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Der ganz normale Wahnsinn

Muttertag ist total unnötig

Am Sonntag ist Muttertag. Unsere Familienbloggerin findet diesen ja irgendwie herzig, aber eigentlich total unnötig. Nicht zuletzt deshalb, weil er in ihren Augen vom völlig falschen Ansatz ausgeht, dass Kinder ihren Müttern für ihre «Dienste» etwas schuldig sind. Sandra C. dreht deshalb den Spiess um und schreibt ihren Kindern ein paar Zeilen zum Muttertag.

Muttertag Blumen
Blumen zum Muttertag? Unnötig, findet unsere Familienbloggerin. iStockphoto

Meine kleinen Grossen

Eure Mutter zu sein ist das grösste Privileg meines Lebens. Ich bin dankbar dafür, dass ihr hier seid. Ich bin dankbar dafür, dass ihr mir immer wieder eine andere Sicht auf die Welt gewährt, die sich mit eurem Aufwachsen immer wieder ändert. Ich bin dankbar, dass ihr mich lehrt, Prioritäten zu setzen. Dass ihr mir zeigt, was wirklich wichtig ist. Und was nicht besonders.

Ich habe euch gewollt, nicht umgekehrt

Ihr hingegen müsst mir für überhaupt nichts dankbar sein. Warum auch? Ich habe euch gewollt, nicht umgekehrt. Als ihr geboren wurdet, stand kein Pfarrer oder sonstwer da und fragte, ob wir einander lieben und ehren möchten, bis dass der Tod uns scheidet (oder so). Ihr hattet gar nichts zu sagen. Das Versprechen war ein einseitiges. Meines. (Und natürlich das eures Vaters, aber das könnt ihr dann am Vatertag klären). Und deshalb schuldet ihr mir nichts. Gar nichts.

Das wichtigste, das ich euch beibringen kann, ist, dass ihr wisst, dass ihr mir niemals etwas für meine Liebe schuldet.

«Meine Liebe hängt nicht von eurer Leistung ab. Das heisst nicht, dass ich begeistert bin von schlechten Noten.»

Meine Liebe hängt nicht von eurer Leistung ab. Das heisst nicht, dass ich begeistert bin von schlechten Noten, oder dass ich zulasse, dass ihr keine Hausaufgaben macht, oder dass ich ausnahmslos eure Sicht der Dinge unterstütze und die der Lehrer immer blöd finde. Aber an meiner Liebe zu euch ändern «ungenügende» Leistungen – egal ob schulisch, sportlich, beruflich oder in einem anderen Bereich – überhaupt nichts.

Das, was ihr seid, werde ich immer lieben

Meine Liebe hängt nicht von eurem Verhalten ab. Das heisst nicht, dass ich immer alles gut finde, was ihr macht, und dass ihr nicht die Konsequenzen dafür tragen müsst. Aber an meiner Liebe zu euch ändert es auch nichts, wenn ihr den grössten Blödsinn der Welt anstellt. Und ich wünsche mir, dass ihr eines immer unterscheiden könnt: Es kann gut sein, dass ich etwas, das ihr angestellt habt, für absolut unterirdisch halte – das, was ihr seid werde ich immer über alles lieben.

 

 

 

 

Meine Liebe zu euch ist bedingungslos

Meine Liebe hängt nicht von euren Entscheidungen ab. Dass heisst nicht, dass ich sie immer richtig finde, oder dass ich euch immer aus der Scheisse ziehe, in die ihr euch selbst reingeritten habt (auch wenn die Chancen dafür nicht schlecht stehen), oder dass ich euch nie kritisiere. Aber an meiner Liebe zu euch ändert der Weg, den ihr einschlagt, überhaupt nichts. Auch wenn ihr mal rückwärts geht, oder euch im Kreis dreht.

Meine Liebe zu euch ist bedingungslos und wird es immer bleiben. Ihr schuldet mir nichts. Kein Frühstück am Muttertag, kein schlechtes Gewissen und kein aufgeräumtes Zimmer (ich hoffe, ihr lest das nicht!). Es ist mein Privileg, für euch da zu sein, euch zu begleiten, zu unterstützen und hoffentlich bis zu meinem letzten Tag ein Teil eures Lebens zu bleiben.

Mehr von Familien-Bloggerin Sandra C. lest ihr hier

Von Sandra C. am 10. Mai 2019