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Der Kartoffelflüsterer

Andrea und Daniel Peter bauen auf ihrem Betrieb Kartoffeln an. Für den Landwirt ist die Kultivierung der Nutzpflanze zur Wissenschaft geworden: von täglicher Tüftelei, nicht erfüllten Erwartungen und einer fast bedingungslosen Liebe.

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Das Ehepaar Andrea und Daniel Peter vor ihrem Bauernhaus im Dorfzentrum von Rickenbach ZH.

Kurt Reichenbach

Es ist keine bedingungslose Liebe, die Daniel Peter, 50, für seine «Erika» hegt. Obwohl diese Sorte seit Jahren seine Favoritin ist: «Sie hat alles, was ich mir von einer Kartoffel wünsche. Sie ist butterzart, schön gelb, schmeckt fein und ist gut lagerbar.» Aber das mit dem Anbau sei so eine Sache. «Bei Erika ist dieser eine Qual.» Die Sorte ziehe wenig Laub und habe entsprechend viel Unkraut, von dem die Stauden befreit werden müssen. Das sei sehr mühsam. «Aber was tut man nicht alles für die Liebe?» Er grinst und lässt den Blick über die Felder am Dorfrand des zürcherischen Rickenbachs gleiten.

Seit 2004 bewirtschaftet der Landwirt mit seiner Frau Andrea, 46, den elterlichen Betrieb. 100 Munis für die Mast, zwei Hektaren Rebbau, Zuckerrüben, verschiedene Getreidearten und 87 Hochstammbäume. Doch der Star ist für ihn die Kartoffel, welche die Familie jährlich auf einer Fläche von durchschnittlich fünf Hektaren anpflanzt. Für Peter ist der Anbau der Nutzpflanze mehr als nur eine Arbeit: «Ohne die Kartoffel wäre mein Beruf nicht derselbe.» Er freue sich jedes Jahr auf die Haupternte, die Anfang September beginnt und ungefähr sechs Wochen dauert. «Mit der Kartoffel können im Vergleich zu anderen Kulturen mit wenig Fläche sehr viele Leute ernährt werden. Zudem ist die Knolle aus der Schweizer Küche nicht wegzudenken: «Sie ist sehr vielfältig. Rösti. Gschwellti. Kartoffelstock. Gratin. Und noch vieles mehr.» Auch für eine glutenfreie oder sogar vegane Ernährung eignet sie sich bestens. «Ich bin stolz, ein so wichtiges Lebensmittel zu produzieren.» Peters pflanzen sechs Sorten an: neben den Speisesorten Erika, Ditta und Lady Christl auch die Levinata, Fontane und Agria, die für die industrielle Herstellung von Pommes frites und Pommes-Chips verwendet werden.
 

Peter spricht von den Sorten wie von Menschen. Er kennt jede Tücke, jede noch so kleine Anfälligkeit. Er sei manchmal fast schon ein bisschen fanatisch, sagt der Landwirt. Er denke ständig über Optimierungen nach. Ein Daniel Düsentrieb des Kartoffelanbaus. «Man kann mit einem kleinen Rädchen, das man zum richtigen Zeitpunkt dreht, bei einer Kartoffel sehr viel verbessern. Dieses Herumtüfteln ist schon fast eine Sucht für mich.»

Sein aktuelles Experiment: die Levinata. Es ist das erste Jahr, in der Peter diese relativ neue Sorte anpflanzt. Die beiden seien sich noch «am Kennenlernen». Zufrieden ist der Landwirt noch nicht. «Die Knollen sind relativ klein. Ich bin gespannt, ob sie noch einen Schub machen.» Die Sorte wird für die Herstellung von Pommes-Chips verwendet. Ein Produkt, das während der Covid-19-Pandemie sehr gut verkauft wurde. Deswegen habe sich Peter aber nicht dafür entschieden. Das Saatgut hatte er bereits im letzten Herbst bestellt. «Ich wollte dem Klumpenrisiko entgegenwirken.» Zuvor hat er nur mit seinen beiden Pommes-frites-Sorten für die Industrie produziert. Nun habe die Corona-Krise gezeigt, dass ein Sektor sehr stark schwanken kann: Durch die temporäre Schliessung der Restaurants und die Absagen von Grossanlässen wie Schwingfesten und Chilbis ist der Konsum von Pommes frites in der Schweiz zurückgegangen.

Daniel Peter wusste schon im Kindergarten, dass er Bauer werden will. So einen vielseitigen Beruf gebe es keinen zweiten. «Ich bin Unternehmer, Bauer, Tierpfleger und Handwerker in einem.» Auch den Nervenkitzel, den der Job mit sich bringe, brauche er. «Jeder Wetterwechsel birgt wieder eine neue Tücke. Ich weiss nie, was der nächste Tag bringt.» Ferien. Freie Wochenenden. Dank der Mithilfe seiner Eltern, die noch voll auf dem Betrieb mitarbeiten, ist dies möglich. Anfang August waren sie mit dem Wohnwagen am Murtensee, teils mit den Kindern Céline, 20, und Joël, 18. Einmal pro Jahr geht das Paar wellnessen. In diesen freien Tagen entscheide Peter oft, wie es mit welchen Sorten weitergehen soll. «Etwas Abstand zum Hof hilft mir da.» Ob die Levinata nächstes Jahr erneut eine Chance bekommt, weiss er noch nicht. «Am Schluss müssen die Zahlen stimmen.» Nur Erika, die er ausschliesslich für den Hofladen anbaut, würde er nicht aufgeben. «Da muss erst eine ebenso feine Kartoffelsorte auf den Markt kommen.»

EINE AKTION FÜR DIE SCHWEIZER BAUERN

«Mehr Schweiz im Teller» ist eine Aktion von Verlag und Redaktion der Schweizer Illustrierten in Zusammenarbeit mit Agro-Marketing Suisse (AMS) und dem Schweizer Bauernverband (SBV). Auf www.vomhof.ch präsentieren sich rund 2000 Hofläden, die eine bunte Palette an regionalen Produkten anbieten. Mehr Infos zu Schweizer Produkten und Kartoffeln unter www.kartoffel.ch und www.suissegarantie.ch sowie www.landwirtschaft.ch

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AMS Agro-Marketing Suisse
am 31.08.2020
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