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Presented by BKW

Der Windstoss der Zukunft

Im Swiss Energy­park zwischen Saint-Imier BE und Le Noirmont JU ist die Stromproduktion der Zeit voraus. Weshalb es einen Bauern ohne Höhenangst braucht, um die Windturbinen am Laufen zu halten. Ein Augenschein ohne Netz und doppelten Boden.

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Von der Turbine im Swiss Energypark aus sieht Landwirt Pierre Berger direkt auf seinen Hof.

Monika Flückiger

Mont-Crosin im Berner Jura. Die Landschaft wirkt wie in Pas­tell gemalt: sattgrüne Wiesen, weidende Kühe, weit verteilte Bauernhöfe. Die sanften Konturen dieses malerischen Naturraums vermitteln ein Gefühl der Entschleunigung. Die Strässchen winden sich in weiten Bögen durch die Landschaft. 

Pierre Berger blinzelt in die Sonne und schaut in Richtung Chasseral: «Es ist ein grosses Glück, hier zu wohnen und ein Teil dieser grossartigen Landschaft zu sein.» Der Landwirt stellt den vier neugeborenen Kälbchen einen Kessel Milch hin. Vor dem Eingang zu seinem modern umgebauten Bauernhof sitzt seine Ehefrau mit den vier Kindern bei Kaffee und Kuchen.

Berger unterhält einen Milchbetrieb mit zwanzig Kühen: «Zu siebzig Prozent arbeite ich als Bauer – und zu vierzig Prozent als Techniker im Swiss Energy­park.» Berger lacht bei der mathematisch nicht ganz schlüssigen Aufzählung seines Pensums und vermittelt dem Besucher einen klaren Eindruck: Hier steht ein Mann, der in seinen Aufgaben zu hundert Prozent aufgeht – mindestens.

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Landwirt Pierre Berger pflegt die neugeborenen Kälber auf seinem Hof.

Monika Flückiger
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Die Energie für seinen Betrieb kommt von den Windturbinen. 

Monika Flückiger

Berger ist für die Wartung und Kontrolle der 16 Turbinen des Windkraftwerks Juvent zuständig – eine Aufgabe, die nichts für Menschen mit Höhenangst ist. Regelmässig schaut er ganz oben auf den bis zu 150 Meter hohen Metallkolossen nach dem Rechten: Im Lift dauert die Fahrt an die Spitze sechs Minuten: «Von dort oben sieht man fast bis nach Paris», sagt er ­lachend. Der Techniker muss sich im Notfall auch auf die eigene Physis verlassen können: «Bei Übungen benützen wir die Leiter mit ihren 380 Sprossen. Dann dauert der Aufstieg rund zwanzig Minuten.»

Wenn Berger dies erzählt, drehen sich die gewaltigen Rotorblätter im fast schon meditativen Rhythmus im Kreis und richten sich automatisch nach dem Luftstrom. Dies garantiert die grösste Effizienz in der Energiegewinnung. Heute kommt der Wind aus Westen – in zügiger Stärke. Berger sagt dazu: «An ihren Spitzen können die Rotorblätter eine Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern errei­chen.» Doch gelegentlich geraten selbst die mächtigen Turbinen an ihre Grenzen. Bei Windgeschwindigkeiten über 90 Stundenkilometern wird die Anlage aus Sicherheitsgründen gestoppt.

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Leiter statt Lift. Bei Übungen erfolgt der Aufstieg per Leiter in 20 Minuten über 380 Sprossen.

Monika Flückiger

Die Windturbinen sind neben der Solaranlage auf dem Mont-Soleil und dem Wasserkraftwerk La Goule eines von drei Elemen­ten zur Stromproduktion im 251 Qua­dratkilometer grossen Park. Die Fäden laufen am Haupt­sitz der BKW Tochter­gesellschaft La Goule in Saint-Imier zusammen. Direktor ­Cédric Zbinden sagt mit Stolz: «Wir können heute die Bedürfnisse der 17 000 Einwohner im Gebiet zu neunzig Prozent mit selbst produzierter Energie decken.» Damit sind die Betreiber der Zeit mehr als einen Schritt voraus: «Wir erfüllen schon weitgehend die Bedingungen, die von der Energiestrategie 2050 verlangt werden.»

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Cédric Zbinden, Direktor der BKW Tochter La Goule.

