«La Grande Bellezza» (I) Reich, berühmt und gelangweilt

La Grande Bellezza, Kinofilm
© ZVG

Leben im Überfluss: Der erfolgreiche Journalist Jep Gambardella (Toni Servillo) verzweifelt an sich – und an den andern.

Die Geschichte: Der Journalist Jep Gambardella (Toni Servillo) krönt mit seinem unwiderstehlichen Charme jeden Event. Seit seinem Bestseller «The Human Apparatus», der allerdings Jahre her ist, wird Jep an Partys der besseren Gesellschaft eingeladen. Kaum eine lässt er aus, trotz seinem fortgeschrittenen Alter. Doch was ihn früher erfüllt hat – durchgefeierte Nächte, schöne Frauen, Drogen –, langweilt ihn zusehends. Seine Verlegerin rät ihm, statt an der Oberflächlichkeit der besseren Gesellschaft zu verzweifeln, doch über ein neues Buch nachzudenken. Stattdessen zieht sich der altersmüde Lebemann in seine Erinnerungen zurück.

Die Schauspieler: Der mehrfach ausgezeichnete Toni Servillo spielt herrlich stoisch und glaubhaft den vom Leben angewiderten Intellektuellen.

Der Schauplatz: Neben Jep spielt Rom, die Ewige Stadt, die zweite Hauptrolle. Unvergesslich: die Terrasse mit Blick aufs Kolosseum. Verlockend: der nächtliche Spaziergang durch Roms schönste Paläste. Und das Aquädukt: so eindrücklich das Monument, so skurril die Szene.

Der bleibende Satz: «Es endet alles mit dem Tod. Aber davor war das Leben.»
Das Fazit: Die Bewunderung von Regisseur Paolo Sorrentino für Fellini ist unübersehbar. Doch wenn auch einige der wunderschönen Bilder an dessen Filme erinnern: Jep ist vom Leben gelangweilt, dem einen oder anderen Zuschauer wird es während des Filmes wohl auch so ergehen. ANINA RETHER

Bewertung: * * * 
Länge: 143 Min. 
Regie: Paolo Sorrentino
Kinostart: 25. 7.

 
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