man die eben nicht mit Wasser in Berührung bringen sollte. Die Hände sollten hingegen nach dem Anfassen der Eierschalen bitte gerne mit Wasser in Berührung kommen.

Putzen verboten

Ganz gleich wie verschmutzt die Eierschale auch ist, eine Nassreinigung ist bei Eiern nicht zu empfehlen. Dadurch kann nämlich die natürliche Schutzschicht beschädigt werden und feine Risse in der Schale entstehen, die es Keimen erleichtern in das Innere des Eis zu gelangen. Salmonellen können sich bilden und das Ei ungeniessbar machen.

Ebenso könnt ihr bei einer Nassreinigung die Poren der Eierschale beschädigen, wodurch kein Gasaustausch mehr im Ei möglich ist. Ist die Atmungsaktivität des Eis eingeschränkt, wird es deutlich schneller schlecht. Deshalb solltet ihr Eier nach dem Einkauf weder abwaschen noch mit einem feuchten Tuch reinigen.

Was wir sonst noch über Eier wissen sollten…

  • Wie man merkt, dass das Ei noch frisch ist: Das Ei in ein grosses Glas Wasser legen. Sinkt es auf den Boden, ist das Ei frisch. Steht es im Wasser schräg, ist es zwischen sieben und vierzehn Tage alt. Wenn es im Wasser nach oben steigt und an der Oberfläche schwimmt, ist es definitiv schon älter und verdorben.
  • Richtig Lagern: Eier fühlen sich bei ca. 8 Grad am wohlsten. Wenn sich die einmal gekühlten Eier erwärmen, entsteht ein Kondenswasser-Film, auf dem die Keime besser überleben können. Damit es möglichst nur zu einer Temperaturschwankung kommt, sollen die Eier erst im Verbraucher*innenhaushalt gekühlt und direkt vor dem Zubereiten wieder aus dem Kühlschrank genommen werden.
  • Please, keep in Mind: Jedes Jahr werden Millionen von männlichen Küken in der Legehenne-Industrie getötet, weil sie für die Eier-Produktion nichts nützen. Seit 2020 ist das Schreddern der Eintages-Küken in der Schweiz verboten. Verbreitet ist heute das Vergasen der Tiere. In Deutschland gibt es mittlerweile ein spektroskopisches Verfahren, mittel dessen man das Geschlecht des Embryos früh bestimmen kann. «Sowohl die Früherkennung des Geschlechts im Ei, als auch die Bruderhahn-Aufzucht sind gute Wege, um das Problem langfristig zu lösen», sagt David Herrmann von Biosuisse zum SRF.
Von zin am 03.09.2021
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