Monika Flückiger

Dass in dieser Region die Zukunft vorweggenommen werden kann, liegt auch in der topogra­fischen und geografischen Lage: «Wir haben hier optimale Voraussetzungen, um erneuerbare Energie zu produzieren», sagt Zbinden. Das in den 1990er-Jahren lancierte Projekt wurde 2015 von der BKW in Zusam­men­arbeit mit den Kantonen Bern und Jura als Swiss Energy­park institutionalisiert. Der Park gilt als wichtigste Innovations-, Forschungs- und Demons­tra­tions­plattform für die Produktion von erneuerbaren Energien. Die branchenübergreifende Vernetzung ist dabei von zentraler Bedeutung. Start-ups und Technologielieferanten können eigene Projekte eingeben und so aktiv am Energiepark partizipieren. Für Zbinden ist zentral, dass dieser Entwicklungsprozess stets im Einklang mit der Bevölkerung geschieht: «Wir haben die Einwohner immer in unsere Ideen eingebunden, jeden Schritt transparent kommuniziert und konnten in den 90er-Jahren von einer positiven Grundstimmung profitieren.» Deshalb sei es nie zu politischer Opposition oder öffentlichen Widerständen gekommen. Die Genossenschaft Espace découverte Energie habe in dieser Phase eine wich­tige Grundlagenarbeit geleistet.

 

Sonnenstrom für zuhause

Lösungen für eine lebenswerte Zukunft: Die BKW ­bietet mit Home Energy eine Gesamtlösung für die nachhaltige Stromproduktion für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Mit dem modularen Energiesystem produzieren und ­nutzen Eigenheimbesitzer umweltschonenden Solarstrom. Mehr erfahren unter www.home-energy.ch

Dass die Energieverteilung ­optimal funktioniert, ist den ­sogenannten Microgrids zu verdanken. Diese verbinden ­die dezentralen Energiequellen dynamisch miteinander, er­mög­lichen deren Integration ins Netz und reduzieren die Übertragungsverluste. So werden ­allein durch die 16 Wind­turbi­nen pro Jahr achtzig Gigawattstunden Energie erzeugt – dies entspricht über sechzig Prozent des gesamten Strom­bedarfs der Region (130 GWh). In Sachen Effizienz kann die Windenergie  mit der Produktion aus Kernenergie allerdings noch nicht mithalten. Zbinden rechnet vor: «Um dieselbe Energiemenge zu pro­du­zieren wie das Kernkraftwerk Mühleberg, wären 45 Windparks wie bei uns nötig oder Solarstromanlagen, die eine Fläche von 2100 Fussball­fel­dern einnehmen.»

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Pierre Berger im Innern einer Windturbine. Die Stromverteilung in La Goule verläuft computergesteuert.

Monika Flückiger

So mahnt Zbinden auch zur ­Bescheidenheit: «Wir beweisen hier, dass wir ein Gebiet praktisch komplett mit einem solchen Mix aus erneuerbaren Energien versorgen ­können. Doch noch ist dies in der Schweiz nicht überall möglich.» Gleichwohl belebt das Projekt die Region weit über das Energiethema hinaus: «Mit dem Bekenntnis zu er­neuerbaren Energien haben wir auch den Tourismus wieder­belebt», so Zbinden. Beispielsweise werden auf zwei Lernpfaden durch den Park die Besucher auf spielerische Art mit allen Informationen versorgt: «Wir wollen das recht komplexe Thema für alle ­verständlich machen und die Besucher für die Bedeutung des Projekts sensibilisieren.»

 

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Dem Himmel nahe: Berger bei Wartungs­arbeiten in luftiger Höhe: «Schwindelgefühle kenne ich nicht.» 

Monika Flückiger

Derweil macht sich Pierre ­Berger auf zur nächsten Windturbine. Der Landwirt lebte schon hier, als es den Energiepark noch nicht gab und Windenergie vor allem in Deutschland und im nördlichen Europa ein Thema war. Heute möchte er aber nicht mehr ohne diese Anlagen leben: «Es ist ein ­Privileg, an diesem Projekt ­mitarbeiten zu dürfen und die Zukunft mitgestalten zu können.» Dass ihm die Doppel­belastung durch die zwei Berufe nie zu gross wird, liegt in der Natur der Sache – im wahrsten Sinn des Wortes: Wenn es stark windet und die Turbinen besonders viel Aufmerksamkeit benötigen, ist das Wetter in der Regel zu schlecht, um auf dem Bauernhof zu arbeiten. Und wenn es windstill ist, kann er seine ganze Energie den Kälbchen widmen.

Links:

BKW www.bkw.ch

La Goule www.lagoule.ch

Espace découverte Energie www.espacedecouverte.ch

Juvent AG www.juvent.ch

Swiss Energypark www.swiss-energypark.ch

Mont-Soleil www.societe-mont-soleil.ch

am 14.05.2020
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