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Perioden-Patzer

Ja, wir können Tampons falsch verwenden

Jeden Monat kommt sie wieder und das bei den meisten von uns nicht erst seit gestern: die Periode. Man sollte also meinen, mittlerweile wissen wir, wie wir Tampons richtig benutzen. Nun – das kommt ganz darauf an. Kommt euch einer dieser acht Fehler bekannt vor?

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Nach all den Jahren sollte man meinen, wir wissen, wie wir mit Tampons umzugehen haben. Aber stimmt das wirkich?

Instagram/uglydesign

Auch, wenn es mittlerweile genügend Alternativen gibt: Für viele von uns gehören Tampons nach wie vor fest zu unserer Periode. Eine Sache der Gewohnheit. Sie sind diskret und wir benutzen sie schon seit Jahren. Fehler? Passieren da längst keine mehr. Oder? Wenn ihr euch da so sicher seid, geht doch mal unsere Liste durch.

1. Ihr schmeisst Tampons in eure Handtasche

Der häufigste Fehler zuerst, denn wir haben ihn alle schon (mehrfach) gemacht: Kurz bevor wir am Morgen auf dem Haus stürmen (also damals, als man das noch tat) schmeissen wir schnell drei, vier Tampons in unsere Handtasche und sind stolz, dass wir unser Leben für einmal im Griff haben. Leider müssen wir euch enttäuschen. Denn Tampons, die gemeinsam mit Schlüssel, Sonnenbrille und Smartphone in unserer Tasche herumwirbeln, können schnell gefährlich werden. Wird ihre Schutzhülle beschädigt, ohne das wir es bemerken, können Bakterien eindringen, die dann über den Tampon in unseren Körper gelangen. Hallo, Scheidenpilz.

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2. Ihr vergesst, wie lange ihr den Tampon schon tragt

«Nach dem Mittagessen habe ich meinen Tampon gewechselt. Oder war das gestern und ich trage immer noch den gleichen wie heute Morgen?» Manchmal wissen wir nicht einmal mehr, was wir zum Lunch dabei hatten. Und dann sollen wir uns daran erinnern, wie lange wir unseren Tampon schon im Einsatz haben? Naja – wichtig wäre es schon. Wer einen Tampon länger als acht Stunden am Stück trägt, erhöht das Risiko, am toxischen Schocksyndrom zu erkranken. Wenn ihr euch unsicher seid: Lieber einmal mehr wechseln als zu wenig. 

3. Ihr tragt den Tampon über Nacht

Gleiches Problem. Vorausgesetzt, ihr schlaft üblicherweise mehr als fünf Stunden in eurem Bett, solltet ihr den Tampon in der Nacht lieber weglassen. Ansonsten steigt das Risiko, ihn zu lange zu tragen, unnötig hoch an. Alternativen gibt es genug: Eine Menstruationstasse könnt ihr bis zu zehn Stunden am Stück tragen, eine Binde tut ihren Dienst ebenso. Und wenn die ersten starken Tage einmal vorbei sind, kommt ihr in der Horizontalen meist eh ganze ohne Schutz aus.  

4. Ihr wascht eure Hände erst, nachdem ihr den Tampon eingeführt habt

Zugegeben, durch die aktuelle Krise machen wir uns um die allgemeine Handwasch-Frequenz etwas weniger Sorgen als üblich. Ihr solltet aber auch sonst darauf achten, euch vor UND nach dem Einführen eines Tampons gründlich die Griffel zu waschen. Die haben schliesslich bis gerade eben noch eifrig auf einer Tastatur herum getippt, sich durch Instagram gescrollt oder im Tram dafür gesorgt, dass wir nicht fallen. Und all diese Bakterien, die sich währenddessen an uns festgesetzt haben, wollt ihr garantiert nicht in eurer Vagina zu spüren bekommen. 

5. Ihr benutzt immer die gleiche Tampon-Grösse

Menschen sind Gewohnheitstiere. Haben wir einmal festgestellt, dass die Super Plus Tampons gut funktionieren, kaufen wir sie immer wieder. Und bleiben pro Periode dabei. Das Problem: Gerade, wenn unsere Tage wieder schwächer werden, dauert es lang, bis der Tampon vollgesogen ist. Die Folge: Ihr ahnt es vermutlich schon – wir wechseln ihn viel zu spät aus. Wer dem vorbeugen will, setzt bei einer schwächeren Blutung auf kleinere Tampons und wechselt so ein paar Mal mehr. 

6. Ihr nutzt Tampons, um Ausfluss zu verhindern

Tampons sind da, um während unserer Periode das Blut aufzusaugen, das sonst im Slip landen würde. Oder, um sie beim Nägel lackieren als Zehentrenner zu nutzen. Oder als Katzenspielzeug. Definitiv aber nicht, um damit zu verhindern, dass Ausfluss in unser Höschen tröpfelt. Der ist nämlich nicht nur absolut normal, sondern auch gesund und reguliert den natürlichen PH-Wert der Vagina. Wird der in einer Tour aufgesaugt, haben Infektionen leichtes Spiel. Wer den Ausfluss am Schluss nicht im Höschen haben will, nutzt lieber eine Slipeinlage. 

7. Ihr wechselt den Tampon bei jedem Toilettengang

Ja, wir wissen es. Jetzt haben wir ganz viel darüber geredet, wie wichtig es ist, den Tampon nicht länger als acht Stunden zu tragen. Weil wir aber mal davon ausgehen, dass ihr alle brav viel trinkt (das ist wichtig!), ist anzunehmen, dass ihr weitaus mehr als einmal alle acht Stunden aufs WC geht. Jedes einzelne Mal den Tampon zu wechseln, ist dann nicht nur schmerzhaft, sondern auch unnötig: Scheide und Harnröhre sind schliesslich zwei separate Organe mit separaten Öffnungen. Wenn wir das Bändchen zur Seite halten, wirds beim Pinkeln auch nichts nass. So einfach ist das.

8. Ihr spült den Tampon im Klo runter

Okay, wir alle haben das schon gemacht. Viel zu oft wird es einfach zur Gewohnheit. Aber diese ständigen Warnhinweise auf öffentlichen Toiletten, hängen da nicht umsonst. Wenn wir unsere Tampons im Klo herunterspülen, führt das im «besten» Fall dazu, dass es wieder einmal gut geht, aber unsere Umwelt unnötig belastet. Im schlechtesten verstopft eure Leitung und es wird dazu noch richtig teuer. Dementsprechend: Ab in den Mülleimer mit euren Tampons oder einfach auf die umweltfreundliche Menstruationstasse umsteigen.

Von Malin Mueller am 10.05.2020
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