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Der ganz normale Wahnsinn

Das ständige Hängen am Handy: Die Kraft der Fomo

Handynutzung – ein Dauerthema zwischen Eltern und Teenager. Nun hat sich eine Studie erstmals nicht nur mit der Dauer derselben befasst, sondern auch mit den Gründen. Ein spannender Einblick, findet unsere Familienbloggerin.

Sandra Casalini Blog der ganz normale Wahnsinn

Nicht nur ihre Teenager haben Angst, online etwas zu verpassen, sondern auch unsere Familienbloggerin! 

Lucia Hunziker

Fomo. Bahnhof? «Fomo» steht für «Fear Of Missing Out» - die grosse Angst, etwas zu verpassen. Und ist eigentlich kein neues Teenager-Phänomen. Im Grunde genommen ists ja nicht mal wirklich ein Teenie-Phänomen. Wie oft bin ich in jungen Jahren an irgend eine Party gerannt, weil ich dachte, ich verpasse ganz grausig etwas, wenn ich nicht dort bin. Und ganz ehrlich: Wie oft tue ich das heute noch? Vielleicht nicht unbedingt nur Partys. Anlässe, Meetings, Calls …. Und eben: Soziale Medien. Ich rede mir ja immer ein, ich brauche die, um zu networken. Um up to date zu bleiben. Zur Unterhaltung. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, sind auch für mich Surfstunden auf Instagram und Co. ein klassischer Fall von Fomo.

Ständiger Fomo-Stress

Warum ich das erzähle? Nun, Fomo ist einer der Hauptgründe, warum Teenager die Finger nicht vom Handy lassen. Auch nicht abends oder sogar in der Nacht, wie eine aktuelle Studie der Universität Glasgow mit dem Namen  «#sleepyteens» zeigt. Tatsächlich habe ich manchmal das Gefühl, es herrscht dauernder Fomo-Stress in unserem Haushalt (und ich muss ganz ehrlich zugeben: nicht nur bei meinen Kindern!) «He, muss go ässe, bi grad wieder on!», «Muss das Handy jetzt hier haben, Tina hat eine neue Frisur, sie schickt gleich ein Bild», «Nur noch schnell den Account der schwedischen Royals checken, ich komme gleich.»

«Der Begriff «nächtlicher Offline-Stress» bestätigt etwas, was ich auch erlebe: dass der Stress, wenn ich ihnen das Handy abends wegnehme, grösser ist, als wenn sie es neben sich auf dem Nachttisch liegen haben.»

Eines ist allerdings anders was mich und meine Kids angeht: Nachts können von mir aus alle Royals dieser Welt abdanken, ich bin voll okay damit, dies erst am nächsten Morgen zu erfahren. Meine Teenager hingegen – vor allem Kind 1 – können sich auch abends nur sehr, sehr schwer von ihren Handys trennen. «Nächtlicher Offline-Stress» nennt die schottische Studie dies. Der Begriff bestätigt etwas, was ich auch erlebe: dass der Stress, wenn ich ihnen das Handy abends wegnehme, grösser ist, als wenn sie es neben sich auf dem Nachttisch liegen haben.

Mehr Schlaf, weniger Fomo

Trotzdem kann man sie nicht einfach die halbe Nacht Chatten und Surfen lassen. Aber – Überraschung! – die Kids wissen laut Studie selbst, dass etwas mehr Schlaf und etwas weniger Fomo gut für sie wäre. Das deckt sich mit meinem Beobachtungen. Je älter sie werden, desto empfänglicher sind sie dafür, wenn man ihnen sagt: «Sag doch einfach gute Nacht, bis morgen, dann denkt niemand dass du hässig bist oder tot.» Es klappt immer besser. Bei ihnen. Bei mir? Anderes Thema.

Mehr von Familien-Bloggerin Sandra C. lest ihr hier.

Von Sandra C. am 10.04.2021
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