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DER «TELE»-STREAMING-TIPP DER WOCHE

«The Crown» ist zurück

Ihr liebt Filme und Serien, wisst aber nicht, was ihr als nächstes schauen sollt? Kein Problem: Die Zeitschrift «Tele» stellt hier jede Woche Sehenswertes vor. Heute die Fortsetzung der Royalserie «The Crown».

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Stark gespielt: Olivia Colman als Queen in ihrem goldenen Käfig.

Netflix

Endlich! Das lange Warten auf die dritte Staffel der Netflix-Historienserie «The Crown» ist vorbei. Und eins gleich vorweg: Es hat sich gelohnt. Und wie! Das gewagte Unterfangen, die Besetzung altershalber beinahe komplett auszuwechseln, ist gelungen. In einer der ersten Szenen wird der Queen (Olivia Colman) die neue Briefmarke mit ihrem Konterfei präsentiert. Zum Vergleich zeigt man ihr auch die bisherige Marke, auf der sie noch jünger (Claire Foy) ist. Die Königin bewahrt ihre steife Oberlippe und nickt. Der Rollenwechsel ist somit vollbracht. Colman spielt die Queen beklemmend echt: das minimalistische Mienenspiel, die Sprödheit, die Unfähigkeit zu weinen – brillant! (Mehr über Olivia Colman auf Seite 4) Inhaltlich kommt in Staffel 3 einiges auf Ihre Majestät zu. Die Jahre 1964–1976 bescheren ihr zwei neue Premierminister, einen Maulwurf im Palast, eine viel zu schillernde, trinkfreudige Schwester, die Haldenrutsch-Katastrophe im Bergarbeiterdorf Aberfan, eine unschmeichelhafte BBC-Doku über die Königsfamilie, die Mondlandung, die Begegnung mit ihrer kettenrauchenden Schwiegermutter und einen unglücklich verliebten Charles.

Vorfreude auf Staffel 4

Auch die weiteren Hauptrollen wurden stark besetzt, selbst wenn man sich zu Beginn erst einmal an die neuen Gesichter gewöhnen muss. Spätestens wenn Helena Bonham Carter als Prinzessin Margaret das königliche Parkett betritt, ist alles Bisherige vergessen. Ihre ungezügelte Lebenslust bildet den perfekten Gegenpol zur Verkorkstheit der Königin. Prinz Philip (Tobias Menzies) macht seinem Namen als rüpelhafter Zyniker alle Ehre. Und doch fühlt man mit ihm mit, als er eine Midlifecrisis durchlebt. Sehr überzeugend ist auch Prinz Charles (Josh O’Connor): Man reibt sich ungläubig die Augen und schaut ganz genau hin, ob da nicht doch der echte Prinz von Wales durchs Bild schreitet. Was bleibt nach der dritten Staffel beim Zuschauer hängen? Sicherlich die lustigste Szene, in der Premierminister Wilson der Queen sichtlich verlegen von Prinzessin Margarets Gebaren bei US-Präsident Lyndon B. Johnson berichtet. Die schlüpfrigen Limericks, die die angesäuselte Margaret im Weissen Haus herumposaunte, gibt er wortwörtlich wieder – in den Mundwinkeln der Queen zuckt es gequält. Auch in Erinnerung bleibt einer der stärksten Momente gegen Schluss der Staffel, als die Queen zum ersten Mal echte Tränen vergiesst und man vor dem Fernseher ebenfalls um Fassung ringt. Ganz sicher herrscht aber schon Vorfreude auf Staffel 4, denn dann betritt nicht nur Gillian Anderson als Margaret Thatcher die Bühne, sondern es kommt auch eine gewisse Diana Spencer (Emma Corrin) zu ihrem grossen Auftritt.

«The Crown», Historienserie (GB/USA 2019), 3. Staffel ab 17.11. bei Netflix

Mehr Streaming-Tipps könnt ihr hier lesen.

Von Simone Reich am 13.11.2019
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