Vom Teenie-Sternchen ist nicht mehr viel übrig Jetzt rockt Andrina «The Voice of Germany»

Vor Jahren galt sie als Nachwuchshoffnung am Schweizer Pophimmel, dann verschwand sie in der Versenkung. Andrina Rohrbach heisst heute Travers, ist verheiratet - und nach einem Schicksalsschlag zurück auf der grossen Show-Bühne. Am Donnerstag singt sie vor den Coaches bei «The Voice of Germany».

Es klingt absurd. «The Voice» ist das international erfolgreichste Castingshow-Format und Andrina Travers, 21, hatte noch nie zuvor eine Folge gesehen! «Ich schaue eben kein Fernsehen, ich bin mehr der Lesetyp», erklärt die Zürcherin im Gespräch mit SI online. «Und solche Sendungen haben mich nie interessiert.» Als junge Popkünstlerin hatte sie sich gar jahrelang kategorisch gegen Castingshows gewehrt, um nicht wie viele andere Sänger einen Stempel aufgedrückt zu bekommen.

Jetzt hat Andrina ihre Vorsätze über Bord geworfen und sich bei «The Voice of Germany» angemeldet. Ein Musikerfreund hatte sie vom Format überzeugt. Diesen Donnerstag tritt sie bei den Blind Auditions an und hat 90 Sekunden Zeit, die Coaches von von ihrer Stimme zu überzeugen - ohne dass die vier sie bei ihrem Auftritt sehen können.

Die TV-Zuschauer dagegen werden sie bei ihrem Auftritt sehen können. Und der eine oder andere Schweizer wird sie da wohl auch wiedererkennen. Hierzulande ist Andrina keine Unbekannte: Mit 13 Jahren bekam sie ihren ersten Plattenvertrag, mit 15 durfte sie den Titelsong der Zambo-Serie «Best Friends» singen, war mit DJ Bobo auf Tour und trat bei der Entscheidungsshow des Eurovision Song Contests auf. Experten und Medien bescheinigten ihr damals eine grosse Zukunft.

Dann kams zum Bruch. Mitten in einer CD-Produktion zog sie einen Schlussstrich und beschloss, ihr Teenie-Sternchen-Image abzulegen. «Ich merkte, wer ich bin und was ich machen wollte: Rockmusik mit einer Band. Alleine auf der Bühne habe ich mich nie ganz wohlgefühlt.» Inzwischen ist Andrina 21 und kaum wiederzuerkennen: Die Zahnspange ist weg, ihren ganzen Körper zieren Tattoos. 60 Prozent arbeitet sie als Buchhalterin («ich liebe Rechnungswesen»), daneben gibt sie Gesangsunterricht und ist mit ihrer fünfköpfigen Alternative-Rock-Formation Underskin unterwegs. Ihre «The Voice»-Teilnahme habe sie denn auch erst von ihren Bandkollegen absegnen lassen, «sie unterstützen mich und fiebern voll mit mir mit».

«Än Schranz am Buuch» nach Krebs-OP

Das tut auch ihr Ehemann Oscar, 26, mit dem sie seit August dieses Jahres verheiratet ist. Die zwei führen eine Beziehung auf der Überholspur: Erst im vergangenen Herbst hatten sie sich in einer Bar in Irland, wo er arbeitete, kennengelernt. «Drei Wochen später zog er zu mir in die Schweiz. Es ist perfekt zwischen uns.»

Das merkte sie einmal mehr, als sie im Winter eine schwierige Zeit durchmachte. Bei einer Blinddarm-Operation fanden Ärzte zufällig einen Tumor in ihrem Bauch. Drei Tage später wurde er entfernt, nur noch eine grosse Narbe zeugt davon, «än Schranz am Buuch», wie Andrina sie nennt. «Es ging schnell. Kaum hat man mir gesagt, dass ich Krebs habe, war er auch schon wieder weg.» Bei «The Voice» werde dieser Schicksalsschlag auf eigenen Wunsch nicht Thema sein. Auch das habe sie vom Format überzeugt, sagt Andrina. «Ich will nicht, dass das ausgeschlachtet wird. Und das respektiert man.»

Ob sie alleine mit ihrer Stimme überzeugen kann und es wie ihre Landsmänner Marc Amacher, 32, oder Lukas Räuftlin, 22, in die Battles schafft, zeigt sich am Donnerstagabend, um 20.15 Uhr bei ProSieben.

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